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Bamberg: Politiker entschuldigt sich für Plakatspruch - Kreisverband reagiert

"Bamberg uns Bambergern": Der Lokalpolitiker Michael Kalb (CSU) bediente sich bei seinem Wahlslogan ungewollt bei einem belasteten Spruch aus der Geschichte. Doch die Wahl war alles andere als glücklich.
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Ein Spruch auf einem Wahlplakat der Bamberger CSU hat für Aufregung gesorgt. Foto: Tobias Greifenberg
Ein Spruch auf einem Wahlplakat der Bamberger CSU hat für Aufregung gesorgt. Foto: Tobias Greifenberg

Ein Plakat des Bamberger Stadtratskandidaten Michael Kalb hat für Aufruhr gesorgt. Nach wütenden Reaktionen auf den Spruch "Bamberg uns Bambergern" reagierten Kandidat sowie der Kreisverband der CSU (wir berichteten). Wir hatten zunächst berichtet, dass sich der CSU-Kreisverband Bamberg nicht zu den Ereignissen äußern wollte. Hierzu stellt die Redaktion folgendes richtig:

Der CSU-Kreisvorsitzende Christian Lange ist von der Redaktion nicht für eine mögliche Auskunft kontaktiert worden - obwohl er, so Lange im Gespräch mit inFranken.de, erreichbar gewesen wäre und sich auch geäußert hätte. Lange erklärte, dass man sofort und entschieden auf die Kritik reagiert habe. Er legt Wert auf die Feststellung, dass der CSU-Kreisverband sich von jedem rechtsextremen Gedankengut distanziere. Noch am selben Tag, als die Kritik aufkam, kommentierte der Kreisverband auf der eigenen Facebookseite: "Aus den vielen Reaktionen (in Sozialen Medien Anm. d. Redaktion) ist deutlich geworden, dass dieser Slogan missverstanden werden kann." Michael Kalb habe den Slogan überklebt und sich persönlich - wie auch der CSU-Kreisverband - entschuldigt.

Der Bamberger CSU-Stadtrat Michael Kalb sorgte in der vergangenen Woche mit seinem Wahlplakat für großes Aufsehen. Er hatte seinen Aushang in großen Lettern mit den Worten versehen: "Bamberg uns Bambergern". Das war zahlreichen potenziellen Wählern ein Dorn im Auge, ist diese Art der Rhetorik doch aus der Zeit des Nationalsozialismus bekannt.

Mit dem Slogan "Deutschland den Deutschen", warb seit dem Ende des ersten Weltkrieges der sogenannte "Deutsche Schutz und Trutz Bund". Seither werden verschiedenste Referenzen des Spruchs immer wieder verwendet um entweder rassistische oder antisemitische Aussagen zu untermauern.

Etwas, über das sich der CSU-Stadtrat Kalb laut eigenen Angaben nicht im Klaren war. "Eine Nähe zu rechtsextremen Gedankengut war von mir niemals beabsichtigt", erklärt der 54-Jährige.

Außerdem entschuldigt sich der Lokalpolitiker für seinen unglücklich gewählten Wahlwerbespruch.

"Als ich über die Kritik in den Social Media erfahren habe, haben die CSU und ich sofort reagiert und den Slogan auf den Plakaten überklebt", schildert er.

Der Politiker selbst wollte mit "Bamberg uns Bambergern" vermitteln, dass die Bürger wieder "über die Zukunft in unserer Stadt mitentscheiden sollen", so seine Formulierung.

Die Kritik sei jedoch bei ihm angekommen und er bemühe sich um einen schnellen Austausch des Wahlwerbespruchs. Zukünftig soll auf den Plakaten "Die Stimme der Bamberger" zu lesen sein.

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