Bamberg
Landgericht Bamberg

Bamberger Chefarzt-Prozess: Zweite Zeugin vier Stunden befragt

Im Vergewaltigungsprozess ist eine weitere Arbeitskollegin vernommen worden. Ihr gegenüber hatte sich das mutmaßliche Opfer zu dem Vorfall geäußert.
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Betreten in dem Vergewaltigungsverfahren juristisches Neuland: der Vorsitzende Richter Markus Reznik (2.v.l.) mit Kollegen. Barbara Herbst
Betreten in dem Vergewaltigungsverfahren juristisches Neuland: der Vorsitzende Richter Markus Reznik (2.v.l.) mit Kollegen. Barbara Herbst

Vergewaltigungsprozess gegen Chefarzt in Bamberg: Plädoyers vor dem Landgericht - auch Urteil?

 

Im Bamberger Vergewaltigungsprozess gegen einen früheren Chefarzt des Klinikums ist auch die zweite Zeugin unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt worden. Nachdem zuvor die Hauptbelastungszeugin, die auch als Nebenklägerin auftritt, die Tatvorwürfe gegen den 46-Jährigen bestätigt hatte (Zeugin belastet Angeklagten), wurde auch eine zweite Arbeitskollegin mehrere Stunden zu ihrem Verhältnis zum Angeklagten und dem Vorfall im Dezember 2016 befragt.

Wie Gerichtssprecher Nino Goldbeck erläuterte, sagte die zweite Zeugin vor Gericht aus, dass die Nebenklägerin ihr den Sachverhalt im Dezember 2016 im Kern wie in der Anklage mitgeteilt hatte. Die Arbeitskollegin habe sich damals in einem aufgewühlten Zustand befunden.
Die Zeugin gab zudem an, dass es ihrerseits bis Mitte 2016 sexuelle Kontakte - stets in beidseitigem Einvernehmen - zum Angeklagten gegeben habe.


Staatsanwalt bewertet Sachverhalt als Vergewaltigung

Der Beschuldigte soll die Nebenklägerin im Dezember 2016 unter einem Vorwand in einen Küchenraum gebeten und sie dort gegen ihren Willen zum Oralverkehr gedrängt haben. Auch soll er sie gegen ihren Willen geküsst haben. Die Staatsanwaltschaft bewertet dies aufgrund der Verschärfung des Sexualrechtes als Vergewaltigung.

Der Arzt hatte zum Prozessauftakt eine Erklärung verlesen lassen, in der er beteuerte, dass die sexuellen Kontakte zu den Frauen stets einvernehmlich gewesen seien. Die Anschuldigungen bewertet der 46-Jährige als Komplott von ehemaligen Arbeitskolleginnen.


Fortsetzung am 15. November

Der Mediziner war zu Beginn des Jahres wegen arbeitsrechtlichen Fehlverhaltens am Klinikum freigestellt worden. Nachdem die Tatvorwürfe bekannt wurden, hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet.

Insgesamt sind fünf Verhandlungstage terminiert. Weiter geht es am 15. November, das Urteil könnte am 6. Dezember gesprochen werden.

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