Bamberg
Vernissage

Austausch der Kulturen bereichert

Die Eröffnung der Ausstellung "Farben des Senegal" im Klinikum am Bruderwald stieß auf großes Interesse.
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Beispiele für die farbenfrohe Kunst aus Thiès, die Claude Diene geschaffen hat. Fotos: Marion Krüger-Hundrup
Beispiele für die farbenfrohe Kunst aus Thiès, die Claude Diene geschaffen hat. Fotos: Marion Krüger-Hundrup
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Selbst Patienten und Ärzte hatten sich im Foyer des Klinikums am Bruderwald eingefunden - angelockt vom lauttönenden Trommelwirbel, mit dem Pater Roberto Turyamureeba & friends der Ausstellungseröffnung das passende afrikanische Gepräge gaben. Dicht gedrängt standen die Vernissage-Besucher an den Stellwänden, die "Farben des Senegal" präsentieren: moderne Kunst aus Bambergs Partnerbistum Thiès.

"Durch die Ausstellung können wir Afrika, den Senegal und Thiès neu wahrnehmen und unsere Kenntnisse erweitern", sagte Erzbischof Ludwig Schick, der gemeinsam mit Bürgermeister Christian Lange (CSU) und Professor Gerhard Seitz (Sozialstiftung Bamberg) die Schau am Mittwochabend eröffnete. "Durch diese Ausstellung können auch wir in Deutschland etwas lernen", fuhr der Erzbischof fort. Denn der Austausch der Kulturen schenke immer einen Zuwachs an Erkenntnis über Leben und Gesellschaft "und ist eine Bereicherung".

Im Vergleich zu Afrika mit seinen neben Wüsten auch "bunten Landschaften", Kleidungen, farbenprächtiger Kunst, einsatzfreudigen Menschen sei das Leben hierzulande oft grau und trist, eintönig, isoliert und individualisiert. Im Vergleich zu Afrika sei Deutschland bei allem Wissen um Armutsrisiken "reich, und selbst die Not kann gemindert und behoben werden", so Schick. "Machen auch wir unser Leben bunt!" - an Stelle von "verbissenen Gesichtern, harten Worte gegeneinander, viel Klagen, Kritik und Vorwürfen".


Unzureichende Versorgung

Auch Bürgermeister Lange wünschte, dass durch die Ausstellung "viele Menschen einen neuen Blick auf Afrika und seine Kunst bekommen". Professor Seitz erinnerte daran, dass sich die Lebensbedingungen im Senegal durch Klimawandel, hohe Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit für die Jugend, unzureichende medizinische Versorgung "kolossal verschlechtert haben". Bevor sich junge Senegalesen nach Europa aufmachten, wo sie als Wirtschaftsflüchtlinge gesehen würden, müsste "unsere Gesellschaft für menschenwürdige Lebensumstände vor Ort sorgen", forderte Chefpathologe Seitz. Die künftige Partnerschaft zwischen der Sozialstiftung Bamberg und dem katholischen Krankenhaus St. Jean de Dieu in Thiès sei ein solcher Schritt hin zu lebenswürdigen Umständen.

Der Initiator der Ausstellung, Weltkirche-Referent Michael Kleiner aus dem Erzbischöflichen Ordinariat, führte in die Besonderheiten der Kunst aus Thiès ein. Sechs Künstler und eine Künstlerin zeigen 35 Bildwerke und vier Skulpturen - allesamt "von hoher handwerklicher Qualität, traditionell und zugleich hochaktuell". So verschieden die Ausdrucksformen der Künstler seien, so vielfältig seien auch ihre Themen: Migration und Emanzipation, Recycling und Menschenrechte, Frauen und Ahnen. "Lassen wir uns durch die Ausstellung von Vorurteilen gegenüber Afrika kurieren! Wo geht das besser als im Klinikum?", schloss Kleiner seine Einführung.

Buchungen "Farben des Senegal" ist als Wanderausstellung inklusive bebilderte Textfahnen konzipiert. Die Katholische Erwachsenenbildung im Erzbistum Bamberg (KEB) nimmt Buchungen entgegen: Domstraße 5, 96049 Bamberg, Telefon: 0951/ 502-2310, E-Mail: erwachsenenbildung@erzbistum-bamberg.de.

Dauer Im Klinikum am Bruderwald ist die Ausstellung bis zum 24. September zu sehen. Der informative Katalog mit zahlreichen Farbfotos kostet 5 Euro.
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