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Bamberg
Seelsorge

Am Sonntag senden wir live aus der Erlöserkirche

Am Sonntag um 11 Uhr überträgt infranken.de einen Gottesdienst direkt aus der Erlöserkirche in Bamberg.
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Am Sonntag um 11 Uhr streamt der Fränkische Tag einen Gottesdienst aus der Erlöserkirche in Bamberg auf seiner Facebook-Seite. Foto: privat
Am Sonntag um 11 Uhr streamt der Fränkische Tag einen Gottesdienst aus der Erlöserkirche in Bamberg auf seiner Facebook-Seite. Foto: privat
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Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Das gilt auch inmitten der Corona-Krise mit Ausgangssperre und geschlossenen Gaststätten. Die Menschen können sich bei Supermärkten und Händlern trotzdem ihre Lebensmittel kaufen. Doch woher geistlichen Beistand in diesen Zeiten der Unsicherheit nehmen, wenn alle Gottesdienste entfallen? Die Kirchen gehen dieses Problem vor allem online an und bieten auf ihren Internetseiten aktuelle Beiträge, Videos und Streams von Messen an. Auch infranken.de möchte den Hunger seiner Leser auf tröstliche und spirituelle Unterstützung lindern und startet heute die Serie "Lichtblick" mit kurzen religiösen Texten, in denen sich Geistliche mit der aktuellen Lage auseinandersetzen.

Zuschauer erwünscht

Den Auftakt bestreitet Pfarrer Thomas Braun, Evangelischer Universitätsseelsorger und Pfarrer an der Erlöserkirche Bamberg, und schreibt über "Unsere Welt wird kleiner ... die Liebe nicht!" Das wird auch das Thema eines Gottesdienstes sein, den Braun zusammen mit Pfarrerin Anette Simojoki und ihrem Team in der Erlöserkirche am morgigen Sonntag um 11 Uhr gestaltet - und zwar eigens für den FT und infranken.de. Denn Besucher werden auch diesmal in der Kirche am Kunigundendamm nicht zugelassen sein, wir übertragen den Gottesdienst jedoch live auf unserer Facebook-Seite "Fränkischer Tag Bamberg" und freuen uns hier auf viele Zuschauer. Auch danach wird das Video auch auf infranken.de abrufbar sein.

Lichtblick von Pfarrer Thomas Braun (Erlöserkirche)

Unsere Welt wird kleiner...die Liebe nicht!

Unsere Welt wird neuerdings abgemessen. Auf zwei Meter genau. Wie ein innerer Zollstock im Quadrat.

Abstand halten lautet die Devise. An der Kasse und an der Frischetheke wird es sogar auf den Boden geklebt, damit wir auch wirklich den richtigen Abstand halten. Wenn wir dann nach Hause gehen mit unseren Einkäufen, achten wir darauf, dass wir niemandem zu nahe kommen. Vielleicht wechseln wir sogar die Straßenseite, bis wir endlich in unseren eigenen vier Wänden ankommen.

Unsere Welt ist kleiner geworden. Sie besteht aus vier Wänden und zwei mal zwei Metern.

Und doch ... fragen die Nachbarn, ob sie älteren Menschen helfen können. Beim Einkaufen oder ähnlichem. Nachbarschaftshelden. An der Kasse sagt mir die Kassiererin: "Bleiben Sie gesund." Und viele Menschen tun ihren Dienst in unserer Gesellschaft, damit wir dieses Virus überstehen können. Ärzte, Pflegekräfte, Postboten und viele mehr.

Unsere Welt wird auch größer. Von der Fürsorge füreinander. Nächstenliebe nennen wir Christen das. "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Mk 12,31)

Bleiben Sie gesund! Und dann freue ich mich, wenn wir uns irgendwann auch mal bedanken dürfen. Bei unseren eigenen Nächsten-Liebe-Helden. Den ersten, den ich treffe, nehme ich vielleicht einfach mal in den Arm. Wenn der innere Zollstock wieder weggepackt ist ...