Bamberg
Mitteilung der Staatsanwaltschaft

Als Zeuge in Haft: Robin F. ist nun frei - Chatprotokolle belasten Zeugen

Gut eine Woche saß der Zeuge Robin F. in Untersuchungshaft, weil ihm die Staatsanwaltschaft uneidliche Falschaussage vorwirft.
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Eine Woche lang saß Robin F. in Haft, nachdem er als Zeuge im Prozess um eine Auseinandersetzung in der Sandstraße in Bamberg ausgesagt hatte. Nun ist er frei. Foto: Ronald Rinklef
Eine Woche lang saß Robin F. in Haft, nachdem er als Zeuge im Prozess um eine Auseinandersetzung in der Sandstraße in Bamberg ausgesagt hatte. Nun ist er frei. Foto: Ronald Rinklef

Die Staatsanwaltschaft Bamberg hat am Donnerstag beim Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Bamberg beantragt, den Haftbefehl gegen den Zeugen Robin F. wegen falscher uneidlicher Aussage und versuchter Strafvereitelung gegen strenge Auflagen und Weisungen, insbesondere einem Kontaktverbot zu anderen Zeugen und Tatbeteiligten, außer Vollzug zu setzen.

Laut einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Bamberg diesem Antrag entsprochen. Die Entlassung des Zeugen aus der Untersuchungshaft wurde heute angeordnet.

Beweisaufnahme dauert länger

Das Ermittlungsverfahren gegen Robin F. wird aber wegen des weiterhin vorliegenden Tatverdachtes fortgeführt. Der Zeuge befand sich seit dem 14. Februar in Untersuchungshaft.

Entscheidend für den Antrag der Staatsanwaltschaft sei gewesen, dass die Beweisaufnahme in dem Strafverfahren vor der Zweiten Strafkammer des Landgerichts Bamberg gegen die beiden Angeklagten wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung voraussichtlich erst am 11. bzw. 13. März fortgesetzt werden kann.

Außerdem sei die zuletzt am 20.02.2019 durchgeführte Beweisaufnahme bereits sehr weit fortgeschritten und den fortbestehenden Haftgründen, insbesondere der Verdunkelungsgefahr, könne "unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit durch entsprechende Auflagen und Weisungen begegnet werden."

In dem Prozess wurden auch weitere Zeugen verhaftet - zuletzt eine junge Frau. Robin F.s Mutter war schockiert, dass ihr Sohn in Haft saß. Sie nannte die Festnahme "skandalös" und kämpfte um seine Freilassung.

Auch die anderen inhaftierten Zeugen sind mittlerweile frei. So wurde der Haftbeschwerde der am dritten Verhandlungstag Verhafteten stattgegeben. Die am Mittwoch verhaftete 21-Jährige soll hingegen beim Ermittlungsrichter ihre Aussage verändert haben. Die Staatsanwaltschaft wertet das laut Oberstaatsanwalt Matthias Bachmann als "Teilgeständnis", gegen sie lägen nun keine Haftgründe mehr vor.

Allerdings laufen gegen alle Zeugen die Ermittlungen wegen falscher uneidlicher Aussage und versuchter Strafvereitelung weiter. Denn offensichtlich hat die Staatsanwaltschaft Beweise, die zumindest einige der Zeugen schwer belasten: "Uns liegen Informationen aus Whatsapp-Verkehren vor, in denen sich Zeugen der körperlichen Auseinandersetzung in der Bamberger Sandstraße am 30. Juli 2017 vor ihrer Aussage im Strafverfahren gegen zwei Tatverdächtige abgesprochen haben, was vor Gericht gesagt werden sollte und was besser nicht", erklärt dazu Bachmann. "Einige Zeugen kannten nachweislich den wegen Körperverletzung und versuchten Totschlags angeklagten Tom Z., darunter auch die Bekannte, mit der Robin F. aus Kiel an besagtem Abend unterwegs gewesen ist."

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