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Porträt

Bamberg-Ost bekommt eine neue Stimme im Bamberger Stadtrat

Andreas Dechant sitzt ab Ende November neu für die CSU im Bamberger Stadtrat. Für was sich der frühere Kripo-Staatsschutzchef dann einsetzen will.
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CSU-Fraktionschef Helmut Müller (rechts) freut sich, dass   Andreas Dechant Ende November die Christsozialen im Stadtrat verstärkt. Das neue Mitglied   sei für die Fraktion enorm wichtig,   endlich sitze dann  wieder ein CSU-Vertreter aus dem Bamberg Osten im Gremium. Ronald Rinklef
CSU-Fraktionschef Helmut Müller (rechts) freut sich, dass Andreas Dechant Ende November die Christsozialen im Stadtrat verstärkt. Das neue Mitglied sei für die Fraktion enorm wichtig, endlich sitze dann wieder ein CSU-Vertreter aus dem Bamberg Osten im Gremium. Ronald Rinklef

IWenn ein Bundesminister, die Kanzlerin oder gar der Bundespräsident in den vergangenen Jahren nach Bamberg kamen, war Andreas Dechant immer ganz nah dran. Als Personenschützer mit Ortskenntnis unterstützte der waschechte Bamberger die Sicherheitsleute der hochrangigen Politiker bei den Besuchen.

Sicherheit ist auch das Thema, für das Andreas Dechant steht: Über 42 Jahre war er im Polizeidienst, seit Sommer ist der inzwischen 61-Jährige im Ruhestand. Er rückt nun Ende November für seinen aus beruflichen Gründen scheidenden Kollegen Stefan Hipelius in den Bamberger Stadtrat nach.

Seit 20 Jahren ist Dechant inzwischen Mitglied in der CSU, weil auch die Partei sich sein berufliches Thema auf ihre Fahnen geschrieben hat: "Sicherheit ist eine der Lebensgrundlagen", stellt Dechant im Gespräch mit unserer Redaktion fest.

Extremistische Kräfte bekämpft

Zunächst war Dechant lange Jahre im Fahndungs- und Ermittlungsdienst der Polizeidirektion in Bamberg. Ab 2000 dann bei der Kriminalpolizei, wo er auch die Leitung für den Bereich Staatsschutz übernahm. In der Zeit war Dechant nicht nur für den Personenschutz zuständig. Sondern vor allem auch für die Bekämpfung von extremistischen Kräften. So sei er nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York im Jahr 2001 mit Spurenabklärungen befasst gewesen. 2008 und 2010 erlebte Dechant auch die beiden NPD-Parteitage in Bamberg.

So eng seine Vita mit der Polizei verknüpft ist, so eng ist sie es auch mit den Gärtnern. Denn Dechant stammt aus einer Gärtnerfamilie. Er ist im Bamberger Norden in der Siechenstraße aufgewachsen, war in St. Otto Ministrant und hat 22 Jahre lang bei der kleinen und großen Fronleichnamsprozession geholfen, das Fünf-Wunden-Bild durch die Straßen zu tragen. Außerdem ist er im Vorstand des Gärtner- und Häckermuseums aktiv. Aus seiner Verwandtschaft sitzt auch der Gärtner Pankraz Deuber für die CSU im Stadtrat.

Seit 1980 in Bamberg-Ost

Dechant, der seit 40 Jahren verheiratet ist und zwei erwachsene Töchter und fünf Enkel hat, setzt sich aber nicht nur für den Bamberger Norden ein, sondern auch für den Stadtteil Ost. Dort lebt er seit 1980, dort ist er auch im Bürgerverein engagiert. Mit seinem alten Traktor Baujahr 1956, für den er sich neben Motorrädern begeistert, fährt er auch den Kerwasbaum von der Heinrichskirche zum Festplatz.

"Der Bamberger Osten ist ein Stadtteil, der etwas stiefmütterlich behandelt wird", sagt Dechant. Das wolle er nun im Stadtrat ändern. "Bamberg-Ost soll lebenswert für den Bürger bleiben."

Konkret setzt er sich für den Festplatz in der ehemaligen Lagarde-Kaserne an der Weißenburgstraße ein. Auch pocht Dechant darauf, dass die Vereinbarungen zum Ankerzentrum Oberfranken eingehalten werden: "Wichtig ist, dass es wie abgesprochen 2025 schließt." Beim Mammutprojekt ICE-Ausbau müsse außerdem während der Bauzeit die Durchgängigkeit von Ost nach West gewährleistet bleiben.

Freude beim Fraktionschef

Dass Andreas Dechant nun in den Stadtrat aufrückt, freut Fraktionschef Helmut Müller besonders: "Wir kennen uns schon seit Jahrzehnten, ich halte persönlich große Stücke auf ihn." Dechant sei ein wertvolles Mitglied für die Fraktion. Vor allem sitze dann endlich wieder ein Vertreter aus dem bevölkerungsreichen Stadtteil im Osten für die CSU im Stadtrat, das sei enorm wichtig.

Dechant hatte bereits bei den Kommunalwahlen 2002 und dann 2014 gute Stimmergebnisse erzielt. Als er gefragt worden sei, ob er nun in das Gremium für Stefan Hipelius nachrücken wolle, habe er sich "unwahrscheinlich gefreut".

Er habe jede Menge Zuspruch dafür bekommen. "Auch in der Familie sind alle hellauf begeistert." Sogar sein elfjähriger Enkel habe ihm am Telefon gesagt: "Opa, das machst du!"

Am 28. November wird Dechant im Stadtrat vereidigt.

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