Bamberg
Gericht

Sandstraßen-Prozess: Zeuge landet in U-Haft - Mutter kämpft für seine Freiheit

Bei einem Prozess um eine Schlägerei in der Bamberger Sandstraße, bei der ein Mann fast sein Leben verloren hatte, wurden mittlerweile mehrere Zeugen verhaftet. Eine Mutter sorgt sich um ihren Sohn und empfindet seine Festnahme als "skandalös".
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Sandstraßen-Prozess: Mittlerweile wurden mehrere Zeugen verhaftet. Symbolfoto: Marcus Führer/dpa
Sandstraßen-Prozess: Mittlerweile wurden mehrere Zeugen verhaftet. Symbolfoto: Marcus Führer/dpa

Drei Zeugen im Sandstraßen-Prozess wurden mittlerweile nach ihrer Aussage verhaftet. Unter anderem lautet der Vorwurf: uneidliche Falschaussage. Eine Mutter kämpft nun für die Freilassung ihres Sohns.

Rückblick: Bei einer nächtlichen Attacke im Juli 2017 in der Sandstraße in Bamberg war ein 36-Jähriger so schwer am Kopf verletzt worden, dass er in Lebensgefahr schwebte. Er und sein Kumpel sollen von zwei Männern angegriffen worden sein. Die zwei mutmaßlichen Täter müssen sich nun vor Gericht verantworten. Während des Prozesses wurden aber nun mehrere Zeugen verhaftet.

Mutter eines inhaftierten Zeugen macht sich große Sorgen

Juliana F., die Mutter eines inhaftierten 23-Jährigen, empfindet ebenso wie ihr Anwalt die Festnahme als "skandalös". Sie könne ihren Sohn nicht besuchen und sei nun in größter Sorge - weshalb sie auch bundesweit Medien über den Fall informierte und eine eigene Facebook-Gruppe ("FreeRob") ins Leben rief. Dort berichtet sie von ihren Bemühungen, ihren Sohn wiederzusehen.

Mutter: "Er hat verzweifelt geweint"

"Das Ganze ist eineinhalb Jahre her, er war damals alkoholisiert und wurde nun unter Druck gesetzt", sagt Juliana F.. Robin sei ein völlig unauffälliger junger Mann, der derzeit eine Ausbildung absolviere. "Wir konnten nur ganz kurz telefonieren, er hat verzweifelt geweint." Ihr Anwalt Jan Smollich pflichtet ihr bei: "Das sind willkürliche Methoden der Bamberger Justiz, wie ich sie in 26 Jahren als Strafverteidiger bundesweit noch nicht erlebt habe." Aus seiner Sicht wäre die Inhaftierung eine Art Beugehaft.

Oberstaatsanwalt Otto Heyder hatte in der Verhandlung erklärt, dass er keinesfalls Druck auf Zeugen ausüben wolle. Robin F. sagte vor Gericht aus, dass er vom entscheidenden Angriff auf Christian K. (Name geändert) nichts mitbekommen habe. Der Oberstaatsanwalt hatte einige Widersprüche an entscheidenden Stellen der Aussage hervorgehoben. Durch die Haft soll seitens der Staatsanwaltschaft offenbar auch erreicht werden, dass es zu keinen Absprachen mit den jetzt noch verbliebenen Zeugen kommt.

Update: Mittlerweile wurde eine vierte Zeugin verhaftet.

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