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Bamberg
Verstoß gegen Ausgangsbeschränkungen

Fünfte "Corona-Party" innerhalb kurzer Zeit: 34-Jähriger aus Oberfranken wandert in den Knast

Weil er mehrfach gegen die Regelungen der derzeit geltenden Ausgangsbeschränkungen verstoßen hat, sitzt ein 34 Jahre alter Mann aus Bamberg nun im Gefängnis.
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«Warnschussarrest»
Verstoß gegen Ausgangsbeschränkungen: Nachdem ein 34-Jähriger innerhalb weniger Tage zum fünften Mal Gäste in seiner Wohnung empfangen hatte, nahmen ihn Polizisten schließlich in Gewahrsam. Symbolfoto: Peter Endig/dpa

34-Jähriger landet nach wiederholter "Corona-Party" in Gewahrsam - Polizei mit eindringlichem Appell an Unbelehrbare: Weil er wiederholt gegen die Regelungen der derzeit geltenden Ausgangsbeschränkung im Zusammenhang mit der Corona-Krise vertoßen hat, nahm die Polizei am Donnerstagabend (02.04.2020) einen 34 Jahre alten Mann aus Bamberg in Gewahrsam. Ein Richter am Amtsgericht bestätigte die Maßnahme und verlängerte sie bis zum 19. April 2020. Dies teilte die Polizei mit.

Die Beamten der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt wurden demnach innerhalb der vergangenen Woche vier Mal zu der Wohnung des Mannes im Stadtgebiet gerufen, weil dort offensichtlich sogenannte "Corona-Partys" stattfanden. Bei den jeweiligen Kontrollen stellten die Polizisten fest, dass der 34-jährige Bewohner immer wieder mehrere Bekannte zu sich nach Hause eingeladen hatte, um dort Alkohol zu konsumieren. Die Polizisten belehrten die Besucher und erteilten ihnen jeweils einen Platzverweis. Außerdem erhielten die wenig kooperativen "Partygänger" Bußgeldanzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz, wie die Polizei mitteilte.

Bamberger "Corona-Party"-Gastgeber in Polizeigewahrsam

Als die Polizeibeamten dann am Donnerstagabend, gegen 18.45 Uhr, erneut vier Bekannte in der Wohnung des 34-Jährigen antrafen, nahmen die Beamten den unbelehrbaren Bewohner zur Unterbindung weiterer Delikte in Polizeigewahrsam. Beim Amtsgericht führten die Beamten eine richterliche Entscheidung über diese Maßnahme herbei; der zuständige Richter bestätigte den Gewahrsam bis zum derzeitigen Ende der vorläufigen Ausgangsbeschränkung am 19. April 2020. Daraufhin lieferten die Polizisten den 34-Jährigen in eine Justizvollzugsanstalt ein, wo er laut Polizei "die nächste Zeit über sein Verhalten nachdenken kann".

Diese richterliche Entscheidung ist ganz im Sinne des oberfränkischen Polizeipräsidenten Alfons Schieder, wie die Polizei in ihrer Pressemitteilung betont. Der Polizeipräsident legt demach hohen Wert darauf, dass die kontrollierenden Einsatzkräfte grundsätzlich verständnisvoll und mit Augenmaß vorgehen - bei hartnäckiger Uneinsichtigkeit von Betroffenen aber auch mit der notwendigen Konsequenz handeln.

„Ich bin froh, dass der weit überwiegende Teil der oberfränkischen Bevölkerung ausgesprochen vernünftig ist und sich an die vorläufige Ausgangsbeschränkung hält, die nun seit zwei Wochen gilt“, betont Schieder mit Blick auf die Ernsthaftigkeit der derzeitigen Corona-Pandemie. Die Meisten bleiben zu Hause oder verlassen ihr Heim nur im Rahmen der festgelegten triftigen Gründe und beachten dabei die vorgegebenen Auflagen, wie beispielsweise die Einhaltung des Mindestabstandes von eineinhalb Metern bei einem Spaziergang an der frischen Luft ohne Gruppenbildung. „Diese Menschen zeigen für sich und ihre Mitbürger Verantwortung und dafür bin ich jedem einzelnen dankbar“, so der Polizeipräsident weiter.

Polizeipräsident: "Übernehmen Sie Verantwortung und retten Sie Menschenleben"

Gleichzeitig appelliert Schieder an die wenigen Menschen, die versuchen, sich über die Allgemeinverfügung hinwegzusetzen: „Beachten Sie die geltenden Verbote und Beschränkungen und reduzieren Sie Ihr tägliches Leben in der Öffentlichkeit auf das notwendige Minimum. Übernehmen auch Sie Verantwortung für sich und andere und retten Sie dadurch Menschenleben!“

Die seit Samstag, 21. März 2020, gültige vorläufige Ausgangsbeschränkung für den gesamten Freistaat Bayern ist unerlässlich, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Seit ihrem Inkrafttreten führte die Oberfränkische Polizei mit Unterstützung durch Einsatzkräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei bislang über 35.000 Kontrollen zur Durchsetzung der Beschränkungen im Regierungsbezirk durch. Die polizeilichen Maßnahmen umfassen insbesondere Überprüfungen von Personen, Einrichtungen, Ladengeschäften sowie der Gastronomie. Weiterhin gehen die Beamten auch Mitteilungen von Bürgern nach, die der Polizei mögliche Verstöße nach der Ausgangsbeschränkung anzeigen, berichtet die Polizei.

Uneinsichtigen drohen empfindliche Sanktionen: Die bislang in Oberfranken über 1000 geahndeten Verstöße gegen die Regelungen der Allgemeinverfügung werden von den Polizeibeamten als Ordnungswidrigkeiten an die zuständigen Kreisverwaltungsbehörden weitergeleitet. Darüber hinaus können bestimmte vorsätzliche Zuwiderhandlungen als Straftaten nach dem Infektionsschutzgesetz mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden.

Ein 27-jähriger Mann hat kürzlich ebenfalls mehrfach gegen die Ausgangsbeschränkungen, die aufgrund der Corona-Pandemie verhängt wurden, verstoßen. Jetzt sitzt er im Gefängnis.