Bamberg
Protest

Bamberg: Aktionsbündnis will am Samstag Tiefgaragen in Innenstadt blockieren

Ein Aktionsbündnis in Bamberg will am Samstag mit einer Blockade für klimagerechte Mobilität demonstrieren. Auf Facebook wird eine "Aktion Autofreie Innenstadt" angekündigt.
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Am Samstag, 28.9., will ein Aktionsbündnis die Tiefgaragen in Bamberg blockieren. Damit wollen die Aktivisten für eine gerechtere Klimapolitik demonstrieren. Symbolbild: Michael Wehner
Am Samstag, 28.9., will ein Aktionsbündnis die Tiefgaragen in Bamberg blockieren. Damit wollen die Aktivisten für eine gerechtere Klimapolitik demonstrieren. Symbolbild: Michael Wehner

Die "Aktion Autofreie Innenstadt" in Bamberg ist laut eigenen Angaben auf der Facebook-Veranstaltungsseite ein Bündnis aus Gruppierungen, die sich "für eine deutliche Reduktion des motorisierten Individualverkehrs, für mehr Lebensqualität und eine saubere Umwelt einsetzen."

Das Bündnis setzt sich aus Aktivisten von "Ende Gelände Bamberg", "Extinction Rebellion Bamberg", "Attac Bamberg", "Bicycle Liberation Front Bamberg" und "Attacitos Bamberg" zusammen und setzt sich für aktivere und gerechtere Klimapolitik ein.

Blockade der Tiefgaragen geplant

Geplant ist, am Samstag, dem 28.9. von 10 bis 13 Uhr mit einer Blockade der innerstädtischen Tiefgaragen gegen die aktuelle Verkehrspolitik zu protestieren. Das Bündnis wehrt sich eigenen Angaben zufolge "gegen Anreize, mit denen weiter Autos in die Innenstadt gelockt werden sollen."

 

Vor allem die von der Stadt Bamberg beworbene kostenlose erste Stunde in den innerstädtischen Tiefgaragen erregt den Unmut der Aktivisten. Aus ihrer Sicht werden daraus noch mehr Autos in die Innenstadt gelockt, während der Öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) in Bamberg aus ihrer Sicht zu teuer ist.

 

Neben der Feinstaubbelastung führe, so das Bündnis, die aktuelle auf Autos ausgerichtete Verkehrspolitik zu starker Gefährdung von Radfahrern und Fußgängern. Daran sei auch die mangelhafte Rad-Infrastruktur schuld.

Forderung nach autofreier Innenstadt

Das Aktionsbündnis fordert, etwas gegen den "stetigen Anstieg des Verkehrs in Bamberg zu unternehmen." Die Aktivisten fordern, Autos aus der Innenstadt herauszuhalten:

"Für eine zukunftsfähige und attraktive Mobilität müssen Bus und Bahn kostenfrei und massiv ausgebaut werden, nicht nur in der Stadt, auch im Landkreis Bamberg. Ein konsequent zuende gedachtes Park-and-Ride-Konzept mit Ausnahmegenehmigungen (Bspw. für Zulieferung und bei körperlichen Einschränkungen) ermöglicht allen die Teilhabe an einer lebendigeren und attraktiveren Stadt."

Um Menschen auf die Aktion vorzubereiten, haben sich die Interessierten auf ein Blockadetraining am Donnerstagabend verabredet. Anruf bei einem Mann, welcher sich als "Trainer" bezeichnet und seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Wie sieht denn so ein Training aus? "Es geht vor allem um eine Absprache zu unserem Aktionskonsens, welchen wir auch veröffentlichen werden", erklärt er.

So sei im Kreis der zwanzig Aktivisten - teils erfahren mit zivilem Ungehorsam - geklärt worden, wie man mit Passanten spricht oder mit den Aufforderungen der Polizei umgeht, wenn es um eine Räumung geht. "Wir haben uns verständigt, wie wir situationsabhängig reagieren und wo unsere Grenzen liegen", meint er. Wo und wann genau die Aktion stattfindet, will er natürlich nicht verraten. Je nach Anzahl der Aktivisten werde sich zeigen, wie viele Zufahrten zu Tiefgaragen man zeitgleich blockieren könne. Bei den Taktiken bleibt er vage. "Wichtig ist, dass wir gewaltfreien zivilen Ungehorsam an den Tag legen".

Hoffnung auf Besonnenheit

Welche Reaktion kommt wohl von Seiten der Polizei? "Ich denke, die Polizeibeamten werden besonnen reagieren, da wir eine deeskalative Kommunikation mit der Polizei führen wollen", gibt sich der Trainer gelassen. Ob die Autofahrer genauso gelassen bleiben oder das Thema einfach umfahren werden, wird sich zeigen.

"Wir haben unser Servicepersonal aufgestockt für diesen Tag", schildert Jan Giersberg, Pressesprecher der Stadtwerke Bamberg, das Vorgehen. Die Gäste sollen jederzeit wieder aus den Parkhäusern ausfahren können. Mit dem Zentrum Nord am Georgendamm und dem Zentrum Süd am Schönleinsplatz stehen fast 1000 Tiefgaragenplätze zur Verfügung. Im Monatsmittel checken rund 40 000 Autos ein, was auf den Tag gerechnet 1333 Fahrzeuge in beiden Parkhäusern macht. An Wochenenden, zu Weihnachten und Großveranstaltungen ist die Anzahl wesentlich höher.

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