Bamberg

Bamberg ist fröhlich bunt

Am Samstag werden beim "Fest der Vielfalt" auf dem Maxplatz die Kandidaten für den Migrations- und Integrationsbeirat vorgestellt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mohamed Hédi Addala präsentiert die Kandidatenliste für den MIB. Fotos: Marion Krüger-Hundrup
Mohamed Hédi Addala präsentiert die Kandidatenliste für den MIB. Fotos: Marion Krüger-Hundrup
+1 Bild
Mohamed Hédi Addala freut sich auf den 30. Juni. Denn auf dem Maxplatz steigt das "Fest der Vielfalt" mit einem reichen Programm aus internationaler Musik, Tanz, kulinarischen Genüssen und einer Feier, die die verschiedenen Religionen verbindet. "Wir wollen miteinander feiern, diskutieren, fröhlich sein. Das ist der kürzeste Weg zum Frieden in Bamberg", sagt Addala, Vorsitzender des Migranten- und Integrationsbeirates (MIB) der Stadt Bamberg.

Außerdem stellen sich die Kandidaten und Kandidatinnen vor, die in den MIB gewählt werden können. Der MIB wird nämlich neu aufgestellt. Bis zum 6. Juli können die ausländischen Einwohner die Wahlunterlagen entweder per Post schicken oder persönlich in die Urnen im Rathaus am Maxplatz oder im Rathaus Geyerswörth (Zimmer 11) einwerfen. Oder das "Fest der Vielfalt" dafür nutzen, an dem eine Wahlurne bereitsteht.

"Wir haben 7500 Wahlbriefe an mindestens 18 Jahre alte Migranten verschickt", berichtet Addala. Sie vertreten 116 Nationen, die Bamberg bunt machen. Von Afghanistan bis Weißrussland sind Staatsangehörige vertreten, darunter aus so vermeintlich exotischen Staaten wie Bhutan, Gambia,
Kambodscha, Mongolei, Panama, Seychellen oder Uruguay. Auch die Kandidatenliste für den MIB spiegelt das breite Nationenspektrum wieder: 35 Männer und Frauen aus China, Frankreich, Irak,Italien, Syrien oder der Türkei haben sich bereiterklärt, mitzumachen.

"Wir haben genügend Kandidaten für die 22 Sitze, die zu vergeben sind", erklärt der gebürtige Tunesier Addala, der ebenfalls wieder auf der Liste steht. Lediglich vier Sitze bleiben aufgrund fehlender Wahlvorschläge vorläufig unbesetzt: die für Eritrea, Georgien, Polen und Serbien. Addala: "Die können nach der Vereidigung des MIB nachberufen werden, wenn der Stadtrat zustimmt."

Einer der Kandidaten ist Florim Gashi aus dem Kosovo. Der 42-jährige Koch mit albanischen Wurzeln lebt seit 1992 in Bamberg: "Ich fühle mich hier sehr wohl, Bamberg ist mein Zuhause geworden, und ich möchte etwas von dem Guten zurückgeben, was ich bekommen habe", begründet Gashi seine Kandidatur. "Integration kann gelingen", weiß er aus eigener Erfahrung. Zumal er sich als Dolmetscher für Balkanflüchtlinge oder als Ombudsmann in der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) engagiert und obendrein Vorsitzender des Deutsch-Albanischen Kulturvereins "Dardania Bamberg" ist.

Florim Gashi appelliert an die Bamberger, mehr Vertrauen in die Flüchtlinge zu setzen und Geduld zu haben. Und sich nicht einschüchtern zu lassen. Er habe sich auch durchkämpfen müssen in einer zunächst fremden Umgebung, die damals noch nicht die vielen Hilfen für Flüchtlinge bereitgehalten habe, wie es diese heute gebe. Und der Kosovare sagt noch einmal: "Integration kann gelingen."

Das "Fest der Vielfalt" beginnt um 10 Uhr und endet um 16 Uhr mit einer multireligiösen Feier, die der Förderverein "Zelt der Religionen" gestaltet. Um 13 Uhr werden Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD) für die Stadt Bamberg und Mohamed Hédi Addala für den MIB Grußworte sprechen. Danach stellen sich die Kandidaten vor, ebenfalls um 14.45 Uhr und um 15.40 Uhr.
Verwandte Artikel

Kommentare (1)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren