Oberhaid
Tourismus

Antrittsbesuch der Weinkönigin in Oberhaid

Oberhaid ist ein Exot - als Wein-Gemeinde im Bierlandkreis Bamberg - und weil man sich starke unterfränkische Partner gesucht hat.
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Oberhaid zeigt bald allen, dass es eine starke Weinbau-Gemeinde ist - und unterfränkische Partner hat. Foto: Anette Schreiber
Oberhaid zeigt bald allen, dass es eine starke Weinbau-Gemeinde ist - und unterfränkische Partner hat. Foto: Anette Schreiber
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Vielleicht wird ja was aus dem studierten oberfränkischen Staffelbacher Winzer Philipp Wagner und einer der unterfränkischen Majestäten - der Abt-Degen-Wein-Prinzessin Elisabeth Goger, oder der fränkischen Weinkönigin Klara Zehnder. Beim ersten offiziellen Winzerbesuch des 2007 gegründeten Vereins Abt-Degen-Weintals beim neuen oberfränkischen Vereinsmitglied hatte man sich jedenfalls gut verstanden. Die Chemie passt, stellten die neuen Partner fest. Kirchturmdenken ist zumindest beim Wein out, und als einzige oberfränkische Gemeinde, in der sechs Winzer Wein anbauen und die über Heckenwirtschaften und Weinlokale verfügt, so Oberhaids Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD), brauche man starke Partner.

Als solches hatte die Vereinsabordnung nur ihren Vorsitzenden Thomas Stadelmann (Bürgermeister der Stadt Zeil), den stellvertretenden Landrat des Kreises Haßberge, Michael Ziegler (Bürgermeister der Stadt Eltmann) mitgebracht; mit dabei auch Abt Degen, alias Richard Schlegelmilch, weit bekannte und schlagfertige Symbolfigur des Zeiler Weinfestes gen.

Seit 2007 versuchen es die Winzer aus den Haßbergen als Verein es denen aus dem Kitzinger Raum in Sachen gemeinsame Auftritte und gemeinsames Tourismusmarketing gleich zu tun. Zum Abt-Degen-Weintal gehören die Städte und Gemeinden Haßfurt, Eltmann, Königsberg, Knetzgau Zeil, Sand, Ebelsbach, und seit letzem Jahr eben auch Oberhaid.

Schilder dabei

Da hatte Vereinsvorsitzender Stadelmann gleich auch Schilder dabei, die künftig an den Oberhaider Ortseingängen zeigen sollen, dass die oberfränkische Gemeinde jetzt dazu gehört. Schließlich führt der Abt-Degen-Wanderweg jetzt auch bis hierher. Freilich musste die Gemeinde dafür auch ihren Obolus zahlen, weil jede Menge bisherige Tafeln, Karten und ähnliches geändert werden mussten. Aber den Einstiegsbetrag von 10 000 Euro hatte der Oberhaider Gemeinderat bereits letztes Jahr bewilligt.

Neben Gemeinden gehören insbesondere Winzer und Gastronomiebetriebe, in denen Wein aus dem Abt-Degen-Weintal angeboten wird, zu den rund 100 Mitgliedern.

Seit einigen Jahren bereits ist Familie Wagner aus Staffelbach dabei. Deswegen galt ihr nach der Gemeinde Oberhaid, wo sich die Delegation ins Goldene Buch eintrug, die nächste Etappe der Tagestour der Vereinsabordnung. Touristen sind meist zwischen Zeil und Bamberg unterwegs, da liege Oberhaid auf der Strecke, habe Weinanbau und Heckenwirtschaften und passe gut zu dem Verein, so dessen Vorsitzender in Staffelbach. Er freute sich nicht nur über den "attraktiven Betrieb" der Familie, dessen Fortbestand mit Sohn Philipp garantiert sei. Schließlich arbeite dieser als Kellermeister bei einem renommierten unterfränkischen Betrieb. "Er lebt Wein." Geradezu ins Schwärmen kam Stadelmann, als er vor dem Weinbaubetrieb die Fahnen des Vereines sah.

Mit großem Interesse nahmen die Delegationsmitglieder den Weinvollernter des Hofes in Augenschein. Der schafft bis zu 40 Prozent Steigung auf den 3,8 Hektar Weinbergen der Familie Wagner und wurde im vergangenen Jahr als "Erntehelfer" beschafft. Seit zehn Tagen läuft in Staffelbach die Weinlese und nur für die Gäste aus Unterfranken hatten Klaus, Susanne und Philipp Wagner die Arbeit unterbrochen, um die Gäste in der Heckenwirtschaft zu verköstigen.

Ziegler und Stadelmann zeigten sich hocherfreut und betonten, dass sie bei ihrem Besuch gemerkt hätten, wie gut man zusammenpasse.

Über Familie Wagner und die Gemeinde Oberhaid meinte Stadelmann: "Klasse, dass Ihr euch einbringt." Das freute auch Bürgermeister Joneitis. Von der Kooperation verspricht er sich für die Gemeinde wichtige Impulse. Mit Schmunzeln reagierte Joneitis übrigens auf den Bierprinzen Sebastian Gocker in der Delegation. Denn wie die Gemeinde Oberhaid weiß auch die unterfränkische Delegation, dass man sich an der Schnittstelle zwischen Wein- und Bierfranken befindet.

In Oberhaid ging es neben dem Antrittsbesuch der Königin um die Probleme, mit denen die Winzer in diesem Jahr konfrontiert waren und wie diese gelöst wurden beziehungsweise gelöst werden können.

In der Gemeinde Oberhaid gibt es insgesamt sechs Winzer die zusammen eine Weinbergfläche von rund 30.000 Quadratmetern bewirtschaften.



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