Bamberg
Justiz

Bamberg: Zweiter Chefarzt-Prozess soll neu verhandelt werden

Erneut muss sich das Landgericht Bamberg mit dem Fall eines früheren Chefarztes befassen, der 2017 wegen eines "minderschweren Falls des sexuellen Übergriffs" verurteilt worden war.
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Symbolfoto: Ferdinand Merzbach
Symbolfoto: Ferdinand Merzbach

Der Bundesgerichtshof gab nun der Revision seiner Verteidiger statt. Entsprechend muss die Sache neu vor dem Landgericht verhandelt werden. Ein Termin steht aber noch nicht fest.

Chefarzt soll Bedienstete zu Oralverkehr gedrängt haben

In dem Verfahren geht es um einen Vorfall aus dem Dezember 2016. Der damals 45-Jährige hatte laut Urteilsbegründung des Landgerichts eine Bedienstete "durch Bitten und Betteln" zum Oralverkehr gedrängt, obwohl diese "ihren entgegenstehenden Willen erkennbar geäußert" habe.

Zuvor soll es bereits einvernehmliche Sexualkontakte zwischen den beiden gegeben haben.

Auch nach Anwendung des neuen Sexualstrafrecht reichte der Sachverhalt aber nicht zu einer Verurteilung wegen Vergewaltigung, wie ihn die Anklage zunächst gefordert hatte. Zum Prozessende waren auch Staatsanwaltschaft und Nebenklage nur noch von einer sexuellen Nötigung ausgegangen. Verteidiger Joachim Widmann hatte einen Freispruch gefordert, den will er nun auch in der neuerlichen Verhandlung erreichen.

Das Verfahren steht in keinerlei Zusammenhang mit dem Prozess gegen einen anderen früheren Chefarzt des Klinikums, der im Oktober 2016 wegen schwerer Vergewaltigung und anderer Vergehen zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verurteilt worden war.

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