Bamberg
Feierstunde

Bamberg hat neue "Helden"

Die Adalbert-Raps-Stiftung hat zwölf neue "Helden der Heimat Oberfranken" mit insgesamt 78 000 Euro prämiert.
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Die Preisträger aus Stadt und Landkreis Bamberg mit Bürgermeister Wolfgang Metzner (rechts) als einer der Ehrengäste. Vom zweitplatzierten Verein "Franz KAfkA - Theaterprojekt für benachteiligte Jugendliche" konnte niemand an dem Festakt teilnehmen.  Foto: Marion Krüger-Hundrup
Die Preisträger aus Stadt und Landkreis Bamberg mit Bürgermeister Wolfgang Metzner (rechts) als einer der Ehrengäste. Vom zweitplatzierten Verein "Franz KAfkA - Theaterprojekt für benachteiligte Jugendliche" konnte niemand an dem Festakt teilnehmen. Foto: Marion Krüger-Hundrup
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Die Spannung war im voll besetzten Spiegelsaal der Harmonie greifbar. Bis zu Beginn der Feierstunden am Samstagabend wusste niemand der über 200 eingeladenen Gäste, wer als prämierter "Held der Heimat Oberfranken" nach Hause gehen darf. Top secret war die Namensliste, die die Adalbert-Raps-Stiftung nach dem Wettbewerb um diesen Titel zusammengestellt hatte. Aus 85 Bewerberprojekten wählte in einem monatelangen Verfahren eine sechsköpfige Jury die elf Gewinner in drei Kategorien aus. In einem Online-Voting konnte zusätzlich der Publikums-Liebling bestimmt werden. Am Schluss war Oberfranken also um zwölf neue Helden reicher. Und die wiederum konnten sich über insgesamt 78 000 Euro Preisgeld freuen.

Helden "auch ohne Preis"

Moderiert wurde der Abend zu Ehren des sozialen Engagements vom vorsitzenden Stiftungsvorstand Frank Alexander Kühne und Teamleiterin Yola Klingel. In seinen Begrüßungsworten nannte Kühne die Begriffe "Held" und "Heimat" als durchaus zeitgemäße: "Ja, wir sollten sie nicht kapern lassen, sondern beanspruchen! Heimat ist kein Kampfbegriff, sondern ein Ort tiefen Vertrauens." Und alle anwesenden Gäste seien "auch ohne Preis" Helden, weil sie jeden Tag mit Herz, Verstand und Tatkraft Außergewöhnliches für andere Menschen leisten. "Danke, dass Sie die Gesellschaft zusammenhalten!", rief Kühne den Projektvertretern zu.

Nach kurzen Filmsequenzen und Interviews mit den Preisträgern des ersten Wettbewerbs 2017 wurde endlich das Geheimnis um die neuen Helden Oberfrankens gelüftet. In den Kategorien "Mobilitätshelden" und "Zukunftshelden" gab es jeweils Plätze von eins bis drei. Als großes Überraschungsmoment entpuppte sich die Siegerehrung der Gewinner in der Kategorie "Begegnungshelden": Aufgrund von Punktegleichstand durften sich nicht nur die geplanten drei, sondern gleich fünf Projekte über eine Auszeichnung und die damit verbundenen Preisgelder freuen. Den Publikumspreis - 8000 Euro - heimste der Verein "Das Benefizprojekt Kulmbach - Musik verbindet!" ein.

Für die Stadt und den Landkreis Bamberg gibt es fünf ausgezeichnete Helden. Ein erster Platz ging an die "Memmelsdorfer Seniorenrikscha" des Seniorenzentrums Seehofblick sowie an "Lui20 - Räume für interkulturelle Begegnungen" des Vereins Freund statt fremd und an die "Kulturtafel Bamberg" des Diakonischen Werkes Bamberg-Forchheim und des Evangelisch-Lutherischen Dekanates Bamberg. Die Erstplatzierten konnten sich jeweils über 10 000 freuen. Einen zweiten Platz belegte der "Verein Franz KAfkA - Theaterprojekt für benachteiligte Jugendliche" und die "Aktion Bamberg inklusiv" der Lebenshilfe Bamberg. Das Preisgeld: jeweils 5000 Euro.

Ehrenamtliche gesucht

Als einziger Gewinner hatte die "Aktion Bamberg inklusiv" zur Preisverleihung jemanden mitgebracht, für den sich diese Initiative einsetzt. Der Sozialpädagoge Max Hümpfer von der Lebenshilfe und ein älterer Mann mit Behinderung nahmen die Auszeichnung entgegen. "Ehrenamtliche begleiten unsere Menschen zu Freizeitaktivitäten wie zum Beispiel Sport in Vereinen", beschrieb Max Hümpfer gegenüber unserer Zeitung dieses Inklusions-Projekt. Sein Begleiter erzählte, dass er mit Begleitung in die Volkshochschule gehe und das Malen lerne. Auch singe er gerne und nehme am Seniorentanz teil. "Wir brauchen noch Ehrenamtliche", warb Sozialpädagoge Hümpfer um weitere Helfer.

Seit 40 Jahren unterstützt die Adalbert-Raps-Stiftung mit Sitz in Kulmbach Menschen aus ganz Oberfranken - sei es im Bereich der Senioren- oder Jugendarbeit oder in anderen sozialen Bedarfslagen.

Vorsitzender Stiftungsvorstand Frank Alexander Kühne führte als zentrales Anliegen der Stiftung an, soziales Engagement zu fördern, das gezielt, effektiv und messbar nachhaltig ist. Zu dieser Förderung gehöre eben auch der Wettbewerb "Helden der Heimat".

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