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Kunst

Ausstellung "Was bleibt? Bleibt was?" in der Villa Dessauer in Bamberg

In der Villa Dessauer stellen 22 Künstler aus Oberfranken bis zum 27. Mai ihre Werke aus. Hat das, was wir hinterlassen, einen Wert für unsere Nachkommen?
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Scherenschnitte zeigt Wolfgang Müller in "Was bleibt? Bleibt was?". Foto: Gerhard Schlötzer
Scherenschnitte zeigt Wolfgang Müller in "Was bleibt? Bleibt was?". Foto: Gerhard Schlötzer
"Was bleibt? Bleibt was?" heißt die Kunstausstellung zum 25. Jubilaum des Weltkulturerbetitels für Bamberg, die der Berufsverband Bildender Künstler Oberfranken aktuell in der Stadtgalerie Villa Dessauer veranstaltet. Am kommenden Wochenende findet die Schau ihren Abschluss mit einer Führung 25x25 am Freitag, 25. Mai, um 16 Uhr, der Veranstaltung "Kulturgut Mülltrennung?" mit Kerstin Amend-Pohlig und einem Künstlergespräch mit Angelika Gigauri und Harald Burger jeweils am Sonntag, 27. Mai, um 15 Uhr.
Gelingt es uns heute, einen Beitrag zum Kulturerbe der Zukunft zu leisten? Hat das, was wir hinterlassen, einen Wert für unsere Nachkommen? Im Rahmen der Veranstaltungsreihe 25x25 des Zentrums Welterbe zum 25. Jubiläum der Verleihung des Weltkulturerbetitels an die Bamberger Altstadt führt Gerhard Schlötzer am Freitag um 16 Uhr durch die Ausstellung. Zu dieser Führung haben 25-Jährige freien Eintritt, alle anderen zahlen 2,50 Euro.


Platz für Kulturgüter

22 Künstlerinnen und Künstler aus ganz Oberfranken beschäftigen sich in Werkserien unterschiedlicher Techniken mit dem Wert der Kunst für die Gesellschaft und mit dem Werden und Vergehen. Für wie viel dauerhaft überlieferte Kulturgüter bietet die Erde Platz? Wenn jeder der ca. 106 Milliarden Menschen, die jemals auf der Erde gelebt haben, acht Kulturgüter hinterlassen hätte, käme eine menschliche Hinterlassenschaft auf zehn Quadratmeter menschengenutzter Landfläche.
Wie gehen wir mit dem Ererbten um und wie verhält sich das von uns neu Geschaffene dazu? Diese Reflexionsebene ist in vielen künstlerischen Prozessen vorhanden, auch wenn sich manche Arbeiten vordergründig nur mit formalen Fragen zu beschäftigen scheinen.
Goda Plaum näht abstrakte Farbflächenbilder aus altem Verpackungsmaterial und Plastiktüten. Harald Burger inszeniert hinterlassene Geräte, Werkzeuge und Materialien mehrerer Generationen aus einem alten Bauernhof auf einem großen Tableau am Fußboden des Ausstellungsraums. Was auf den Bildern von Christine Gruber bleibt, ist die jeweils letzte, oberste Farbschicht, die alle darunterliegenden teilweise verdeckt, die aber auf ihnen aufbaut und nicht ohne ihre Vorgänger entstehen konnte. So wie kulturelle Prozesse auf den Leistungen der vergangenen Generationen aufbauen, auch wenn sie sie überlagern und unsichtbar werden lassen.
Gerhard Schlötzer fixiert in lange haltbaren Schwarzweiß-Fotografien des Bamberger Stadtraumes Zonen, die schon mehrfach überformt und verändert wurden, bevor sich jemand Gedanken über ihre Erhaltung gemacht hat. Michaela Schwarzmann beschäftigt sich in einer Diaprojektion mit der Bamberger Bistumsheiligen Kunigunde. Ein früher häufiger, mittlerweile extrem selten gewordener Vorname wird gewürdigt durch ein ebenfalls selten gewordenes, früher überall anzutreffendes fotografische Präsentationsverfahren.


Kontroverse Kunst

Als Gastbeitrag zeigt die Städtische Galerie der Bamberger Partnerstadt Villach einen Film von Peter Putz über das Paradies des Künstlers Cornelius Kolig. Ein ummauertes Areal im Kärntner Gailtal, in dem Kolig viele seiner oft kontrovers diskutierten Installationen präsentiert. Seine Kunst wurde von rechten Kreisen Österreichs immer wieder angefeindet.

Künstler und ihre Werke:

Kerstin Amend-Pohlig Skulptur auf Standobjekt aus Eisen und Gips, Grafiken, Wand-Bodenobjekte aus Gips und Zement

Walli Bauer Holzschnitte im Hochdruck

Mathias Börner Zwei Malereien

Harald Burger Installationen und Malereien

Reinhard Feldrapp Fotografie/Pigmentprints

Angelika Gigauri Zeichnungen

Friedemann Gottschald Arbeiten (Mischtechnik) aus der Serie "Köpfe, geerdet" (1998/2017)

Christine Gruber Gemälde Öl auf Leinwand

Adelbert Heil Gusseisen

Gerd Kanz Öl auf Holz

Lucie Kazda Öl auf transparenter Folie

Goda Plaum Mischtechnik (Plastiktüten & Stoff aneinandergenäht und aufgespannt)
Alexandre Madureira Acryl auf Leinwand

Wolfgang Müller Scherenschnitte

Stephan Pfeiffer Collagen-Prints

Margit Rehner Öl auf Papier

Ulla Reiter Ton, Gips, Fundhölzer

Veronika Riedl Porzellan, Holz

Waltraud Scheidel Monotypien auf Chinapapier

Gerhard Schlötzer Bilder aus dem Fotoprojekt "Bamberg - Zeitschichten im öffentlichen Raum"

Michaela Schwarzmann Rauminstallation mit Diaprojektion und Sitzgelegenheit

Maria Söllner Acryl und Acryllack auf Papier bzw. Leinwand

Ausstellung Die Schau "Was bleibt? Bleibt was?" läuft noch bis 27. Mai in der Stadtgalerie Villa Dessauer, Hainstraße 4a, 96047 Bamberg. Sie hat geöffnet donnerstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr.
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