Laden...
Bamberg
Großereignis

Antikmarkt: Trödeln bei Traumwetter

Bei strahlendem Sonnenschein nutzten wieder Tausende Besucher den Bamberger Antikmarkt für so manches Schäppchen. Experten raten den Veranstaltern allerdings, die Zahl der Stände künftig zu reduzieren.
Artikel drucken Artikel einbetten
Gutachter bewerteten mitgebrachte Gegenstände. Foto: Matthias Hoch
Gutachter bewerteten mitgebrachte Gegenstände. Foto: Matthias Hoch
+19 Bilder
Ob man nun auf der Suche nach altem Christbaumschmuck oder ein Fan von Reklametafeln aus Emaille ist, antiquarische Bücher sammelt oder sein ererbtes Tafelservice wieder vervollständigen will - am Bamberg Antikmarkt wird für jeden Geschmack und jede Preisklasse etwas geboten. In diesem Jahr haben 497 Händler aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland an 730 Ständen auf einer Länge von ca. 2,2 Kilometer ihre Ware präsentiert.

Bereits zum 14. Mal wurde die Bamberger Innenstadt am Tag der Deutschen Einheit zum Eldorado für Antiquitäten- und Trödelfans, aber auch für nicht endende Besuchermassen. Streckenweise war schon um die Mittagszeit kaum mehr ein Durchkommen an einigen Engstellen.

Doris und Robert Hagemeier aus Leverkusen kommen schon seit Jahren zum Bamberger Antikmarkt. "Wir finden auch jedes Jahr immer etwas Nettes und etwas besonders Schönes", erzählt Doris Hagemeier und zeigt die bereits erstandene Leinentischwäsche und den silbernen Kerzenständer. Die Eheleute verbinden den Marktbesuch jedes Mal mit einem Kurzurlaub in der Weltkulturerbestadt Bamberg und wollen auf der Heimfahrt noch Studienkollegen in Aschaffenburg besuchen.

Raritäten und Kostbarkeiten
Vielleicht haben die beiden auch den Stand von Bernd Müller aus Mannheim gefunden. An seinem Marktstand sind Raritäten und Kostbarkeiten aus Porzellan zu finden gewesen. Hochwertiges Rosenthal-Porzellan, wie zum Beispiel die "Reitende auf dem Pfau" konnte dort gekauft werden. Der Händler selbst sammelt schon seit längerem Porzellan. "Es hat mich einfach gepackt", so erklärt er seine Vorliebe für das edle Porzellan. Seine Ware spricht eher das "Fachpublikum" beziehungsweise die Sammler an.

Der Bamberger Antikmarkt wird vom Bürgerverein Bamberg-Mitte in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketingverein Bamberg organisiert. Gisela Schlenker, Beiratsmitglied des Bürgervereins, ist schon seit Anfang an beim Antikmarkt mit dabei. Sie sieht den Markt als eine "große Bereicherung für Bamberg" und lobt "das große ehrenamtliche Engagement der vielen Helferinnen und Helfer", insbesondere auch die Mitarbeit einer studentischen Gruppe. Ohne sie "wäre der Markt in seine jetzigen Dimension nicht zu stemmen", so Schlenker, die daran erinnert, dass der Bürgerverein mit dem Reinerlös des Marktes zahlreiche soziale, kulturelle und caritative Einrichtungen und Organisationen in Bamberg unterstützen kann.



Citymanager Klaus Stieringer vom Stadtmarketingverein zeigte sich sehr erfreut darüber, dass "die neuen Flächen auf der Kettenbrücke so toll angenommen werden." In Bezug auf das "schon seit Jahren traumhaft schöne Wetter am Bamberger Antikmarkt" meinte er, dass "Petrus vielleicht doch ein Trödelfan ist und ein Fable für Antiquitäten hat."

Gutachter vor Ort
Qualität ist und bleibt die wichtigste Maxime für die Organisatoren des Marktes. Heuer waren es zwei Gutachter, die den Markt bewerteten und beurteilten. Jörg Löfke und Siegfried Beil, auf Antikmärkten in ganz Deutschland tätig, lobten in einer ersten Stellungnahme den Bamberger Markt "als eine Top-Adresse in der Kategorie nicht-überdachte Märkte". Sie bezeichneten ihn als den größten Markt in diesem Bereich und bescheinigten einen sehr guten Qualitätsstandard. Aus ihrer Sicht ist es für den Bamberger Antikmarkt wichtig, "schwarze Schafe konsequent zu verbannen" und sie raten dazu, die Anzahl der Stände zukünftig zu reduzieren.

Neu in diesem Jahr war ein besonderer Service für Besucher und Händler. Unter dem Motto: "Kunst oder Krempel?" konnte gekaufte Ware, aber auch Dinge, die von zu Hause mitgebracht wurden, von den zwei Experten vor Ort begutachtet und geschätzt werden. Rund 120 Personen haben von diesem Angebot Gebrauch gemacht und der ein oder andere ist dann doch mit sehr zufriedener Miene wieder nach Hause gegangen.


 

Kommentare (1)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren