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Spessart Therme: Salzanwendungen und mehr in Bad Soden-Salmünster

Wellness, Wellenbad und viele Salzanwendungen locken Besucher in die Spessart Therme nach Bad Soden-Salmünster. Auch Atmen in der Salzgrotte tut gut.
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In Bad Soden-Salmünster dreht sich alles um die kostbaren Heilkräfte des edlen Quellwassers.
In Bad Soden-Salmünster dreht sich alles um die kostbaren Heilkräfte des edlen Quellwassers.

Mal sprudelt sie direkt aus dem Boden, mal wird sie aus großen Tiefen gefördert: Sole gilt bei vielen gesundheitlichen Problemen als hilfreich. In Bad Soden-Salmünster dreht sich schon seit Jahrhunderten alles um die Sole. Bei einem Wellness-Wochenende dort kann man herrlich entspannen und Kräfte tanken. Das 14 000-Einwohner-Städtchen Bad Soden-Salmünster liegt im hessischen Spessart und ist von Bamberg gerade einmal zwei Stunden entfernt.

Schon die fuldischen Äbte schätzten die Salzquellen des späteren Sodens. "Auf Gold kann man verzichten, nicht aber auf Salz", sagte schon der römische Staatsmann Cassiodor. Die Bedeutung des Salzes für die Ernährung und Gesundheit der Menschen war bereits in der Antike bekannt. Der Ort wird 1190 erstmals in einer Urkunde des Abtes Konrad II. von Fulda als "Sodin" urkundlich erwähnt. Später geriet die alte, seit der Stilllegung im 16. Jahrhundert immer mehr verschüttete Salzquelle in Vergessenheit. Und erwachte erst 1837 aus ihrem Dornröschenschlaf.

 

 


Einer Kuh ist es zu verdanken, dass die Quellen wiederentdeckt wurden. Das Tier hatte immer wieder an einem eigentümlich verfärbten Stück Erdreich geleckt. Die Sodener entdeckten bald einen "Brunnenschacht mit herrlicher, sorgfältiger Fassung", so steht es in der Stadtchronik. Die Salzquellen wurden wiederentdeckt und der Badebetrieb lief an. 1928 durfte sich Soden endlich Heilbad nennen. Mit der Kur erlebte das kleine Örtchen einen regelrechten Boom. Zwölf Kurkliniken gab es in den 1960er Jahren, heute sind es noch sieben Reha-Fachkliniken. "Was mal als sogenanntes Kurmittelhaus mit Fango, Wannen- und Bewegungsbädern begann, ist konsequent zu einem modernen Gesundheits- und Wellnesszentrum für die Region umgebaut worden", berichtet Marketingmitarbeiterin Iris Bolender.

Die kostbare Sole wird natürlich immer noch eingesetzt, zum Beispiel für Massagen mit Sole-Salzstempeln. "Die Leute kommen hierher und wollen sich einfach mal entspannen", erzählt die Wellnesstrainerin Heike Schadeweg. Bei der Sole-Salzstempel-Massage wird die Haut zunächst mit warmem Öl massiert. Dann bindet sie Salz in ein kleines Leintuch. Es stammt aus der König-Heinrich-Quelle, einer der drei noch aktiven Quellen des Ortes. Mit diesem Stempel massiert die Wellnesstrainerin den ganzen Körper. Das tut gut. "Sole wirkt ausgleichend, sowohl bei trockener und auch bei fettiger Haut, sie spendet Feuchtigkeit und regt den Stoffwechsel an", schwärmt Schadeweg.

Davor oder danach geht es in die 2005 komplett neu gestaltete Badelandschaft der Spessart Therme. Das warme Solewasser helfe bei Rheuma, Rückenproblemen und Verspannungen. Zudem stärke die Sole Kreislauf und Immunsystem und aktiviert den Stoffwechsel. Ein Außenbecken mit 28 Grad lädt das ganze Jahr dazu ein, sportlich ein paar Bahnen im Freien zu ziehen. Doch man sollte auf die Uhr achten. Immer zehn Minuten vor der vollen Stunde verwandelt sich das Solebecken in ein tosendes Wellenmeer.

 

 

 


Alle Becken der Spessart Therme sind mit der außergewöhnlich starken Thermalsole des Fritz-Hamm-Sprudels gefüllt. Die Sole ist laut den Quelluntersuchungen des Fresenius-Instituts besonders eisen-, jod- und kohlensäurehaltig. Über 100 Attraktionen warten im Wasser wie Gegenstromanlagen, Sprudelbecken, Bodensprudler, Nackenduschen, Licht- und Akustik-Elemente. Wer mehr über die Geschichte des Kurbades und die Heilquellen wissen möchte, sollte eine Stadtführung bei Gästeführerin Monika Ruppel buchen.

Treffpunkt ist beim Trinkbrunnen in der Brunnenpassage der Spessart Therme. "Für eine Trinkkur sollte das Wasser nüchtern und in kleinen Schlucken getrunken werden", erklärt Ruppel. Der Trinksprudel kommt seit 1970 aus drei silbernen Hähnen und ist stark salz- und eisenhaltig. Becher gibt es für fünf Cent und schon kann die Trinkkur beginnen. Allerdings sollte man nicht mehr als einen Becher pro Tag zu sich nehmen. Trinkkuren machte man früher bei Gicht, Rheuma, Zucker-, Blasen- und Stoffwechselkrankheiten.

Weiter geht's zum König-Heinrich-Sprudel, der direkt vor der Spessart Therme entspringt. "Sie ist die salz- und eisenhaltigste Quelle in ganz Deutschland", bekräftigt Ruppel. Um an ihr Wasser zu gelangen, musste 590 Meter tief in die Erde gebohrt werden. "Dafür sprudeln heute 400 000 Liter pro Tag, das sind knapp 300 Liter in der Minute, aus der gefassten Quelle." Das Wasser wird für die Thermalbecken der Spessart Therme verwendet, ein anderer Teil läuft über ein Gradierwerk im Park.

Das Huttenschloss ist das wichtigste historische Gebäude Bad Sodens. Es ist ein spätmittelalterlicher Bau mit Erkern, der um 1536 von Lukas von Hutten erbaut wurde. Nach Aussterben der Linie von Hutten wechselten die Besitzverhältnisse. Einige Zeit war das Schloss auch Badeanstalt. "Das salzhaltige Heilwasser wurde in Holzfässern von den Quellen zum Schloss transportiert." Heute steht das Huttenschloss leer. Der Heimat- und Geschichtsverein kümmert sich um den Erhalt des Gebäudes, erzählt die Stadtführerin, die auf Wunsch ein restauriertes Zimmer im Schloss zeigt. Bügeleisen, Möbel, Garn und Schnellhefter aus Pappe wurden schon in Bad Soden hergestellt. All das wird in dem Zimmer dokumentiert.

Nach so viel Geschichte tut ein Besuch in der Totes-Meer-Salzgrotte gut. Ganz tief einatmen heißt es dort - und entspannen natürlich. "Eine dreiviertel Stunde hier ist fast so wohltuend wie drei Tage am Meer", sagt Bolender. Das Salz des Toten Meeres, das sich in der Luft besonders gut löst, wirke wohltuend bei Allergien und Atemwegserkrankungen. "Viele Leute sind auf den Liegestühlen, eingehüllt in eine Decke, so entspannt, dass sie direkt einschlafen."

Claudia Kneifel

 



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