Meedensdorf
Brain-Storming

Auf der Suche nach neuen Leader-Projekten für die Region

Heuer beginnt eine neue Förderperiode für das EU-Programm. Das LAG-Management für die Region Bamberg rief zur Auftakt-Konferenz und viele Ideen wurden eingebracht.
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Beim Punktekleben konnten die Teilnehmer ihre Sympathien für einzelne Handlungsfelder zum Ausdruck bringen.  Foto: Anne Schmitt
Beim Punktekleben konnten die Teilnehmer ihre Sympathien für einzelne Handlungsfelder zum Ausdruck bringen. Foto: Anne Schmitt
Nur keine falsche Bescheidenheit, mögen sich die führenden Köpfe des EU-Programms "Leader" gedacht haben. Und wünschten sich von den möglichen regionalen Partnern in der ganzen Europäischen Union nicht nur Projekte oder Konzepte - es sollen schon "Strategien" sein, mit der sich interessierte Landkreise und Städte auch in Bayern an der Sache beteiligen können. Weil die Teilnahme der Region Bamberg während der letzten Förderperiode von 2007 bis 2013 aus Sicht der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) durchaus erfolgreich war, ging man also daran, eine neue "Strategie" für die gerade angelaufene Förderperiode von 2014 bis 2020 zu entwickeln. Ein Anfang wurde im Rahmen einer ersten Konferenz gemacht, zu der sich etwa 50 Interessierte aus dem Landkreis einfanden, darunter nicht wenige Bürgermeister.

Um die möglichen Handlungsfelder aufzuzeigen und daraus in den nächsten Monaten die gewünschte "Regionale
Entwicklungsstrategie" (RES) zu entwickeln, hatte sich die LAG-Managerin Marion Hartmann Verstärkung von der Markt und Standort Beratungsgesellschaft mbH geholt. Deren Geschäftsführer Markus Epple unternahm für die LAG Region Bamberg, formal ein eingetragener Verein, den Versuch einer Ideensammlung. Es gelte, "Chancen, Stärken, Schwächen und Risiken der Region" zu sehen und daraus notwendige Projekte zur Verbesserung zu entwickeln.

Nachdem Epple den Teilnehmern eine ganze Reihe möglicher Handlungsfelder "im Schnellgalopp an den Kopf geworfen" hatte, wie er sich ausdrückte, waren die Wünsche der Teilnehmer gefragt. Und das waren nicht wenige: "Früher gab es hunderte von Mühlen. Das Wasser ist immer noch da", sprach sich ein Teilnehmer für eine energetische Nutzung der Flüsse aus. "In Sachen Kultur gäbe es noch viele Objekte", meinte Kreisheimatpflegerin Annette Schäfer. Konkreter war schon ein weiterer Aspekt: "Die Sportanlagen der Schulen sollten während der Ferien für die Allgemeinheit geöffnet werden". Der Lisberger Bürgermeister Peter Deusel plädierte dafür, das Leader-Förderprogramm auch für den Ausbau der touristischen Potenziale zu nutzen, wobei ihm als Beispiel Burg Lisberg vorschwebte. Die leiblichen Genüsse der Region, aber auch die handwerklichen Künste besser zu präsentieren, lautete ein anderer Vorschlag. Was das Stichwort gab für den früheren Geschäftsführer des Bauernverbandes, Hubert Dietz. Der bat, beim "Genussgut Ernährung" nicht nur an Einkaufsmärkte zu denken, sondern vor allem an die heimischen Erzeuger und deren Versorgung auf kurzen Wegen.

An Geschichte erinnern

Der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Liebhard Löffler, bat um Unterstützung für eine Greifvogelstation.
Der Scheßlitzer Stadtrat Rainer Kretschmer sprach sich für eine Hebung des Geschichtsbewusstseins in der Region um Reisberg und Giechburg aus. Besseres Ressourcen-Management reklamierte ein weiterer Teilnehmer im Hinblick auf den Bodenschutz. Und, um das "Brainstorming" zu komplettieren, machte die Äbtissin von Kirchschletten, Mechthild Thürmer, darauf aufmerksam, dass die Abteil Maria Frieden derzeit ohne Metzger ist und bei Schlachtungen zum Beispiel von Rindern weite und umständliche Wege in Kauf genommen werden müssen. Wenn man für dieses Problem also eine Lösung finden könnte?

Danach - die Veranstaltung war bereits fortgeschritten und nur noch etwa die Hälfte der Teilnehmer noch da - ging es an eine gemeinschaftliche Bewertung. Zu diesem Zweck erhielt jeder drei Klebe-Punkte, die er respektive sie auf die Themen verteilen konnte, die ihm/ihr am wichtigsten schienen.

Punkte vergeben

Fast gleichauf an der Spitze lagen die beiden Handlungsfelder Umwelt (neun Punkte) sowie "Geschichte und Kultur" (acht Punkte). Je sieben Punkte gab es für bessere Vermarktung und die Berücksichtigung des demografischen Wandels. Am Ende rangierten die Handlungsfelder Heimat und Volksmusik (zwei Punkte) sowie Wandern und Jugendprojekte (je einer).

Damit aber war noch kein konsensfähiges Konzept geschaffen. "Wir brauchen konkrete Vorstellungen für bestimmte Projekte", betonte Hubert Dietz. Diese Projekte müssen jetzt ausgearbeitet werden. Landrat Günther Denzler hatte zu Beginn der Zusammenkunft daran erinnert, dass in der ersten Förderperiode 1,5 Millionen Euro an Zuschüssen in den Landkreis geflossen seien. Damit wurden Projekte für 4,1 Millionen Euro finanziert.
Der Leader-Referatsleiter am bayerischen Landwirtschaftsministerium, Dieter Ofenhitzer, bat um die Eingabe der Bewerbungen bis zum Oktober diesen Jahres. Bis Anfang 2015 werde dann die Auswahl erfolgen. Bis 2013 seien in Bayern rund 1500 Einzelprojekte mit rund 100 Millionen Euro an Zuschüssen gefördert worden.
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