Bamberg
Abitur

Alle Achtung, Bamberger Abiturienten!

Zum Tag der Verabschiedung des diesjährigen Abiturjahrgangs stellen wir ihnen exemplarisch einige Schüler der Bamberger Gymnasien vor.
Artikel drucken Artikel einbetten
Timo Weber, Manush Mirzai, Alexa Skoczynski, Nadine Will, Anneke Zinkann, Johanna Kestel, Miriam Zrenner und Shayan Mirzai gehören zu den diesjährigen Abiturienten am Franz-Ludwig-Gymnasium. Aus ihrem P-Seminar "Sport ohne Grenzen" fehlen auf dem Bild Markus Firsching, Annika Goth, Larissa Hipp, Yasin Pöhnlein, Martin Simmerlein und Seminarleiterin Martina Nikol. Foto: Stefan Fößel
Timo Weber, Manush Mirzai, Alexa Skoczynski, Nadine Will, Anneke Zinkann, Johanna Kestel, Miriam Zrenner und Shayan Mirzai gehören zu den diesjährigen Abiturienten am Franz-Ludwig-Gymnasium. Aus ihrem P-Seminar "Sport ohne Grenzen" fehlen auf dem Bild Markus Firsching, Annika Goth, Larissa Hipp, Yasin Pöhnlein, Martin Simmerlein und Seminarleiterin Martina Nikol. Foto: Stefan Fößel
+7 Bilder
Für viele Bamberger Gymnasiasten endet heute die Schulzeit. Nach Jahren des Lernens, Wochen der Prüfungen und Tagen spontaner Feiern verabschieden die Schulen nun ihre Absolventen. Wir wollten exemplarisch sieben Bamberger Abiturienten vorstellen.
Das Franz-Ludwig-Gymnasium hat uns dafür nicht nur einen Schüler, sondern ein ganzes P-Seminar vorgeschlagen: Das bereits preisgekrönte Projekt "Sport ohne Grenzen - Schüler des FLG führen Deutsche und Flüchtlinge zusammen" unter Leitung von Oberstudienrätin Martina Nikol zeigte auf, welchen integrativen Charakter Sport haben kann.
"Wir wollten die Arbeit mit Flüchtlingen mit Sport verbinden, haben Sportstunden geplant, Flüchtlinge eingeladen, haben mit ihnen Fußball gespielt und waren im Klettergarten", berichtet Johanna Kestel, eine der 14 Abiturientinnen, die dem P-Seminar angehörten. Außerdem beteiligten sich Timo Weber, Manush Mirzai, Alexa Skoczynski, Nadine Will, Anneke Zinkann, Miriam Zrenner, Shayan Mirzai, Markus Firsching, Annika Goth, Larissa Hipp, Yasin Pöhnlein und Martin Simmerlein.
Nach anfänglicher Zurückhaltung zog das Projekt bald große Kreise. Am Ende gab es sogar ein großes Fußballturnier mit verschiedenen Flüchtlingsgruppen, darunter Syrer, Iraner, Iraker, Afghanen und Somalis. "Wir sind selbst in die Wohnheime gegangen, haben Betreuer angesprochen, aus dem Projekt sind zum auch Freundschaften entstanden", fügt Miriam Zrenner an. "Man muss einfach anfangen und die Flüchtlinge ansprechen", rät Anneke Zinkann. "Die waren alle total offen und viele können schon echt gut Deutsch." Am FLG wird es im kommenden Schuljahr eine Fortsetzung dieses P-Seminars geben. Für die diesjährigen Absolventen bleibt es Stück eindrucksvolle Erinnerung an ihre Schulzeit.

Mit Pauken und Orchestern
Markus Uttenreuther, 18, aus Bamberg, ETA-Hoffmann-Gymnasium:
"Mit dem Abitur stehen einem einfach sehr viele Wege offen. Allgemein war die Schule eine schöne Zeit, ich habe mich immer sehr wohl gefühlt. Besonders schön war die Abschlussfahrt in der zehnten Klasse, zu der wir auf dem Ijsselmeer Segeln waren. Auch die Atmosphäre unter den Mitschülern und Lehrern war bei uns am Gymnasium sehr gut. In meiner Familie spielen alle ein Instrument und ich habe mich in der Grundschule für das Schlagzeug entschieden. Auch beruflich kann ich mir das gut vorstellen. Speziell in der elften und zwölften Klasse wurde es dann ernster, ab da habe ich darauf hingearbeitet, mehr geübt und auch Paukenunterricht genommen. Immer mal wieder habe ich im Blasmusik- und Oberstufenorchester der Schule oder mit meinem Schlagzeugduo gespielt und als Trio mal im Bundeswettbewerb ,Jugend musiziert' einen ersten Preis gewonnen. Ab Herbst werde ich dann mein Schlagzugstudium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover beginnen." nsc

Der Reiz der Gerechtigkeit
Erzen Grabanica, 19,aus Hallstadt, Dientzenhofer-Gymnasium:
"Ich hatte Glück, ans Dientzenhofer- Gymnasium gegangen zu sein. Es ist die einzige Schule, die Italienisch anbietet. Das ist etwas Besonderes. In der achten Klasse hat alles angefangen, später habe ich mich dann mehr mit Italien auseinandergesetzt und bin oft dorthin gereist. Am DG konnte ich meine Fächer so gestalten, dass die Sprache im Vordergrund steht. Ein Glück waren auch die vielen Auslandsreisen mit der Schule nach England, Spanien oder Italien. In der Abiturzeit hat sich dann aber das Wirtschaftliche und Juristische verfestigt. Mich reizt die Gerechtigkeit. Deswegen will ich Jura studieren. Gerne würde ich in Bayern bleiben, das beste wäre die LMU in München. Aber meinen Master of Laws will ich in Turin oder Siena machen. Als Anwalt kann ich das Italienische nutzen. Am DG hat eine besondere Verbindung zwischen den Lehrern und den Schülern geherrscht. Wir konnten immer fragen stellen, sogar bis einen Tag vor dem Abitur. Die Lehrer standen uns immer zur Seite." nsc

Kleine Momente und großer Stolz
Leonie Götz, 18, aus Bamberg, Eichendorff-Gymnasium:
"Nach so kurzer Zeit mit bestandenem Abitur bedeutet es für mich noch große Erleichterung und Stolz darüber, es endlich geschafft zu haben. Manche Lehrer werde ich auf jeden Fall vermissen, auch wenn man es nicht glauben mag. Ich kann mir vorstellen, dass mir weniger der Schulalltag fehlen wird, als die die kleinen Momente, die für mich das Beste waren. Ich habe nicht vor, sofort zu studieren. Ich möchte mich erst noch mehr orientieren. Mein Studiengang soll aber auf jeden Fall etwas mit Medien und Kommunikation zu tun haben. Einen journalistischen Beruf kann ich mir zum Beispiel ganz gut vorstellen. Außerdem wünsche ich mir, vieles von der Welt zu sehen, meine Ziele sind vor allem Island und Kanada. Schauspiel ziehe ich weiterhin als Hobby in Betracht. Der Reiz liegt für mich darin zu zeigen, nicht die introvertierte Person zu sein, die jeder von mir erwartet. Es hat vor allem mein Auftreten verändert und war ein guter Ausgleich und Ablenkung zum Schulalltag. Seine Wut und Sorgen konnte man sehr gut einfach ,wegschreien'."

Die Musik der Natur
Vanessa Bieberstein, 19, aus Sambach, Kaiser-Heinrich-Gymnasium:
"Nach meinem Realschulabschluss wollte ich das Abitur machen. Es gibt in Bamberg nur zwei Schulen, die eine Einführungsklasse anbieten. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass das KHG eine so tolle Schulgemeinschaft hat - also ein richtiger Glücksgriff. Viele erzählten von der großen Lernumstellung, doch nach einigen Wochen wurde mir bewusst, dass alles halb so wild war.
Für mich ist das Abitur der Schlüssel für ein Studium an einer Universität. Ich möchte etwas naturwissenschaftliches studieren und weiterhin in meiner Freizeit Musik machen.
Bei meiner Uroma habe ich im Fernsehen oft Andre Rieu gesehen und wollte genauso Geige spielen wie er. In der ersten Klasse durfte ich dann mein Wunschinstrument lernen.
Seit Beginn der Einführungsklasse bis zum Abi war ich Teil des Schulorchesters und eines Streichquartetts aus Oberstufenschülern. Bis Ende des Schuljahres war ich Konzertmeisterin des Orchesters der Kreismusikschule. Im März nahm ich an der Welturaufführung des "Orlando Tango" teil." nsc

Die Organisation des Himmels
Mona Pfohlmann, 18, aus Tütschengereuth, Maria-Ward-Gymnasium :
"Abitur bedeutet für mich vor allem, Freiheit zu haben. Mir hat es immer sehr gut gefallen, ich habe gute Freunde gefunden, es war eine gute Gemeinschaft. Die Abiturzeit ist nicht so schlimm, wie alle denken. An meiner Schule war ich Tutorin für die Fünftklässler. Ich wollte ihnen den Einstieg erleichtern, weil ich das Angebot selbst genossen habe. Als Streitschlichterin mochte ich, den Jüngeren helfen zu können. Ich mag einfach organisatorische Sachen. Mein Abifach Astrophysik hat mich interessiert, weil man am Himmel Veränderungen beobachten kann. Manchmal sieht man die Venus oder den Mars, man weiß aber nicht genau, warum die Ereignisse am Nichthimmel sind, wie sie sind. An den Unterricht selbst werde ich mich kaum erinnern. Aber etwa an die Schulhausübernachtungen, die ich für meine Tutorenklasse und später für meine eigene zehnte Klasse mitorganisiert habe. Nach dem Abi will ich in den Urlaub fahren, die Zeit genießen, mit Freunden was machen. Alles, wofür ich bisher wenig Zeit hatte." nsc

Vom Nutzen für das Leben
Florian Hartnagel, 17, aus Pettstadt, Clavius-Gymnasium :
"Rückblickend ging die Schulzeit gegen Ende sehr schnell vorbei. Während der Zeit habe ich viel gelernt, von dem ich auch einen Teil im späteren Leben nutzen kann. In Erinnerung werde ich ganz sicher die Abschlussfahrt in der elften Klasse behalten. Fast eine Woche segelten wir auf der Ostsee von Wismar nach Neustadt. Besonders interessant war es, Essen für über 30 Personen auf einmal kochen zu müssen. Informatik habe ich gewählt, weil ich mich damit auch in meiner Freizeit beschäftigt habe. Im Projekt-Seminar in Informatik zum Thema "Lateinische Spuren in Bamberg" haben wir eine App zum Auffinden und Übersetzen von lateinischen Inschriften programmiert. Den Studiengang Technomathematik habe ich in der elften Klasse kennengelernt. Ich habe gemerkt, dass meine Stärken Informatik und Mathematik gut zusammenpassen. Sehr gut finde ich es, mit meinem Wissen anderen Menschen helfen zu können. Ich werde in Schweinfurt studieren, will aber in Bamberg wohnen bleiben, weil hier meine Heimat ist." nsc

Statistik Prüfungsfächer (schriftlich und mündlich kumuliert)

FLG ETA EG CG Erz.AG DG MWG KHG Theres Gesamt
Englisch 95 97 50 133 7 108 76 74 41 682
Französisch 14 2 7 10 1 8 8 50
Latein 13 23 8 6 13 5 19 11 98
Griechisch 2 2 4
Italienisch 5 5
Spanisch 6 8 7 7 4 1 33
Geographie 42 5 7 40 33 7 31 5 170
Geschichte/
Geschichte-Sozialkunde
13 55 2 26 5 23 23 40 29 216
Sozialkunde 16 9 7 32
Wir. & Recht 11 24 6 30 27 25 7 130
Ethik 15 10 9 8 7 3 52
Ev. Religion 10 6 9 20 2 11 4 8 70
Kath. Relig. 28 18 9 10 24 20 6 17 132
Musik 7 32 4 27 3 3 9 3 88
Kunst 64 28 8 28 16 51 13 11 219
Physik/
Astrophysik 9 6 8 21 9 9 11 2 75
Biologie 16 22 22 27 7 35 14 32 26 201
Chemie 8 2 21 3 3 8 45
Sport 21 3 18 31 1 20 94
Informatik 7 8 15
Sozialwiss. Arbeitsfelder 1 1

Abiturienten 119 119 59 143 7 125 86 95 51 804


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren