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Bamberg
Wald vor Wild

Bamberger Forstbetriebe als vorbildlich ausgezeichnet

Maximilian von Truchsess spricht es deutlich aus: "Die Regel ,Wald vor Wild' ist im Forstbetrieb so wichtig wie ,rechts vor links' im Straßenverkehr." Nicht umsonst sei dieser Grundsatz im bayerischen Wald- und Jagdgesetz verankert. Bamberger Förster setzen ihn vorbildlich um.
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Klaus Schulz (links) mit Baron Maximilian von Truchsess, der den Preis an die Forstverwaltung der Stadt Bamberg übergeben hat.
Klaus Schulz (links) mit Baron Maximilian von Truchsess, der den Preis an die Forstverwaltung der Stadt Bamberg übergeben hat.
Bei dem Grundsatz "Wald vor Wild" geht es darum, die Wildbestände durch eine gezielte Bejagung auf einem Niveau zu halten, das die Waldentwicklung nicht hemmt. Um seine hervorragende Umsetzung zu ehren, wurden die Forstbetriebe Bamberg mit dem "Wald vor Wild Preis" des Ökologischen Jagdvereins Bayern ausgezeichnet.

"Zu hohe Bestände an Wild in den Wäldern sorgen dafür, dass sich junge Bäume nicht entwickeln können. Rehwild, das bei uns heimisch ist, verbeißt selektiv, das heißt seltenere Baumarten werden von den Tieren bevorzugt", erläutert Klaus Schulz, Leiter der städtischen Forstverwaltung. So entstünden mit der Zeit Monokulturen, die das gesamte Ökosystem Wald aus dem Gleichgewicht bringen.

In Bamberg gibt es zwei Forstbetriebe - zuständig für den Stadtwald und das Gebiet des Bürgerspitals bei Weipelsdorf -, die die Bejagung seit jeher selber in die Hand nehmen anstatt die
Waldstücke zu verpachten.

Um der Verleihung des Preises den nötigen Rahmen zu verleihen, wurde vom Stadtrat eine Sondersitzung "open air" veranstaltet. Auf dem Gelände des städtischen Forsthauses in Weipelsdorf gab es zunächst einen kleinen Empfang. Nach den Grußworten des SPD-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Metzner und des Finanzreferenten Bertram Felix machte sich der Stadtrat auf zu einem Waldspaziergang.

Klaus Schulz und sein Stellvertreter Dieter Bierlein erläuterten an mehreren Stellen im Wald, wie das Konzept "Wald vor Wild" umgesetzt wird. So wurde unter anderem eine Ansähfläche für junge Bäume gezeigt, die besonders vor Wildverbiss geschützt werden muss. "Durch eine konsequente Umsetzung des Grundsatzes ändern sich natürlich auch die Jagdmethoden", erklärt Klaus Schulz. Da der Wald von unten nachwachse, könne sich das Wild besser verstecken.

Deshalb sei man von Ansitzjagden auf dem Hochsitz zu Drückjagden mit Hunden übergegangen. Der ökologische Jagdverein, dessen Vorsitzender Wolfgang Kornder ebenfalls anwesend war, sieht in einer vorbildlich ausgeführten Jagd kein Hobby, das zum Spaß ausgeübt wird, sondern eine Methode zur Unterstützung des Natur- und Artenschutzes. "Wir wollen nicht den Wald ohne Wild", sagt Maximilian von Truchsess, "aber es muss eine Priorität eingeräumt werden. Nur so können wir den Wald als Rohstofflieferant für künftige Generationen bewahren."

Die feierliche Überreichung des Preises durch Maximilian von Truchsess fand im Anschluss an die Waldbegehung im Refektorium der Klosteranlage am Michelsberg statt. Klaus Schulz nahm den Preis für die Stadt Bamberg in Empfang.











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