Wattendorf
Feier

Altarweihe in Gräfenhäusling: Ein Fels des Glaubens

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick weiht den neuen Altar in Gräfenhäusling. Die Erneuerung der Kircheneinrichtung hat 50 000 Euro gekostet.
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Foto: Joseph Beck
Foto: Joseph Beck
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Die Frühlingssonne strahlte am Samstag über dem kleinen Juradorf Gräfenhäusling. Schon am Tag vorher wurden neben dem Eingang der Kirche St. Christopherus Fichtenbäumchen aufgestellt und mit gelb-weißen Bändern verziert. Auch die Kirche wurde auf Hochglanz gebracht, hatte sich doch hoher Besuch aus Bamberg angemeldet, um den neuen Volksaltar zu weihen.

Angeführt von den vielen Ministranten mit Fahnen und Kreuz zog Erzbischof Ludwig Schick zusammen mit Kirchen- und Pfarrgemeinderäten, Bürgermeister Thomas Betz, den Geistlichen und Gläubigen vom Feuerwehrhaus zur Kirche. Pfarrer Michael Morawietz hieß ihn dort auch im Namen seiner Mitbrüder Michael Herrmann aus Königsfeld, dem langjährigen "Gräfenhäuslinger Pfarrer" Studienrat Leonhard Mayerhöfer, Pfarrer im Ruhestand Miecyslaw Turek, Kaplan Christian Montag, und der Diakone Markus Grasser und Michael Herbst willkommen.

Die Gräfenhäuslinger hatten in Eigenregie ihre Kirche innen neu gestrichen, die Beleuchtung erneuert und auch den Volksaltar und Ambo nun aus Stein erstellen lassen. Die Freude über das gelungene Werk konnte man in allen Gesichtern lesen. Der Erzbischof dankte allen Beteiligten und Helfern und sagte: "Sie haben eine schöne Kirche, und ich freue mich mit ihnen."

Dann segnete er das Wasser, besprengte damit den neuen Ambo und auch die Gläubigen in der Kirche. Nach den Lesungen verkündete Diakon Herbst das Tagesevangelium. Der Erzbischof betonte in seiner Predigt, dass der neue Altar der Kirche "wieder einen echten Mittelpunkt ergibt, wir versammeln uns um ihn, um Gott als Fels der Heilung und Hoffnung zu erfahren".

Schick forderte auf zum Danksagen an Eltern, Lehrer und Mitmenschen. Er fuhr fort: "Orte der Besinnung und des Dankes sind Kirchen mit Altären." Ohne diese Orte der Besinnung würden die Menschen oft krank, da sie sich oft zu sehr vom Kleinklein des Alltags vereinnahmen ließen, mahnte Schick. Er begründete den Altar aus Stein mit der Symbolkraft auf Gott, den Felsen und Anker unseres Heiles. Er sei auch ein Zeichen Jesu, der in Brot und Wein auf den Altar komme, einen Ort des Segens und der Sendung, schloss der Erzbischof seine Predigt.

Zu Beginn der Weihefeierlichkeiten wurde die Allerheiligenlitanei gesungen. Dann setzte Schick Reliquien des Märtyrers Faustus in den Altar ein, segnete ihn mit Weihwasser und salbte ihn mit Chrisam. Dieses heilige Öl sei das Zeichen Christi unter den Menschen. Fünf Weihrauchstäbe, als Erinnerung an die fünf Wunden Christi am Kreuz, wurden sodann auf den Altar gesetzt und angezündet. Wie Weihrauch sollen die Gebete zu Gott aufsteigen.

Das Flackern der Lichter, das Aufsteigen des Rauches und der Duft des verbrennenden Weihrauches waren sicherlich der beeindruckendste Teil der Weihezeremonie, zu der die Gemeinde das Lied sang: "Komm Schöpfer Geist kehr bei uns ein".

Viele Beteiligte

Dann deckten Frauen den Altar mit neuen Tüchern ein und Herbst entzündete die Kerzen vom Licht der Osterkerze. Gemeinsam mit dem Erzbischof feierten alle Priester das feierliche Pontifikalamt. Den Gottesdienst umrahmten musikalisch die Jurasänger mit ihrem Dirigenten Günther Schmelzer.

Kirchenverwaltungsvorsitzender Richard Freitag dankte zum Schluss dem Erzbischof für sein Kommen, allen Spendern und Helfern bei der Kirchenrenovierung, die rund 50 000 Euro gekostet habe. Sein Dank galt auch der Gemeinde mit Bürgermeister Thomas Betz (CSU) und dem Erzbischöflichen Ordinariat für die finanzielle Unterstützung. Er lobte auch die gute Zusammenarbeit mit dem Frankenmaler Markus Dinkel und mit dem Steinbildhauer Günther Werner, der Altar und Ambo geschaffen habe. Den ausgeschiedenen Kirchenräten Rudolf Kohles, Anita Preißinger und Alois Düthorn überreichte er für ihre 18- bis 24-jährige Tätigkeit eine Christopherusfigur und einen Blumenstrauß. Er schloss seine Ansprache: "Wir haben nun einen Altar aus Stein, einen Altar für viele Jahrzehnte, man kann sagen: für die Ewigkeit."

Nach dem "Te deum" und dem Segen zogen alle in den Saal der Gastwirtschaft Krappmann, wo das Mittagessen stattfand und die Möglichkeit zum Gespräch und Begegnung mit dem Erzbischof gegeben war.

Hier erzählte auch der Steinbildhauer GüntherWerner aus Schney bei Lichtenfels: "Der Altar ist aus Jura-Dolomit. Damit es ein Block ohne Schwachstellen ist, bin ich extra in den Steinbruch gefahren und habe ihn dort ausgesucht." Das Aufstellen sei auch nicht ganz einfach gewesen, fuhr er fort, da der Block zusammen mit der Tafel darüber rund 1500 Kilogramm wiege. Er musste also auch den Untergrund des neuen Altares berücksichtigen. Ähnlich sei es auch beim Ambo gewesen. "Die Zusammenarbeit mit den Gräfenhäuslingern ist aber hervorragend gewesen", schloss der Bildhauer.

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