Breitengüßbach
Gewässer

Badeverbot im Landkreis Bamberg: Gefährliche Blaualgen in Badeseen

Unappetitlich und gefährlich: Blaualgen machen Badegästen in Breitengüßbach und Kemmern einen Strich durch die Rechnung. Es herrscht Badeverbot.
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In Breitengüßbach herrscht absolutes Badeverbot am Baggersee - Grund sind Blaualgen im Gewässer. Foto: Anna-Lena Deuerling
In Breitengüßbach herrscht absolutes Badeverbot am Baggersee - Grund sind Blaualgen im Gewässer. Foto: Anna-Lena Deuerling
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32,5 Grad zeigt das Thermometer am Freitagnachmittag an. Sommerferien, Sonnenschein - der Sprung ins kühle Nass wäre die logische Konsequenz. Doch am Badesee in Breitengüßbach herrscht gespenstische Leere. Der Parkplatz ist leer gefegt, die Badestelle verwaist. Einzig ein kleines Schild auf dem Holzsteg verrät den Grund: ein absolutes Badeverbot.

Wasserverunreinigungen machen Badegästen auf der Suche nach Abkühlung derzeit einen Strich durch die Rechnung. Bereits in der vergangenen Woche hat die Gemeinde die Anweisung bekommen, das Gewässer zu sperren, so Hubert Dorsch, Zweiter Bürgermeister. "Eine Gesundheitsgefährdung kann derzeit nicht ausgeschlossen werden."

Breitengüßbach: Der See ist gekippt

Bei der Verunreinigung handelt es sich um Blaualgen. "Der See ist gekippt", erklärt Amanda Martin, Ansprechpartnerin für Gesundheitswesen im Landkreis. Wer im Biologie-Unterricht aufgepasst hat, weiß, was das bedeutet: Das Ökosystem des Sees ist aus dem Gleichgewicht geraten. Der Sauerstoffgehalt im Wasser ist zu gering - der dichte, grüne Algenteppich auf der Wasseroberfläche ein deutliches Anzeichen.

Badeverbot auch in Kemmern

Neben dem Gewässer kurz hinter Breitengüßbach gilt auch für den Baggersee Kemmern mittlerweile Badeverbot. Unbedenklich schwimmen könne man laut Martin weiterhin in den Seen in Baunach, Lisberg, Frensdorf, Heiligenstadt, Oberhaid, Ebing und Hirschaid. Während der Badesaison von April bis September wird dort mindestens einmal im Monat die Wasserqualität mikrobiologisch geprüft. In Baunach, Breitengüßbach, Ebing und Hirschaid handelt es sich zudem um sogenannte EU-Badegewässer.

Für diese besonders hoch frequentierten Badestellen gelten gesonderte Bestimmungen. Die regelmäßige Kontrolle ist Pflicht - das Ergebnis der offiziellen Einstufung der Badegewässerqualität muss die zuständige Behörde auch veröffentlichen. Aber auch alle anderen Badegewässer werden vom Landkreis monatlich kontrolliert.

Im gesamten Landkreis: Keine Darmkeime im Wasser

"Wir untersuchen das Wasser zum Beispiel auf Darmkeime wie E-Coli oder Enterokokken", sagt Martin. Die gute Nachricht für alle Seen im Landkreis: Die Wasserqualität ist in dieser Hinsicht ohne Beanstandungen. Bei der Untersuchung in Breitengüßbach und Kemmern habe man aufgrund des auffälligen Algenteppichs und der grünlichen Färbung weitere Tests durchgeführt.

Das Ergebnis: Cyanobakterien, besser bekannt als Blaualgen. Die Algen können toxische Stoffe entwickeln, die bei Hautkontakt oder Verschlucken des Wassers Gesundheitsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautausschläge oder Bindehautentzündungen hervorrufen können.

Beim Blick auf die brodelnde Wasseroberfläche müsste den meisten aber ohnehin die Lust am Baden vergehen. "Die Algen sind nicht zu übersehen", so Martin, "wir haben vielleicht noch eine Sichttiefe von zehn bis 20 Zentimetern."



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