Bamberg
US-Standorte

Amerikaner ziehen wohl aus Bamberg ab

Die neue Strategie der US-Streitkräfte nährt Spekulationen über die Zukunft der fränkischen Standorte. Der Abzug aus Bamberg und Schweinfurt scheint mittlerweile beschlossen.
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Der mögliche Abzug der Amerikaner wird vor allem Bamberg-Ost umkrempeln: Unser Bild zeigt die US-Mannschaftsunterkünfte nördlich der Pödeldorfer Straße.
Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) rechnet mit allem: Zusammen mit seinem Schweinfurter Amtskollegen Sebastian Remelé (CSU) und der parteilosen Ansbacher Oberbürgermeisterin Carda Seidel ist er am 2. Februar in den US-Stützpunkt Ansbach einbestellt.

Dort findet ein Treffen mit dem Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Europa, Generalleutnant Mark Hertling, und den drei Kommandeuren der US-Standorte Bamberg, Schweinfurt und Ansbach statt. Was der Chef der amerikanischen Streitkräfte den Vertretern der drei fränkischen Städte mitteilen möchte, darüber bewahren die Amerikaner bislang absolutes Stillschweigen.

Gerade deshalb sorgt man sich im Bamberger Rathaus, dass es Informationen über den endgültigen Abzug der Amerikaner sein könnten, die die Oberbürgermeister in Ansbach erwartet.
Zwar ist die Auflösung der Garnison in Bamberg bis zum Jahr 2013 schon seit Langem beschlossene Sache, doch eine Bestätigung, dass das Ende des traditionsreichen Standorts nun wirklich bevorsteht, gab es bisher nicht.

Bis vor Kurzem hatte der Bamberger Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn (CSU) noch Hoffnung, dass zumindest Teile der Streitkräfte in Franken bleiben könnten. "Es gab Anzeichen, dass sich die Verlegung der in Bamberg stationierten Soldaten in das oberitalienische Vicenza verzögern könnte, weil dort die dafür benötigten Einrichtungen noch nicht zur Verfügung stehen", sagte Silberhorn. Zurzeit sind in Bamberg 3200 Soldaten stationiert, dazu kommen 4500 Familienangehörige.

Einen Rückschlag erlitten die Bemühungen, die fränkischen Standorte mit ihrer großen wirtschaftlichen, aber auch geschichtlichen Bedeutung zu erhalten, Anfang Januar durch die neue Militär-Doktrin der US-Streitkräfte. Diese unter dem Druck leerer Kassen entwickelte, veränderte Einsatzstrategie hat zur Folge, dass nicht mehr wie bisher nur eine, sondern zwei von vier in Europa stationierten Brigaden abgezogen werden sollen.
Bedeutet dieser Wechsel das Aus für die Warner-Barracks in Bamberg und die Ledward-Barracks in Schweinfurt?

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