Bamberg
Landtagswahl

Bamberger Grüne verpassen Einzug in den Landtag

Monatelang wurden sie mit Werten von 10 bis 13 Prozent von den Umfragen verwöhnt: Die Bamberger Grünen rechneten deshalb fest damit, für Bamberg ein drittes Mandat zu erobern. Daraus wurde nichts. Die Blütenträume welkten am Morgen nach dem Wahlsonntag.
Artikel drucken Artikel einbetten
Richtige Stimmung mochte bei der Wahlparty der Grünen mit Andreas Lösche (z.v.r.) im Orlando nicht aufkommen.  Foto: Ronald Rinklef
Richtige Stimmung mochte bei der Wahlparty der Grünen mit Andreas Lösche (z.v.r.) im Orlando nicht aufkommen. Foto: Ronald Rinklef
+1 Bild
Ernüchterung am Tag nach der Wahl bei den Bamberger Grünen. Noch bis nach Mitternacht konnten sich die Kandidaten Andreas Lösche und Ursula Sowa Hoffnungen auf einen Listenplatz machen, dann stand fest. Es reicht nicht. Die Grünen in Oberfranken kamen nur auf 7,1 Prozent.

Das bedeutet zwar eine leichte Verbesserung von 0,4 Punkten gegenüber dem Wahlergebnis 2008, doch um ein zweites Mandat für die Alternativen nach Oberfranken hätten die Grünen deutlich mehr zulegen müssen. Zumal die Freien Wähler gegen Ende der Auszählung mehr und mehr davonzogen und am Ende 9,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnten. "Das ist wie ein Luftballon, der jetzt durch die Decke schießt", beschrieb Lösche die Stimmung am Montag früh.

Der Musikverleger aus Oberhaid räumte ein, die Stimmung bei den Wählern falsch eingeschätzt zu haben. Mit 11,4 Prozent verlor Lösche gegenüber dem Ergebnis, das Ursula Sowa 2008 eingefahren hatte, über 2,5 Prozentpunkte. Auch der deutliche Abstand zum Zweitstimmenergebnis der Grünen von 16 Prozent spricht nicht dafür, das Kreisvorsitzende der Grünen im Landkreis das grüne Wählerpotenzial für sich gewinnen konnte.
Über die Ursachen des Einbruchs auf Landesebene rätselte gestern auch die Kandidatin des Stimmkreises Bamberg-Land Ursula Sowa, die fest mit einem zweiten Mandat gerechnet hatte.

Immerhin waren die Grünen über Monate hinweg in den Umfragen mit zehn bis 13 Prozent taxiert worden. Warum die bayerischen Wähler nun einen Strich durch diese Rechnung gemacht haben? Sowa schätzt, dass die Bayernpartei durch bundespolitische Themen wie die Steuerdebatte überlagert wurde. Außerdem habe die Partei bei der Kommunikation der Energiewende versagt. "Wir hätten deutlich machen müssen, dass die Energie immer auch bezahlbar bleiben muss."

Kleiner Trost im Jammertal der Bamberger Grünen: Ursula Sowa ist wohl der Grund, dass das Zweitstimmenergebnis der Grünen auf den Rekordwert von 16 Prozent geklettert ist. 2008 waren es erst 12,9 Prozent. "Darüber freue ich mich sehr. "

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren