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Asylverfahren in Ankerzentren dauern länger als am Anfang

Die Asylverfahren in den sogenannten Ankerzentren dauern länger als noch am Anfang. Das bestätigt die Bundesregierung auf Anfrage der Linken. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit lag im dritten Quartal des Jahres bei drei Monaten.
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Die Asylverfahren in den Ankerzentren dauern deutlich länger, als noch am Anfang. Das geht aus einer Anfrage der Linken an die Bundesregierung hervor. Foto: Ronald Rinklef
Die Asylverfahren in den Ankerzentren dauern deutlich länger, als noch am Anfang. Das geht aus einer Anfrage der Linken an die Bundesregierung hervor. Foto: Ronald Rinklef

Die Asylverfahren in den sogenannten Ankerzentren sind inzwischen nicht mehr so kurz wie nach der Eröffnung der ersten Einrichtungen im Sommer 2018. Das geht aus einer Anfrage der Linken an die Bundesregierung hervor, wie die dpa berichtet.

Bearbeitungszeit für Anträge in Ankerzentren bei drei Monaten

Die durchschnittliche Bearbeitungszeit für einen Antrag lag im zweiten Quartal dieses Jahres bei drei Monaten. Im ersten Quartal waren die Verfahren im Schnitt schon nach zwei Monaten abgeschlossen gewesen, 2018 lag der Durchschnittswert bei 1,3 Monaten.

Ursache für längere Verfahrensdauer soll die steigende Gesamtfallzahl sein

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte die längere Verfahrensdauer mit der gestiegenen Anzahl der Fälle, die in den Zentren bearbeitet werden. Er sagte: "Die Ursache für den Anstieg der durchschnittlichen Verfahrensdauer in den Anker-Einrichtungen sowie in den funktionsgleichen Einrichtungen kann auch darin begründet sein, dass mit steigender Gesamtfallzahl auch die Anzahl von spezifischen Fällen mit erhöhter Bearbeitungsdauer ansteigt" - etwa weil die Identitätsklärung viel Zeit in Anspruch nehme, medizinische Probleme auftauchten oder Anfragen an andere Behörden gestellt werden müssten. Insgesamt seien die Verfahren aber immer noch deutlich kürzer als die von Asylbewerbern, die anders untergebracht seien.

 

Durchschnittliche Bearbeitungsdauer für Asylanträge bei 4,5 Monaten

Unabhängig davon, wo die Fälle bearbeitet wurden, lag die durchschnittliche Bearbeitungsdauer für einen Asylantrag im zweiten Quartal dieses Jahres bundesweit bei 4,5 Monaten. Nicht berücksichtigt sind hier alte, komplizierte Verfahren, bei denen der Asylantrag bereits vor 2017 gestellt worden war.

Erste Ankerzentren entstanden in Bayern: Mittlerweile auch in anderen Bundesländern

Die ersten Ankerzentren entstanden im Sommer 2018 in Bamberg, Schweinfurt, Deggendorf, Donauwörth, Zirndorf, Regensburg und Manching. Mittlerweile gibt es solche oder ähnliche Einrichtungen nicht nur in Bayern. Anker steht für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Verwaltungsgerichte, Ausländerbehörden und die Bundesagentur für Arbeit sollen dort zusammenarbeiten.

 

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