Bamberg
Preisverleihung

Bamberger Schüler bewiesen soziale Kompetenzen

Drei Bamberger Gymnasien wurden für ihre Umsetzung des Projektseminar-Gedankens prämiert.
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Schüler des FLG besuchten zusammen mit jungen Flüchtlingen einen Klettergarten.  Foto: Privat
Schüler des FLG besuchten zusammen mit jungen Flüchtlingen einen Klettergarten. Foto: Privat
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Die 14 angehenden Abiturienten des Franz-Ludwig-Gymnasiums lächelten mit geschwellter Brust in die Kamera. Sie hatten auch allen Grund dazu: Schließlich haben sie soeben mit ihrem Projekt "Sport ohne Grenzen - Schüler des FLG führen Deutsche und Flüchtlinge zusammen" den ersten Platz bei der Prämierung herausragender P-Seminare der Region Bamberg belegt. Der Arbeitskreis Schule/Wirtschaft lud die nominierten Seminarteilnehmer und -lehrkräfte dreier Bamberger Gymnasien zur Preisverleihung in die Räumlichkeiten von Brose am Berliner Ring ein.

Zu Beginn stellten zehn Schüler des Clavius-Gymnasiums ihr P-Seminar "Film" vor: In den vergangenen eineinhalb Jahren realisierten sie insgesamt zwölf Filmprojekte, die von Image- und Veranstaltungsfilmen bis hin zu kleineren Spielfilmen reichten. Dabei lernten sie vor allem den Umgang mit dem zugehörigen technischen Equipment kennen. Das Bedienen von mehreren Kameras zählte genauso dazu wie das Schneiden und Editieren des Videomaterials. "Am Ende ging es uns darum, Ergebnisse zu schaffen, die auch außerhalb der Schule sichtbar sind", erklärte Wolfgang Armbrecht, Seminarleiter und Verantwortlicher der CG-Veranstaltungstechnik, die Intention des Seminars.

Ein nicht weniger ambitioniertes Projekt kam vom Dientzenhofer-Gymnasium mit der "Gründung und Führung einer Schülerfirma". Unter dem Firmennamen "#MyChildhood" nahmen sich die 13 Gründer zusammen mit ihren Lehrkräften Kerstin Götz und Katharina Reiß vor, fair gehandelte Bio-Shirts mit Sprüchen aus Kindheitstagen zu bedrucken. Zu den Aufgabenbereichen zählte neben der Erstellung eines Businessplans und einer eigenen Website auch die Kommunikation mit einem externen Partner, der den Schülern eine Druckermaschine zur Verfügung stellte. Bei der Hauptversammlung zum Ende des Seminars wurden die Einnahmen aus dem Verkauf der Shirts und einer eigenen kleinen Aktie vorgestellt. Ein Teil des erwirtschafteten Gewinns floss in die Auszahlung einer Dividende für die Aktionäre, die verbliebenen 100 Euro spendeten die Seminarteilnehmer dem Fachbereich Sport.


"Schüler als Führungskräfte"

Und damit wäre der Bogen dann wieder zum FLG geschlagen. Für ihr Projekt "Sport ohne Grenzen" traten die 14 Zwölfklässler mit minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen aus der Region in Kontakt und veranstalteten in Kleingruppen Sportstunden, bei denen sich besonders Fußball als Lieblingssportart herausstellen sollte. Nach dem ersten Kennenlernen war es den Schülern ein Anliegen, den Zusammenhalt zwischen ihnen und den jungen Ausländern zu stärken; beispielhaft dafür stand der gemeinsame Besuch eines Klettergartens. Den Abschluss bildete ein Futsalturnier in der Georgendammhalle Anfang Dezember.

"Ich konnte gar nicht alle Anmeldungen annehmen", freute sich Seminarleiterin Martina Nikol über das große Interesse der Abiturienten. "Die Idee war es, die Schüler in die Position einer Führungskraft zu versetzen. Das Leitfach Sport bietet die idealen Voraussetzungen, die Jugendlichen an das Führen von Gruppen heranzuführen."

"Wir als Arbeitskreis Schule/Wirtschaft finden es wichtig, auch soziale Kompetenzen in den Mittelpunkt zu nehmen", begründet der Vorsitzende im Bereich Schule, Markus Knebel, die Entscheidung pro FLG. Michael Stammberger, sein Partner von wirtschaftlicher Seite sowie Verantwortlicher für Aus- und Weiterbildung bei Brose, zeigte sich begeistert von den vorgestellten Projekten und betonte: "Wir unterstützen die Schüler beim Übergang in den Beruf, schließlich sind sie unsere Fachkräfte der Zukunft."


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