Bamberg
Schulwettbewerb

Bamberger Stadtsiegerin liest sich ins Landesfinale

Zwei Mädchen haben sich im oberfränkischen Bezirksfinale beim Vorlesewettbewerb durchgesetzt: Veronika Kuen aus Bamberg und Aniko Balaton aus Hof.
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Die beiden Siegerinnen: Aniko Balaton und Veronika Kuen. Foto: Anja Hartmann
Die beiden Siegerinnen: Aniko Balaton und Veronika Kuen. Foto: Anja Hartmann
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Gut vorzulesen, bedeutet auch einmal nicht zu lesen. Pausen machen, den Text wirken lassen - das kann die Zuhörer mehr mitreißen als ein atemloser Strudel aus Wörtern und Sätzen. Perfekt verstanden und umgesetzt hat das Veronika Kuen, die Vertreterin der Stadt Bamberg, im oberfränkischen Bezirksfinale des Vorlesewettbewerbs, der am Mittwochnachmittag in der Stadtbücherei Bamberg stattfand. Nicht der Heimvorteil, sondern ihr Können hat der Zwölfjährigen vom Bamberger E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium gemeinsam mit Aniko Balaton vom Jean-Paul-Gymnasium Hof den ersten Platz beschert. Die beiden Mädchen vertreten nun die Region im Landesfinale am 27. Mai in München und dürften auf den Einzug ins Bundesfinale am 26. Juni in Berlin hoffen - und das in der 60. Auflage eines der größten Schulwettbewerbs Deutschlands mit bundesweit rund 600 000 teilnehmenden Sechstklässlern, veranstaltet vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung.

Sehr einfühlsam trug Veronika Kuen ihren Wahltext "Der Elfenwald" von Steve Augarde vor und schaffte es, den Zauber der ersten Begegnung mit dem "kleinen Volk" heraufzubeschwören. "Ich liebe Bücher über Tiere", erzählt die Siegerin später. Sie mag es, wenn sie ganz allein für sich in die Bücherwelten eintauchen kann. Und noch einen Grund gibt es, warum sie so gerne liest: "Man kann ein Buch überall mitnehmen." Ihre Freude am Lesen hat ihr auch geholfen, in der zweiten Runde den Fremdtext - "Agatha Oddly - Das Verbrechen wartet nicht" von Lena Jones - fehlerfrei und nuanciert wiederzugeben.

Hier hat auch Aniko Balaton bei der fünfköpfigen Jury gepunktet, weil sie die Schwierigkeit, immer als Erste dran zu sein, unbeeindruckt meisterte. Sie war sofort mittendrin und zog auch die Zuhörer direkt ins Geschehen. Was bei dem von ihr gewählten Ausschnitt aus "Mein Lotta Leben - Wenn die Frösche zweimal quaken" von Alice Pantermüller noch etwas aufgesetzt wirkte, stellte sich nun als das grundsätzliche Wesen der Hofer Stadtsiegerin heraus: keck, unbekümmert, sympathisch.

Vorfreude statt Enttäuschung

Neben den beiden Siegerinnen durften sich auch die anderen zehn Teilnehmer am Bezirksentscheid, darunter auch Madeleine Messerknecht als beste Vorleserin des Landkreises Bamberg, als Gewinner fühlen. Weil sie sich durch das Lesen immer wieder selbst mit neuen Welten beschenken und weil alle schon zwei Wettwerbe (Schule und Landkreis) gewonnen haben, woran sie die Leiterin der Stadtbücherei, Christiane Weiß, erinnerte. So gab es bei den zehn Zweitplatzierten am Ende keine langen Gesichtern, sondern die Vorfreude überwog - waren doch alle fürs Mitwirken mit einem Buch belohnt worden. mm

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