Ebing
Infrastruktur

Aus Ebing ist ein vitales Dorf geworden

Es hat 20 Jahre gedauert und das Warten hat sich gelohnt. Bei der Abschlussfeier der Ebinger Dorferneuerung waren die Ortsansässigen zufrieden. Viele haben mit privaten Maßnahmen zum Gelingen dieses Projektes beigetragen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 730.000 Euro.
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Pfarrer Reinhold Braun segnete die von Reinhard Klesse geschaffenen Stele.  Foto: Renate Neubecker
Pfarrer Reinhold Braun segnete die von Reinhard Klesse geschaffenen Stele. Foto: Renate Neubecker
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"Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir uns zusammengerauft und ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt", sagte Thomas Huber, der örtliche Beauftragte der Dorferneuerung bei der Abschlussfeier in Ebing. Pfarrer Reinhold Braun sprach von "einer Zeit des vertieften Miteinanders". Er erinnerte an den verstorbenen Geo Schneiderbanger, der den Ebinger Marktplatz "einmalig" genannt hatte. Mit der Dorferneuerung sei etwas sehr Schönes geschaffen worden, wichtig sei aber der Geist, der hinter dieser Erneuerung stehe, betonte der Pfarrer.

Nach dem Gottesdienst wurde das zum Abschluss der Dorferneuerung am Kaspar-Röckelein-Platz aufgestellte Denkmal geweiht. Für das Dorferneuerungsdenkmal hatte der Vorstand eine künstlerisch gestaltete Stele gewählt, auf der die wesentlichen, charakteristischen Merkmale dargestellt sein sollen. Geschaffen wurde sie vom Bildhauer Reinhard Klesse, der die Vorgaben zu "Ebing am Main", zur Dorferneuerung, "Entstehung um 800" und "Ebing am Handelsweg" unverkennbar darstellte.

"Mit der Weihe dieses Denkmals beenden wir etwas, was uns über 20 Jahre beschäftigt hat", sagte Thomas Huber. Als sichtbare Zeichen dieses Engagements bezeichnete Huber die gelungene Gestaltung von Marktplatz, Kirchplatz und Kaspar-Röckelein-Platz.

Hubers besonderer Dank galt den Anliegern am Marktplatz. Hätten sie sich nicht bereiterklärt, sich an den Dorferneuerungsmaßnahmen finanziell zu beteiligen, wäre wahrscheinlich die Dorferneuerung Ebing schon in den Kinderschuhen gescheitert. Gudrun Kraus vom Amt für Ländliche Entwicklung, die Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft Rattelsdorf-Ebing, bedankte sich ebenfalls bei den engagierten Vorstandsmitgliedern, Firmen und Planern sowie bei der Marktgemeinde mit den Bürgermeistern Bruno Kellner und Altbürgermeister Gerhard Jäger.

Kraus erinnerte an den Ablauf der Dorferneuerung. Im Januar 1986 beantragte der Markt Rattelsdorf die Einleitung des Verfahrens. Am 11. November 1991 wurde die Dorferneuerung eingeleitet. Im Juni 1992 fand die erste Vorstandswahl statt.

Die erste vom Vorstand für Ebing erarbeitete Gleichung lautete: "Mehr Wohnflächen und damit Einwohnerzuwachs" das bedeute "mehr Chancen für Selbständigkeit und Unabhängigkeit". Irgendwann habe ein Umdenken stattgefunden, die Ebinger Gleichung sei aufgegeben worden. Der Vorstand sah die Neuausweisung von Bauland im Vertrauen auf ein quantitatives Wachstum als Allheilmittel gegen Strukturprobleme kritisch.

Gudrun Kraus bezifferte die Dorferneuerungs-Gesamtausgaben auf 730.000 Euro. Die Kostenbeteiligung der Gemeinde belief sich auf 365.000 Euro. Lobend erwähnte Kraus die Privatmaßnahmen. Insgesamt seien 62 Förderanträge gestellt worden.

Die Investitionen privater Bauherren betrugen 2,1 Millionen Euro, mit Förderung des Freistaats in Höhe von 304.000 Euro. Die Vorsitzende bedauerte, dass die Begrünung noch nicht ausgeführt sei; sie wünsche sich außerdem noch die Sanierung der Keller.

Leitender Baudirektor Anton Hepple von der ALE bewunderte die Risikobereitschaft der Marktgemeinde, in eine Dorferneuerung zu investieren, deren Ziel ein selbständiges Ebing gewesen sei. Er sprach anerkennend davon, dass in Ebing viel Positives für ein vitales Dorf geschehen sei. "Wir haben für Oberfranken in den letzten Jahren Zuschüsse in einer Höhe erhalten, dass die von den Teilnehmergemeinschaften und Gemeinden geplanten Maßnahmen im Wesentlichen durchgeführt werden konnten", hob Hepple das Engagement aus der EU, dem Bund und dem Land Bayern hervor.

Der Leitende Baudirektor zeichnete die Vorstandsmitglieder der Teilnehmergemeinschaft mit Dankesurkunden aus. Für Gudrun Kraus gab es eine besondere Überraschung. Der Baudirektor überreichte ihr die Urkunde mit der Ernennung zur Technischen Amtsrätin. Bürgermeister Bruno Kellner gratulierte Ebing zur erfolgreich abgeschlossenen Dorferneuerung.


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