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Ebrach
Tourismus

Bald mehr Flugschauen am Baumwipfelpfad

Der Ebracher Baumwipfelpfad geht in seine dritte Saison. Die neue Pfadmanagerin Barbara Ernwein peilt heuer die Marke von 750 000 Besuchern an.
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Die Flugschau mit Greifvögeln kam am Ebracher Baumwipfelpfad gut an, deswegen wird es mehr davon geben. Foto: Baumwipfelpfad Ebrach
Die Flugschau mit Greifvögeln kam am Ebracher Baumwipfelpfad gut an, deswegen wird es mehr davon geben. Foto: Baumwipfelpfad Ebrach

"Ich bleib da!" Eine klare Ansage. Mit Lächeln. Seit gut einem Jahr ist Barbara Ernwein Managerin des Baumwipfelpfades Steigerwald bei Ebrach. Die Nachfolgerin von Mirjam Langenbucher, die das Projekt 2014 als Einrichtungsleiterin mit auf den Weg gebracht hat, sieht die Attraktion des Pfades am Radstein nach wie vor ungebrochen. Der 1,15 Kilometer lange Pfad, der auf bis zu 26 Metern Höhe über die Wipfel der Steigerwaldbäume führt und auf 42 Metern eine imposante Aussichtsplattform bietet, kommt augenscheinlich weiter gut an bei den Besuchern. Bis jetzt waren gut 600 000 Menschen aus dem In- und Ausland hier zu Gast. Die Marke der Dreiviertelmillion möchte die 39-Jährige bis zum Ende diesen Jahres geknackt haben.

Die Zahl der Angebote der 2016 in Betrieb gegangenen Einrichtung wird sukzessive ausgebaut und summiert sich in diesem Jahr auf 40. De größten sind dabei das Familienwochenende, das Weinfest und der Weihnachtsmarkt, die jeweils zweitägig abgehalten werden. Als sehr beliebt bezeichnet Barbara Ernwein auch die Greifvogelflugschau, die Falkner Eckard Mickisch präsentiert. Als Kooperationspartner betreibt er auch das Wildgehege und den Streichelwald. Die Schau wird fortan einmal monatlich angeboten. Neu will man in diesem Jahr an der Schnittstelle zwischen Wein- und Bierfranken auch eine Bierverkostung anbieten. Erstmals wird es auch ein reines Waldkonzert geben, das der Kreisjugendchor Bamberg bestreitet. Ausgebaut wird das Pfad-Yoga, nachdem es im vergangenen Jahr zum Mottotag "Der Wald bewegt" großen Erfolg hatte.

Noch ausbaufähig

Ebenfalls ausbaufähig sei der Pfad als Veranstaltungsort mit tollem Ambiente, so Leiterin Ernwein. Sie ist mit Elan bei der Sache und hat, wie sie sagt, ihren Traumjob gefunden. Vom Team - hier arbeiten für die Staatsforsten insgesamt 19 Beschäftigte in Voll- und Teilzeit - sei sie gut aufgenommen worden.

Freilich zeige sich in der dritten Saison auch, wo noch nachgebessert werden muss: Das sind zusätzliche WC's am Übergang vom Pfadende zu Spielplatz und Streichelwald. Heuer werde man sich noch einmal mit einer Containerlösung behelfen, begonnen werden soll aber in jedem Fall noch mit dem Bau einer stationären Anlage. Zusätzlich zu den Staatsforsten-Kräften arbeiten weitere für Kooperationspartner Mickisch und für den anderen Partner: MSI, Markt und Service Integrationsunternehmen GmbH, eine Tochter der Schweinfurter Lebenshilfe. MSI-Kräfte arbeiten in Kassen- und Gastrobereich.

Der Pfad habe aber noch mehr Potenzial, ist die studierte Forstwissenschaftlerin überzeugt. Sie bedauert, dass sich der Skulpturenpark in unmittelbarer Nachbarschaft zerschlagen hat und hofft auf weitere Investoren. "Hier passt vieles dazu."

Denn wie von den Machern von der Staatsforsten geplant, soll der Baumwipfelpfad die Region touristisch beleben. Diesen Effekt kann Ebrachs Bürgermeister Max-Dieter Schneider (SPD) nur bestätigen.

Die Gastronomie profitiere und sei ebenso gut ausgelastet, wie umliegende Geschäfte bis hin nach Dankenfeld und Geiselwind, nicht zu vergessen die Tankstelle in Breitbach, der Schneider zufolge Pfadbesucher einen höheren Umsatz bescheren. In Ebrach wiederum würden auch mehr Ferienwohnungen entstehen und die Besucherzahl der Klosterkirche steige durch Pfadbesucher jährlich stets um 10 000 auf nun im Schnitt 50.000. Von Jahr zu Jahr laufe auch der Campingplatz besser.

Gastronomie profitiert

"An den Hype von 2016, dem Eröffnungsjahr" komme man inzwischen nicht mehr heran, so Karlheinz Gries, aber dennoch steht für den Klosterbräu-Geschäftsführer fest: "Klar, wir profitieren vom Baumwipfelpfad." In der Hauptsache das Tagesgeschäft, also Restaurant und Biergarten. Bei den Übernachtungsgästen hingegen sei es eher so, dass sie den Pfadbesuch mit auf den Aufenthalt draufpacken, statt als Pfad-Besucher im Hotel zu übernachten. Für Gries steht außer Frage: "Der Baumwipfelpfad ist positiv für die ganze Region."

Auf die Lage Ebrachs zwischen den Weltkulturerbestädten Bamberg und Würzburg setzt auch Jürgen Gillich. Er hat in Ebrach einen Schreinerbetrieb und schafft sich mit drei Ferienhäusern hier nun ein weiteres Standbein. "Ebrach hatte immer einen sehr guten Tourismus, und der Pfad bringt zusätzlich Touristen." So hat Gillich vorsichtig mit 120 Tagen Belegung kalkuliert. Er ist jedoch überzeugt, höhere Übernachtungszahlen zu schaffen.

"Der Pfad ist auf jeden Fall ein Gewinn für Ebrach", fasst Bürgermeister Schneider zusammen.

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