Bamberg
Jubiläum

Bamberg in historischen Filmen

Vor 50 Jahren wurde der Film & Video Club Bamberg gegründet. Am Samstag, 25. Mai, feiert der Verein in der VHS mit Kostproben aus dem Filmarchiv.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ferdinand Jositsch (links) und Reinhold Pflaum filmen sich zum Spaß gegenseitig.  Fotos: Marion Krüger-Hundrup
Ferdinand Jositsch (links) und Reinhold Pflaum filmen sich zum Spaß gegenseitig. Fotos: Marion Krüger-Hundrup
+1 Bild

Ferdinand Jositsch ist eigentlich nur Amateurfilmer. Doch was der agile 82-Jährige mit seinen inzwischen 18 (!) Kameras im Laufe der Jahrzehnte gefilmt hat, verdient das Prädikat Profiarbeit. Eine Kostprobe seines Könnens zeigt Jositsch am Samstag, 25. Mai, in der Volkshochschule im Alten E-Werk, wenn der Film & Video Club Bamberg e.V. um 17 Uhr zum Festakt einlädt: Vor 50 Jahren wurde der Club unter dem Namen "Bamberger-Filmamateure 1969" ins Leben gerufen, 1977 beim Vereinsregister in "Filmclub Bamberg e.V." abgeändert.

Ferdinand Jositsch war 1969 bei der Gründung dabei und wurde gleich in den Vorstand gewählt. Schon 1965 gab es in der VHS, die unter der Leitung von Robert Dubois im Alten Rathaus beheimatet war, ein Seminar für die grundlegende Erstellung von Schmalfilmen. "Daraus erwuchs der Wunsch nach einem eigenen Club", erinnert sich Gründungsmitglied Jositsch. Und so hätten sich die ersten neun Hobbyfilmer auch zusammengeschlossen. Club-Lokal sei der "Roter Ochse" in der Königstraße geworden.

So wie sich die Technik des Filmschaffens in den vergangenen fünf Jahrzehnten veränderte, stieg auch die Zahl der Clubmitglieder. Es begann mit Normal 8 und Super 8 zu Bandmaterial, Video 8, Hi 8, DV bis hin zur heutigen digitalen Chiptechnologie. "Schmalfilmen war Risikoarbeit: Kommt etwas Gutes dabei heraus? Stimmt die Belichtung?", erklärt Jositsch den Unterschied zur neuzeitigen Filmerei mit der problemlosen Digitalkamera.

Vom Filmen infiziert

Im Jahr 2019 gehören 56 Filmfreaks zum Club-Verein. Reinhold Pflaum ist Erster Vorsitzender, selbst seit vielen Jahren vom Filmen infiziert. "Wir machen selber Filme, schauen uns keine gekauften an", nennt Pflaum die Aufgabe des Vereins, der derzeit im "Tambosi" an der Promenade sein Clublokal unterhält. Hauptthema der bislang Hunderten gedrehten Filme sei Bamberg. Da treffe ein "historisch wertvoll" sicher zu, wenn nachzuschauen sei, wie "Busse durch das Alte Rathaus fahren oder die Fronleichnamsprozession 1976 durchgeführt wurde", so der Vereinsvorsitzende. Im Stadtarchiv lagern die meisten dieser Dokumentationen, die für geschichtsbewusste Bamberger eine Entdeckung sind.

Die Club-Mitglieder bannen aber nicht nur Bamberg-Motive auf Chips. Sie sind auch reiselustig und bringen von ihren Touren durch die Welt Filmberichte mit. Natürlich mit Tonaufnahmen, die früher noch nicht möglich waren. Statt Leinwand und Projektor genügen mittlerweile ein USB-Stick und Laptop, um die Filme zeigen zu können. Etliche sind so gelungen, dass sie bei internationalen sowie bundes- und landesweiten Amateur-Filmfestspielen Preise eingeheimst haben.

Stolz auf Ehrenurkunde

Besonders stolz ist Reinhold Pflaum auf die Ehren-Urkunde, die Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) dem Film & Videoclub als Dank "für die herausragende Leistung zur Landesgartenschau 2012 in Bamberg" ausgestellt hatte. Ein halbes Jahr lang entstanden wöchentlich Filmbeiträge über das Ereignis, die in der Geschäftsstelle der Landesgartenschau abgegeben und hochgeladen wurden.

Ferdinand Jositsch hat erst kürzlich seinem Sohn zu dessen 52. Geburtstag einen 30-Minuten-Film geschenkt mit Aufnahmen aus der Baby- und Kleinkinderzeit: "Vom Abholen im alten Krankenhaus bis zum dritten Lebensjahr", erzählt Jositsch von seinem letzten Werk. Reinhold Pflaum führt die diesjährige Prunksitzung der "Ritter vom Hahn" in Trunstadt an, die er mit sieben Kameras gleichzeitig gefilmt hat: "fünf fest installiert und zwei Handkameras", löst Pflaum das Rätsel.

Der Vereinsvorsitzende wünscht sich natürlich auch neue Interessenten, die sich für den Filmclub begeistern könnten. Reinhold Pflaum stellt theoretische und praktische Hilfestellung in Aussicht, Tipps für die Bearbeitung von Filmen am Computer, für die rechtliche Absicherung beim Nutzen von Musik und vieles mehr.

Ferdinand Jositsch lobt vor allem auch das freundschaftliche Miteinander im Club: "Die 50 Jahre zeigen, dass wir zusammenhalten!" Er freut sich auf die Feierstunden am Samstag, zu denen neben weiteren Bamberger Persönlichkeiten Andreas Starke kommen will. Nicht nur der OB dürfte die Kurzfilme aus alten Bamberger Zeiten genießen: Der Festakt ist offen für jeden.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren