Eberau
Wasserversorgung

Ausgepumpt! Tiefbrunnen bei Eberau "zerlegt"

Etwa zehn bis 15 Prozent des Ebracher Trinkwassers liefert der VTG-Tiefbrunnen bei Eberau. Zur Sicherstellung der weiteren Lieferungen ließ der Brunnenbetreiber Bestandteile des Innenlebens erneuern. Der Brunnen selbst hat eine bewegte Geschichte.
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Richard Schmitt vor der ausgebauten alten Brunnenpumpe , dafür interessiert sich Bürgermeister Max-Dieter Schneider (r.). Fotos: W. Hanslok
Richard Schmitt vor der ausgebauten alten Brunnenpumpe , dafür interessiert sich Bürgermeister Max-Dieter Schneider (r.). Fotos: W. Hanslok
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Auch ein Brunnen kommt in die Jahre und bedarf der Erneuerung, zumindest gilt das für die Teile, die bei der Trinkwasserförderung besonders beansprucht werden. Das sind die Pumpen und natürlich die Steuerelektronik. Dieser Tage war das Herzstück der Ebracher Wasserversorgung an der Reihe, also der bei Eberau gelegene, so genannte VTG-Tiefbrunnen. Mit der Errichtung der Wirtschaftsforschungsanlage (Wifo) wurde der Brunnen in den 30ern der vergangenen Jahrhunderts niedergebracht und begeistert seitdem durch seine hervorragende Wasserqualität, schwärmt Richard Schmitt, in dessen Obhut der Brunnen seit 15 Jahren fällt.

Nach der Wifo-Zeit, in der der Brunnen für die Sicherheit (Löschwasser) der riesigen, im Wald versteckten Tank-Reservoirs von größter Bedeutung war, folgte die zivile Nutzung der Anlage und schließlich die Entstehung des Ebracher Gemeindeteils Neudorf, wo sich speziell die bei der Firma Janson beschäftigten Arbeiter niederließen. Auch Neudorfs Trinkwasserversorgung stellt der VTG-Brunnen seitdem sicher. Die Bezeichnung VTG-Brunnen kam mit einem langjährigen Anlagen-Nutzer - der Vereinigten Tanklager und Transportmittel Gesellschaft (mbH), deren Nachfolge Richard Schmitt mit seiner nach ihm benannten Firma wurde.

Für die ist der Tiefbrunnen genauso unverzichtbar wie für die vorherigen Nutzer der Wifo-Anlage. Immerhin weist die eine Lagerkapazität für 5 Millionen Liter auf, die Schmitt für Diesel, Heizöl und Biodiesel nutzt. Logisch, dass für den Fall des Falles, also eines Feuers, entsprechend dimensionierte Löschmittel zur Verfügung stehen müssen: Schmitt kann auf 400. 000 Liter Löschwasser aus dem eigenen Brunnen vertrauen und verfügt überdies noch über einen eigenen Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 50.000 Litern.

Wichtiger Pfeiler für die Gemeinde

Für die Gemeinde Ebrach ist Schmitts VTG-Tiefbrunnen in Sachen Wasserversorgung zu einem wichtigen Pfeiler geworden. Denn dieser Brunnen versorgt neben dem Gemeindeteil Eberau und dem dortigen Gewerbegebiet Eberau-Nord auch noch die Gemeindeteile Neudorf und Schmerb mit Trinkwasser. Spitzenbedarf deckt Ebrach ebenso über den VTG-Tiefbrunnen ab, wie die Hochbehälter in Ebrach und Eberau aus diesem Brunnen gespeist werden. Das Trinkwasser hat hier übrigens Mineralwasser-Qualität. Das Einzugsgebiet befindet sich ausschließlich unter Wald, klärt Schmitt dazu auf.

Nach Einbau der neuen Pumpen und der Steuerungstechnik müssen die aktuellen Wasser-Proben noch untersucht werden, bevor das VTG-Wasser wieder so genutzt werden kann wie zuvor. Aus Sicherheitsgründen hat die Gemeinde deswegen für die Nutzer das Abkochen des Trinkwassers angeordnet. Richard Schmitt geht davon aus, dass die Werte in Kürze für in Ordnung befunden werden.

Die Gesamtkosten für die Brunnenertüchtigung betragen rund 20.000 Euro. Schmitt liefert mit seinem Brunnen etwa zehn bis 15 Prozent des gemeindlichen Trinkwassers, im vergangenen Jahr waren das konkret 137.000 Kubikmeter.
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