Bamberg
Verkehr

Bahnausbau in Bamberg: Stadtrat stimmt für Ausbau im Bestand - was bedeutet das?

Am Dienstag fiel im Bamberger Stadtrat die Entscheidung zum Bahnausbau mehrheitlich mit 29 zu 13 Stimmen. Aus zwei werden nun vier Gleise.
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Auf noch mehr Gleisen wird es voraussichtlich ab 2030 durch Bamberg gehen. Foto: Ronald Rinklef
Auf noch mehr Gleisen wird es voraussichtlich ab 2030 durch Bamberg gehen. Foto: Ronald Rinklef


Am Dienstag hat sich der Bamberger Stadtrat mehrheitlich mit 29 zu 13 Stimmen für den Bahnausbau im Bestand ausgesprochen. Das ist gleichzeitig die Trasse, die zuletzt immer deutlicher auch von der Deutschen Bahn als einzig sinnvolle Lösung dargestellt wurde. Die Bamberger Volksvertreter haben ihre Zustimmung allerdings auch mit einem umfangreichen, von der Stadtverwaltung formulierten Forderungenkatalog an die Bahn verbunden. Darin geht es um diese Punkte: ICE-Systemhalt, Lärmschutz, S-Bahn-Halt Süd, Unesco-Welterbe, Erwerbsgartenbau, Streckenführung, Grundwasserschutz und Trinkwasserversorgung, Bauabwicklung, Kommunikation.


Verhandlungsposition stärken

Die Mehrheit für den Ausbau im Bestand kam durch den kurzfristigen Meinungswechsel der SPD-Fraktion zustande, die lange Zeit für die Null-Lösung plädiert hatte. "Widerstand macht nur so lange Sinn, bis man erkennt, dass man verloren hat oder das Bestmögliche erreicht hat", erklärte Fraktionsvorsitzender Klaus Stieringer, warum die SPD nun auf den ebenerdigen Ausbau und damit auf die Meinung des Bamberger GroKo-Partners CSU umgeschwenkt ist. Die SPD glaubt nun - ähnlich wie die CSU -, dass die Bahn den Ausbau ohnehin vornehmen werde. Das beste Ergebnis für die Stadt sei dann nur zu erreichen, wenn sich die Bamberger Politik möglichst geschlossen hinter die Forderungen der Verwaltung stelle. Deshalb stimme die SPD laut Stieringer für die ebenerdige Durchfahrung, "um die Verhandlungsposition der Stadt zu stärken."

Wie die Sitzung im Stadtrat ablief können Sie hier in unserem Liveticker nachlesen.

Noch drastischer formulierte es Helmut Müller: "Es ist nicht fünf Minuten vor zwölf, sondern bereits fünf Sekunden nach zwölf." Der CSU-Fraktionsvorsitzende warnte davor, eine Entscheidung noch weiter zu vertagen, sonst mache die Bahn einfach, was sie wolle. Mit SPD und CSU stimmten außerdem Wolfgang Grader (GAL), Daniela Reinfelder (BuB), Martin Pöhner (FDP) und die beiden BA-Stadträte Dieter Weinsheimer und Herbert Lauer, die sich nach einem gescheiterten eigenen Antrag der Bamberger Allianz der Mehrheit anschlossen.

Einen ausführlichen Bericht zur Entscheidung des Stadtrats lesen Sie hier im Premium-Bereich von inFranken.de.
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