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Bamberg
Corona-Krise

Bamberger Rewe-Marktleiterin erklärt: Darum sind Hamsterkäufe nicht nötig

Wie ist die aktuelle Lage in den Supermärkten? Gibt es Anlass zu überhasteten Einkäufen? Kauffrau Annemarie Rudel aus Bamberg gibt Auskunft.
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Marktleiterin Annemarie Rudel hat den größten Ansturm in ihrem Laden erst einmal überstanden. Inzwischen sei so etwas wie Normalität eingekehrt. Fotos: Matthias Hoch
Marktleiterin Annemarie Rudel hat den größten Ansturm in ihrem Laden erst einmal überstanden. Inzwischen sei so etwas wie Normalität eingekehrt. Fotos: Matthias Hoch
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"Bitte nur eine Packung kaufen." Im Rewe Rudel in der Würzburger Straße in Bamberg wird überall ausdrücklich darauf hingewiesen, nicht mehr als nötig mitzunehmen. Unsolidarisch gegenüber den Mitmenschen, und gleichzeitig nicht notwendig.

Während sich Marktleiterin Annemarie Rudel mit ihrer Belegschaft in letzter Zeit vor hineinströmenden Menschen nicht retten konnte, kehre nun langsam eine gewisse Normalität ein. Es sei mehr los als sonst, von einem Ansturm könne man aber nicht mehr sprechen. Die allgemeine Unsicherheit bei den Kunden sei dennoch spürbar.

Ausnahmesituation im Supermarkt

Annemarie Rudel ist in den letzten Wochen Zeugin der Ausnahmesituation geworden. Um sowohl ihre Mitarbeiter als auch die Kunden zu schützen, habe sie von ihrer Seite aus alles Mögliche an Sicherheitsvorkehrungen in die Wege geleitet.

Wie auch in anderen Geschäften gebe es auch in ihrem Markt inzwischen Plexiglasscheiben an den Kassen, um den menschlichen Kontakt soweit es geht zu vermeiden. Der Abstand von eineinhalb Metern sei durch Klebeband am Boden und durch Bierkästen an den entsprechenden Stellen gekennzeichnet.

Andere Maßnahmen, wie beispielsweise das Tragen von Handschuhen oder regelmäßiges Händewaschen seien für ihre Mitarbeiter nichts Neues. "Jetzt muss sich nur noch jeder Kunde an die Vorschriften halten. Der Markt ist groß genug, damit man seinen Mitmenschen aus dem Weg, gehen kann", sagt die Marktleiterin im Telefoninterview. Rudel fordert eine gewisse Selbstdisziplin und Rücksichtnahme gegenüber den anderen. Eine Einlassbeschränkung für Kunden ist aktuell nicht geplant.

Hamsterkäufe nicht nötig

Für Hamsterkäufe gebe es keinen Grund. "Natürlich kann es mal vorkommen, dass ein Regal kurzzeitig leer ist oder einzelne Marken nicht mehr vorrätig sind", weiß die Kauffrau. Hierbei solle man sich flexibel zeigen und auf andere Produkte zurückgreifen. Ebenso werde überall im Laden darauf hingewiesen, nur geringe Mengen eines Produktes zu kaufen. So wolle man Hamsterkäufen vorbeugen und genug Waren für alle Kunden sichern. "Die Lebensmittel werden derzeit direkt von den Lastwagen in die Regale geräumt. Schneller kann es nicht gehen." In Frankfurt hat die Stadt Hamsterkäufe nun sogar verboten, es drohen Strafen von bis zu 25.000 Euro.

Ähnliches berichtet Brigitte Döll, Besitzerin des Nah & Gut Döll Supermarktes in Bamberg. "Die Lebensmittel sind vorrätig, oder werden am nächsten Tag geliefert. Verhungern muss also kein Mensch". Döll spricht von einem immensen Ansturm in den letzten Wochen, der aber langsam abflache. "Die Leute mussten sich erst umstellen und mit der Situation zurechtkommen. So langsam kehrt Ruhe ein."

Auch im Rewe Rudel scheinen die Kunden die Lage allmählich akzeptiert zu haben. "Sich bei der Begrüßung nicht mehr die Hand zu geben, musste erst gelernt werden. Inzwischen hat sich der größte Ansturm gelegt und im Laden ist weitestgehend Normalität eingetreten."