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Kommunalwahl

Bamberg: Welche kleinen Kandidaten sich bereits für die Stichwahl positionieren

Das breite Kandidatenfeld bei der Wahl zum Oberbürgermeister hat diesem Urnengang einen Stempel aufgedrückt. Immerhin 17,6 Prozent der Wählerstimmen sind auf die sieben Kandidaten auf den hinteren Rängen verteilt.
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Daniela Reinfelder feierte ihr Wahlergebnis. Privat
Daniela Reinfelder feierte ihr Wahlergebnis. Privat

Mit 6,9 Prozent hat es Ursula Redler (BA) unangefochten auf den vierten Platz geschafft. Zufrieden ist sie damit nicht, wie sie sagt: "Ich hätte gerne zehn Prozent erreicht." Im stark zersplitterten bürgerlichen Lager haben ihre sieben Prozent dennoch Gewicht, was die spannende Kür der beiden Stichwahlbewerber angeht. Sieht sie sich selbst deshalb in der Rolle als Zünglein an der Waage? "Natürlich hat das Ergebnis etwas mit mir zu tun, natürlich auch das nicht so starke Ergebnis des Herrn Starke", antwortet Redler. "Es ist eine Zersplitterung eingetreten, die man hätte verhindern müssen, das wäre Aufgabe der CSU als größte Partei hinter dem OB gewesen. Das hat sie nicht geschafft."

In kleiner Runde hat die Staatsanwältin den Wahlausgang verfolgt und besprochen. Insgesamt sei sie nicht überrascht, dennoch: "Ich finde das Ergebnis nicht gut für die Stadt." Eine Empfehlung für die Stichwahl will sie am Wahlabend noch nicht abgeben. Zunächst gelte es, die Stadtratswahl zu analysieren.

Eindeutige Empfehlungen

Schnell und eindeutig positioniert sich dagegen Daniela Reinfelder (BuB), was die Stichwahl angeht. Ihre Wahlempfehlung: "Auf jeden Fall für Andreas Starke!" Und auch was künftige Koalitionen angeht, ist ihre Haltung klar: "Rot-Grün ist keine Lösung für Bamberg." Über ihr eigenes Abschneiden freut sich Reinfelder: "Die Stimmung ist hervorragend, ich bin sehr zufrieden. Von Null auf 2,5 Prozent!", ruft sie ins Telefon - den Wahlausgang hat sie bei einem "kleinen Mädelsabend" gefeiert.

Zufrieden zeigt sich auch Claudia John, die 2,2 Prozent erreicht hat, aber auf eine Party verzichtet. "Ich hatte ja nichts zu verlieren." Die Freie Wählerin wertet es als positiv, dass die Wahlbeteiligung in Bamberg trotz der Corona-Krise mit 55,5 Prozent um acht Prozent höher lag, als bei der letzten OB-Wahl. "Es war ein enges Rennen zwischen Lange und Glüsenkamp" - eine Wahlempfehlung für die Stichwahl will John nicht abgeben. Die Freien Wähler seien in dieser Hinsicht traditionell "sachthemenorientiert" - sie wolle sich dazu erst mit ihren Mitstreitern absprechen.

Gewohnt satirisch fällt die Wahlanalyse von Fabian Dörner aus, der es für die Partei immerhin auf Platz sieben geschafft hat: "Ich bin sehr zufrieden. Ich habe einen ganz klaren Regierungsauftrag bekommen, von immerhin zwei Prozent der Wähler. Den werde ich auch annehmen und durchsetzen", sagt Dörner. "Ich denke, dass die Kandidaten, die weniger Stimmen als ich bekommen haben, sich genau überlegen sollten, woran das liegt", mahnt der Satiriker auf seiner wegen Corona nur mit drei Personen besetzten Wahlparty.

Keine Feier, aber eine eindeutige persönliche Empfehlung gibt es bei Martin Pöhner: Der FDP-Kandidat unterstützt Andreas Starke (SPD): "Er hat als Amtsinhaber außer beim Thema Muna keine großen Fehler gemacht." Für Pöhner zeige der Urnengang außerdem, dass "die Mehrheit der Bamberger keine radikale grüne Politik haben möchte". So gebe es eine klare Mehrheit "dafür, dass es weiterhin eine pragmatische Politik geben soll". Pöhner würde diese am liebsten mit einer starken FDP im Stadtrat mitgestalten. Der Stadtrat macht auch keinen Hehl daraus, nur als OB-Kandidat angetreten zu sein, um mit der FDP in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Das sei gelungen.

Um Aufmerksamkeit für die Partei Volt ging es auch Hans-Günter Brünker, der sein Ergebnis von 1,5 Prozent "für das erste Mal sehr respektabel" findet. Die spannendere Frage sei für ihn nun, ob es Volt in den Stadtrat geschafft hat. Erst wenn das geklärt sei, kann und will er eine Wahlempfehlung abgeben.

Weder einen Favoriten für die Stichwahl, noch eine Analyse will Thomas Kellermann am Wahlabend nennen. Auf einer lauten Wahlparty will der Kandidat von Bambergs Mitte auch zu seinem einen Prozent nicht viel sagen, nur: "Ich bin enttäuscht, dass Bamberg nicht mitdenkt."

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