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Bamberg
Bauvorhaben

Auf dem Rothofhügel sind die Bagger angerückt - Bürger fürchten um Naherholungsgebiet

Auf dem Rothofhügel haben die Stadtwerke mit dem Bau des umstrittenen Hochbehälters begonnen. Die Initiative "Rettet den Rothof" sorgt sich um ein Kleinod.
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Die Arbeiten am Rothofplateau haben diese Woche begonnen - ein 38 Tonnen schwerer Bagger gräbt eine Traverse über das Rothofplateau.
Die Arbeiten am Rothofplateau haben diese Woche begonnen - ein 38 Tonnen schwerer Bagger gräbt eine Traverse über das Rothofplateau.
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Spaziergänger, die von der St.-Getreu-Straße zur Linde am Rothofhügel unterwegs sind, stoßen auf der Anhöhe derzeit auf ungewohnte Hindernisse. Der geschotterte Weg entlang der Kirschallee ist bis auf den lehmigen Untergrund abgeräumt. Auch auf der Hochfläche hat der 38-Tonnen-Bagger einer Baufirma bereits Fakten geschaffen und die obersten Erdschichten der künftigen Leitungstrasse abgeräumt. Baustellenlärm macht sich breit im Naherholungsgebiet, und Berge von Rohren werden dort gelagert, wo sich bislang ein schöner Ausblick bot.

Über das, was derzeit auf Bambergs Rothofhügel geschieht, gibt es unterschiedliche Meinungen. Die Stadtwerke verweisen auf den Beschluss im Stadtrat Anfang des Jahres. Die Entscheidung für den Standort, die Gestaltung und die Entfernung zur beliebten Linde seien ein Kompromiss, mit dem die Mehrheit gut leben könne. "Ich persönlich finde die Lösung sehr gelungen", sagt Sprecher Jan Giersberg. Der Hochbehälter sei weit genug von der Hangkante entfernt und füge sich gut in das Landschaftsbild ein.

Das sehen nicht alle so. Nach wie vor fürchtet die Initiative "Rettet den Rothof" um ein landschaftliches Kleinod über den Dächern Bambergs. Der Beschluss des Stadtrats über den Bau eines 1000 Kubikmeter Wasser umfassenden Hochbehälters werde unweigerlich zur Verunstaltung des Rothofplateaus führen, erklärt Katja Pütz. An der Gefahr, dass inmitten einer landschaftlich einmaligen Situation ein "gestalterisch mehr als dürftiges Implantat" drohe, ändere auch die vom FT in einem Kommentar geforderte Behutsamkeit nichts. "Vorbei die Chance, mit einer qualitätvollen Gestaltung Natur und Technik in Einklang zu bringen?", fragt Pütz.

Wer derzeit zum Rothofhügel gelangen will, sollte zumindest gute Schuhe anziehen, denn er muss sich an Baumaschinen vorbeiquetschen und matschige Wegverhältnisse in Kauf nehmen. Vor der Linde am Rothofhügel türmen sich zudem gewaltige Berge von Abfallholz, insgesamt kein schönes Bild.

Jan Giersberg von den Stadtwerken spricht davon, dass das Unternehmen versuche, die Verspätung wieder reinzuholen, die durch die halbjährige Debatte entstanden sei. Geht es nach dem Plan des Wasserversorgers, wird in den nächsten Monaten über den Weg vom Parkplatz an der St.-Getreu-Straße und weiter über das Hochplateau die bis zu fünf Meter tiefe neue Wasserleitung verlegt, ehe im Herbst mit dem Bau des eigentlichen Hochbehälters begonnen wird.

Bis Anfang 2022 wollen die Stadtwerke fertig sein, vorausgesetzt das Wetter macht den Planern keinen Strich durch die Rechnung. Laut Giersberg wird die künftig frei zugängliche Grünfläche rund um den Hochbehälter 12 000 Quadratmeter umfassen - der Acker bisher sei nicht betretbar gewesen.

Bei den Kritikern des Vorhabens bleiben dennoch Zweifel an der Aussage, dass es keine bessere Alternative gab, um die Trinkwasserversorgung für Wildensorg zu sichern.

Glaubt man Anwohner Bernhard Schmidt, gibt es am Waldrand eine Alternativ-Fläche, die mit 380 Metern über dem Meer exakt die gleiche Höhe wie der jetzt beschlossene Standort auf der Mitte der Hochfläche aufweist. Die Überhöhung des zentralen Hochplateaus wäre deshalb nicht zwingend gewesen.

Gabionen gefallen nicht

Auch die geplante Gabionenwand für das Einstiegsgebäude, Betonsteine hinter Drahtgeflecht, finden Schmidt und seine Mitstreiter verbesserungsbedürftig: "Mit einem guten Landschaftsplaner ist zweifellos eine qualitätvollere Gestaltung möglich."

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