Bamberg
Ehrenamt

Bamberg würdigt sechs Männer mit der Bürgernadel

Die Stadt und die Mediengruppe Oberfranken zeichnen sechs Männer mit der Bürgernadel für ihr Engagement aus.
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Am Ende stellte Edgar Sitzmann (am Pult neben OB Andreas Starke, l.) als Ehrenvorsitzender des Altenburgvereins noch einmal besonders die Verdienste von Peter Geier heraus. Die anderen Geehrten standen diesem jedoch in nichts nach.  Fotos: Ronald Rinklef
Am Ende stellte Edgar Sitzmann (am Pult neben OB Andreas Starke, l.) als Ehrenvorsitzender des Altenburgvereins noch einmal besonders die Verdienste von Peter Geier heraus. Die anderen Geehrten standen diesem jedoch in nichts nach. Fotos: Ronald Rinklef
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Vor den Bürgern seiner Stadt zog Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) bei der 17. Verleihung der Bürgernadel den Hut: "Wir haben das große Glück, dass sich in Bamberg viele Menschen um ihre Mitbürger kümmern." So habe es für diese Ehrung über 30 Vorschläge gegeben, aus denen die Jury sechs würdige Preisträger filtern musste. Die Wahl fiel auf Georg Eckenweber, Peter Geier, Otmar Lang, Ulrich Meyer, Gerd Scheidel und Michael Schmitt.

Kein Sexismus im Spiel

Dass es nur Männer sind, sei kein Sexismus der Jury, betonte Michael Memmel, der Leiter der Bamberger FT-Lokalredaktion, beim Ehrungsabend im Tagungsraum der Mediengruppe Oberfranken (MGO). Vielmehr beweise es, dass jede Bewerbung einzeln geprüft wird. Außerdem sei vor genau einem Jahr noch ein "klarer 4:2-Sieg für die Frauen zu verbuchen" gewesen. Da Stadt und MGO erst kürzlich den Vertrag zur Bürgernadel um drei Jahre verlängert haben, sollte sichergestellt sein, dass noch viele Frauen gewürdigt werden.

Neben Starke und Memmel hielten am Donnerstag auch Matthias Neller (Arbeitsgemeinschaft der Bamberger Bürgervereine) sowie die Stadträte Besaret Penzkofer (GAL), Helmut Müller (CSU) und Klaus Stieringer (SPD) die Laudationes.

Die Geehrten und ihre Leistungen

Georg Eckenweber (58 Jahre, Bamberg ): Aus dem Gärtner- und Häckermuseums ist er nicht wegzudenken. Georg Eckenweber übernimmt viele Aufgaben und Termine für die Einrichtung und glänzt immer wieder durch außerordentlichen technischen Sachverstand und Ideenreichtum bei der Lösungssuche. Der Betrieb des Freigeländes würde ohne sein Wissen und Können nicht funktionieren. Der Bamberger zieht Vorkulturen, präsentiert historische Kulturpflanzen-Sortimente und leitet die tägliche Pflege und Bewässerung der Pflegegruppe gärtnerischer Laien. Zudem ist er Ideenquelle und Exponatbeschaffer für das Museum. Auch im Oberen Gärtnerverein und im Beregnungsverband Bamberg-Süd ist er ehrenamtlich aktiv.

Peter Geier (69 Jahre, Bischberg ): Dem Erhalt und der Belebung der Altenburg hat sich nicht nur der 1818 gegründete Altenburgverein verschrieben. Auch Peter Geier hat dafür viele Stunden in seiner Freizeit geopfert. Seit 31 Jahren ist er im Vorstand des Vereins tätig und wirkte jahrelang als Erster und seit 2008 als Zweiter Schatzmeister. In dieser Zeit fanden zahlreiche Veränderungen und Investitionen statt. So wurde die Altenburg unter seinem Mitwirken in den letzten Jahrzehnten für über 3 Millionen Euro saniert. Der Verein stemmte diese Summe aus Zuschüssen, Förderungen, Spenden und Eigenmitteln. Dies erforderte vor allem von dem Schatzmeister einen erheblichen Zeit- und Arbeitseinsatz. Otmar Lang (81 Jahre, Bamberg ): Seit 40 Jahren, also sein halbes Leben, ist Otmar Lang für den Bürgerverein Süd-West ehrenamtlich tätig. 38 Jahre hatte er ein offizielles Amt inne und zwölf Jahre lang war er Vorsitzender des Bürgervereins. In diese Zeit fiel unter anderem die Erweiterung von Süd-West um das "Usselmann-Gelände" im Jahr 2001, Jubiläumsveranstaltungen des Bürgervereins, das Thema Busanbindung oder Stadtteilplanung. All dies hat der Bamberger maßgeblich mitgeprägt. Auch war ihm neben der Ordnung und Sauberkeit auch die Sicherheit im Stadtteil immer ein großes Anliegen. Erst Anfang April 2019 schied Lang auf eigenen Wunsch hin aus dem aktiven Kreis des Bürgervereins aus. Ulrich Meyer (75 Jahre, Bamberg): Als "ehrenamtlicher Großvater" unterstützt er sozial benachteiligte Kinder. Begonnen hat das vor zehn Jahren, als Ulrich Meyer sich entschieden hat, bei den Bamberger Lesefreunden mitzuhelfen. Seitdem besucht er Hort- und Kindergartenkinder zweimal wöchentlich zur Sprach- und Leseförderung. Bei dieser Gelegenheit lernte er auch seine beiden "Ehrenamts-Enkelkinder" kennen. Seit vier Jahren engagiert sich Ulrich Meyer auch als Integrationspate und Integrationslotse und betreut gemeinsam mit seiner Frau Marianne ausländische Familien mit rudimentären Deutschkenntnissen u. a. bei Behördengängen. Zudem gibt er zwei syrischen Flüchtlingen auch noch Sprachunterricht.

Gerd Scheidel (76 Jahre, Hallstadt): Beim Treffpunkt "Menschen in Not" leistet Gerd Scheidel großartige Arbeit. In der Wärmestube mit integrierter Beratungsstelle wurden im Jahr 2018 rund 8000 warme Mahlzeiten verteilt und 17 000 Besucher gezählt, vor allem Wohnungslose, Strafentlassene und von Armut betroffene Menschen. Der Hallstadter arbeitet seit vielen Jahren einmal wöchentlich in der Wärmestube. Er ist für viele Gäste ein wichtiger Gesprächspartner, gerade weil er schon so lange in der Einrichtung tätig ist und viele sehr lange kennt. Zudem kümmert er sich um den Garten im Innenhof des Treffpunkts, engagiert sich in der Ehrenamtsgruppe "Mt 25" der Wärmestube und verwaltet deren Finanzen. Michael Schmitt (35 Jahre, Bamberg): Seit über 15 Jahren engagiert sich der jüngste Geehrte in herausragender Weise. Bereits im Jahr 2005 war Michael Schmitt Mitbegründer von AStA e.V. und "kontakt - das Kulturfestival" mit dem Ziel, Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft zusammenzubringen und Gemeinschaft zu stiften. Er beteiligt sich aktiv an der Stadtentwicklung, in dem er als Initiator, Multiplikator und Berater an Foren, Symposien und Fachgesprächen in Bamberg teilnimmt. Seine ehrenamtliche Tätigkeit erstreckt sich auf mehrere Hundert Stunden pro Jahr, trotzdem findet Schmitt noch die Zeit, sich in seinem Wohnviertel einzubringen und zum Beispiel ein Nachbarschaftsfest zu initiieren.

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