Bamberg
Sanierung

Bamberger Hainbad verlangt künftig zwei Euro Eintritt

Der Holzsteg im Traditionsbad wurde ersetzt, derzeit wird das Kinderplanschbecken abgedichtet. Dafür müssen die Besucher nun tiefer in die Taschen greifen.
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b Mitte Mai können dann alle Hainbad-Freunde wieder ihrem Vergnügen frönen.  Foto: Stadtwerke Bamberg
b Mitte Mai können dann alle Hainbad-Freunde wieder ihrem Vergnügen frönen. Foto: Stadtwerke Bamberg
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Das Wetter dieser Tage würde ja durchaus schon auf den "Studentengrill" locken. Entsprechend sehnsuchtsvoll blickt manch ein Spaziergänger auf den Bauzaun, der noch den Weg zum Hainbad versperrt. Wohl Mitte Mai sollen nach Auskunft des Stadtwerke-Pressesprechers Jan Giersberg die Arbeiten abgeschlossen sein und das Bad kann wieder öffnen. Für Verzögerungen hatte der lange Frost gesorgt.
Dass der erneuerte Holzsteg die Form behalten hat, die das Hainbad schon immer prägte, ist bereits zu erkennen. "Der Steg ist optisch nahezu identisch, auch wenn der Stammgast sicher ein paar kleinere Veränderungen erkennen wird", sagt Giersberg. Der Unterbau des Holzstegs besteht jetzt aus einer Stahlkonstruktion mit 36 Trägern, die quer zum Steg aufgesetzt wurden. Die früheren Holzpfähle sind verschwunden, der Holzsteg wurde zur "frei schwebenden Konstruktion über der Regnitz", wie es Architekt Kristijan Kostic formuliert.


Undichtes Planschbecken

Im Vorfeld hatte es hitzige Diskussionen um Art und Umfang der Sanierungsarbeiten gegeben. Schließlich einigte man sich auf eine "behutsame Sanierung des Luft- und Sonnenbads", die auch mit der Interessengemeinschaft Hainbad und den Freunden des Bamberger Hainbads abgestimmt wurde. "Wir haben die Sanierung des Hainbads auf die zwingend nötigen Bauteile reduziert, am Charme des Hainbads wurde nichts verändert", sagt Giersberg. Der rege Austausch mit der Interessengemeinschaft habe auch dem Hainbad gut getan, so wurde eine alte Telefonzelle zum offenen Bücherregal. Vom Tisch seien die zunächst angedachten Sanierungen von Toiletten und Kabinen. Der Aufsichtsrat hatte dann aber nur beschlossen, das Budget für notwendige Ausbesserungsarbeiten zu erhöhen. Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist, hatte damals erklärt: "Die Tatsache, dass in der Hainbadestelle nicht alles perfekt ist, macht den Charme der Anlage mit aus."
Weil die Stahlträger für den Steg in den Uferboden eingelassen wurden, musste auch der Weg neu gepflastert werden, es wird nun einen stufen- und damit barrierefreien Zugang zum Bad geben. Das Kinderplanschbecken war nach dem Winter derart undicht, dass sich auch hier noch Handlungsbedarf ergab. "Es wird momentan mit Glasfasergewebe ausgestattet und anschließend mit Kunststofffarbe gestrichen." Der Rasen des Hainbades, der in Sommern mit vielen Besuchern und wenig Regen besonders gelitten hatte, bekommt künftig eine Beregnungsanlage, "damit eine angenehmere Wiese entsteht".
Die Gesamtkosten der Sanierung entsprechen laut Giersberg den veranschlagten 600 000 Euro. Allerdings wird diese Investition auch dazu führen, dass der traditionell niedrige Eintrittspreis für das Hainbad steigt: Der Einzeleintritt kostet künftig zwei statt einen Euro, die Dauerkarte 50 statt 40 Euro. Die Stadtwerke erhoffen sich so insgesamt Zusatz-Erlöse von 30 000 Euro im Jahr. "Damit erhalten wir das Hainbad und seine vielen Freunde können es noch viele Sommer nutzen", sagt Giersberg. Die hundertprozentige Erhöhung des Einzeleintritts liege daran, dass die Betreiber das Drehkreuz bereits auf die nächsthöhere Münze eingestellt hätten.
Das Hainbad hat schon rein begrifflich seine Eigenheiten, statt Eintrittsgeld zahlen Besucher hier offiziell eine Nutzungsgebühr. Und es handelt sich auch nicht um ein Schwimmbad, sondern um ein "Luft- und Sonnenbad mit Zugang zur Badestelle in der Regnitz". Als Bad würde man ganz anderen Vorschriften unterliegen, müssten auch mehr Mitarbeiter eingestellt werden. "In der Regnitz schwimmen Sie auf eigene Gefahr", erklärt Giersberg. Mit den durchschnittlich 50 000 Besuchern im Jahr habe man gerade einmal einen Netto-Umsatz von 40 000 Euro generiert. "Damit lässt sich kein Schwimmbad betreiben", sagt der Stadtwerke-Sprecher.
Dass die sanierte Badestelle nun nicht bereits im April eröffnet werden konnte, ist dem Wetter geschuldet. Im Februar und März war es zu kalt für die Arbeiten an den Stahlträgern. Wie sehnsüchtig viele Hainbad-Fans bereits im sonnigen April auf die Eröffnung warten, weiß auch Giersberg: "Die wollen natürlich jetzt rein. Es soll sogar schon einen gegeben haben, der Geld ins Drehkreuz geworfen hat."
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