Bamberg
Prozess

Bamberger Kirchenschänder vor Gericht: Hass auf Gott als Motiv für die Taten?

Vor dem Landgericht Bamberg hat der Prozess gegen einen 26-Jährigen begonnen, der im Frühjahr 2018 in mehreren Bamberger Kirchen großen Schaden anrichtete. Eigentlich sei der Angeklagte gläubig, habe aber einen Hass auf Gott entwickelt.
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Der Angeklagte (rechts) im Kirchenschänderprozess vor dem Landgericht Bamberg.
Der Angeklagte (rechts) im Kirchenschänderprozess vor dem Landgericht Bamberg.

Maris K. (Name geändert) stieß Heiligenfiguren von den Sockeln, riss ein Holzkreuz von der Wand, bespuckte Kreuze und versuchte, Kirchenausstattung zu Geld zu machen. Eine Serie von Kirchenschändungen hatte im April und Mai 2018 in Bamberg für Aufsehen gesorgt. In den katholischen Gotteshäusern St. Otto, St. Kunigund und St. Martin, dem Kloster Heiliggrab sowie der evangelischen Erlöserkirche richtete der Täter damals einen hohen Sachschaden an.

Im Mai 2018 wurde dann ein damals 25-jähriger Beschuldigter festgenommen, der auch einige der Taten einräumte.

Angeklagter litt unter psychotischer Störung

K. räumte jetzt auch vor dem Landgericht Bamberg alle Taten ein - mit Ausnahme ihm vorgeworfener Schmierereien in St. Martin. Der wegen vielfacher Gewalt- und Eigentumsdelikte Vorbestrafte litt laut Anklage "während sämtlicher Tatgeschehen an einer krankhaften psychotischen Störung, die seine Steuerungsfähigkeit erheblich beeinträchtigte".

Hass auf Gott entwickelt: "Ich dachte, Gott will mich opfern"

Vor Gericht gab K. an, "eigentlich ein gläubiger Mensch" zu sein. Allerdings habe er 2014 angefangen, zu spielen - und viel Geld verloren. "Ich dachte, Gott will mich opfern. Da habe ich Hass entwickelt", sagte der Angeklagte. Am 30. Januar wird der Prozess fortgesetzt.

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