Bamberg
Initiative

Bamberger Schulbiene will ganze Völker retten

Auf der Suche nach Nachwuchsimkern ist eine Bamberger Initiative, die gegen das Bienensterben kämpft. Um ihren Rettungsplan mit Schülern umzusetzen, brauchen die Organisatoren aber finanzielle Unterstützung und trommeln im Netz für ihr Anliegen.
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Erstklässler der Hainschule bei einem Besuch von Ilona Munique.  Fotos: Schulbiene
Erstklässler der Hainschule bei einem Besuch von Ilona Munique. Fotos: Schulbiene
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"Summ, summ, summ, Bienchen summ herum! Ei, wir tun dir nichts zu leide, flieg' nur aus in Wald und Heide..." Welch bitteren Beigeschmack bekommt das Kinderlied, das Hoffmann von Fallersleben vor zwei Jahrhunderten schrieb, angesichts des großen Sterbens der Honigsammlerinnen.

"Von Jahr zu Jahr nimmt auch im Bamberger Raum ihre Zahl ab - ein alarmierender Rückgang, den es aufzuhalten gilt", sagt Ilona Munique als Imkerin. Von 2337 gemeldeten Völkern im Jahr 1990 sei die Zahl auf 1359 im vergangenen Jahr Statistiken des Landesverbandes Bayerischer Imker zufolge gesunken (auf der Grundlage von Zahlen des Imkervereins Bamberg und Umgebung sowie des Imker und Bienenzuchtverein Bamberg Stadt und Land).

Bamberger Rettungsplan
Einen Rettungsplan ersann eine Initiative um die Bamberger Imkerin und ihren Kollegen Reinhold Burger mit dem sprichwörtlichen Bienenfleiß: Die "Bamberger Schulbiene" nennt sich das Projekt, das beim Nachwuchs ansetzt und Schüler von der ersten bis zur Abschlussklasse erreichen möchte. Schließlich soll die kommende Generation "Majas" Zukunft mit dem nötigen Hintergrundwissen sichern: Ja, die Zukunft der Lebenwesen, denen Poeten Gedichte, Musiker Lieder und eben Filmemacher Serien widmeten.

"Wir brauchen rasch Nachwuchsimker", meint Ilona Munique: Engagierte junge Leute, die um die "Grundprobleme der Biene wissen", wie sich die Wahlbambergerin ausdrückt: Gefahren durch die Varroamilbe, Pestizide und das schwindende Nahrungsangebot. "Nur drei Prozent Erwerbsimker zählt man in Deutschland", berichtet die Fachfrau. Von entsprechender Bedeutung sei das Engagement von Freizeitimkern, die im privaten Bereich bis zu 15 Völker hielten: "Wir sind aber noch zu wenige, um dem Bienensterben zu begegnen, trotz der kleinen Renaissance des alten Handwerks in jüngster Zeit."



Und hier setzt die "Schulbiene" an, die der Initiative "Bienen-leben-in-Bamberg.de" entsprang, wie Ilona Munique erläutert. Mehr und mehr Menschen unterstützen die Offensive mittlerweile, ebenso Organisationen - von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft über den Bienenzuchtverein Bamberg und das Landratsamt bis hin zum Kultur- und Schulservice Bamberg. Dementsprechend hoffen die Initiatoren, im nächsten Schritt Schüler, Lehrer und Eltern für "Bienen, regionalen Honig und umsichtige Imkerei" begeistern zu können. Zumal es um die Rettung des "kleinsten und zugleich wichtigsten Nutztieres" ginge, nachdem die Biene rund 90 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen bestäube. "Bamberger dürften sich angesichts der Tradition der Gärtnerstadt diesen kleinen, fleißigen Wesen sogar besonders verpflichtet fühlen."

Noch vor den Sommerferien wollen die Initiatoren in Absprache mit Lehrern und Rektoren an Schulen gehen, um den Nachwuchs ab der ersten Klasse zu erreichen. Ein für alle Jahrgangsstufen und Einrichtungen spezifischer Unterrichtsplan wird Ilona Munique zufolge erarbeitet. "Wobei die zuständigen Lehrer darüber entscheiden, ob Themen in Einzelstunden oder etwa einem Projekttag behandelt werden."

8000 Euro Kosten
Zunächst aber gilt es noch, finanzielle Hürden zu nehmen. "Um unser Vorhaben auf stabile Beine zu stellen, brauchen wir 8000 Euro", meint die Imkerin. Technisches, didaktisches und fachspezifisches Material müsse angeschafft werden. Mittels Crowdfunding, also einer Schwarmfinanzierung durch möglichst viele Unterstützer, hoffen die Organisatoren, das gesteckte Ziel bis 17. Mai zu erreichen. "Beim Crowdfunding via Internet-Plattform ,Startnext' gilt schließlich das ,Alles-oder-Nichts-Prinzip' ", so die Wahlbambergerin. Kämen die 8000 Euro nicht rechtzeitig zusammen, würden alle Spenden postwendend an die jeweiligen Sponsoren zurückfließen. "Dann aber kann die Schulbiene nur in einer Minimal-Version durch Klassenzimmer summen - also weitaus weniger erreichen als geplant."



Zu prominenten Mitstreitern der "Bamberger Schulbiene" zählt übrigens auch die Direktorin der Museen der Stadt: Regina Hanemann wirbt als Bienenpatin für die Initiative, die im Garten der Villa Dessauer in Kürze ein Bienenvolk ansiedelt. "Der Lehrbienenstand ist natürlich auch für Führungen interessant. "
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