Bamberg
Ankerzentrum

AEO: Bamberg soll entlastet werden

Innenminister Herrmann macht Zugeständnisse an Bamberg: Bis zu zwei Häuser der AEO sollen freigegeben werden, um den Wohnungsmarkt zu entlasten.
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Insgesamt 21 Wohn- und Verwaltungsgebäude  nutzt die Regierung für die Unterbringung von Flüchtlingen  im Ankerzentrum Bamberg.  Ronald Rinjklef
Insgesamt 21 Wohn- und Verwaltungsgebäude nutzt die Regierung für die Unterbringung von Flüchtlingen im Ankerzentrum Bamberg. Ronald Rinjklef

"Das war fast wie Weihnachten." So kommentiert Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) die Ergebnisse eines Treffens mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und der Regierungspräsidentin von Oberfranken, Heidrun Piwernetz, das Mitte September in Bamberg stattfand. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat Herrmann dabei erstmals die Freigabe von ein oder zwei Wohnblöcken auf dem Gelände des Ankerzentrums in Bamberg (AEO) in Aussicht gestellt.

Diese Forderung war wiederholt aus Bamberg an den Minister gerichtet worden. Bisher hat die Staatsregierung solche Bitten mit dem Hinweis auf die Vertragsvereinbarungen vom November 2015 stets abgelehnt. Damals hatten OB und Stadtrat der maximalen Belegung der Einrichtung mit 4500 Asylbewerbern zugestimmt.

Drei Jahre danach zeichnet sich bei der Fläche des Ankerzentrums nun doch die von vielen Bürgern gewünschte Entlastung ab. So stellte Herrmann im Gespräch mit Bambergs Stadtoberhaupt in Aussicht, im Januar 2019 im Lichte der dann aktuellen Flüchtlingssituation über Bamberger Gebäudewünsche zu reden. "Wenn der Neuzugang von Flüchtlingen in den nächsten Monaten weiter rückläufig sei, können von den gegenwärtig als Reserve gehaltenen Unterkünften eventuell ein oder zwei Häuser freigegeben werden, um den Wohnungsmarkt zu entlasten", lautet nun die Zusage aus München. Bambergs OB freute sich über die Bereitschaft der Staatsregierung, Bamberg durch eine flächenmäßige Verkleinerung des Ankerzentrums entgegenzukommen. "Wir brauchen die Gebäude dringend, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. " Für weitergehende Forderungen habe man einen konkreten Lösungsweg vereinbart.

Bei der Belegung der AEO bleibt es beim gegenwärtigen Stand von maximal 1500 Personen. Dennoch soll Bamberg nach den Vereinbarungen von Herrmann und Starke auch bei der Zahl der Flüchtlinge entlastet werden. Dazu soll die Regierung von Oberfranken ein Gesamtkonzept vorlegen, in dem dargelegt wird, wie die Gemeinschaftsunterkünfte im Stadtgebiet Bamberg schrittweise abgebaut werden können.

Nach Auskunft der Stadt Bamberg leben neben den Bewohnern des Ankerzentrums derzeit rund 350 Flüchtlinge in fünf von der Regierung betriebenen Gemeinschaftsunterkünften. Bei ihnen handelt es sich um anerkannte Asylbewerber oder solche mit Duldung aus unterschiedlichen Krisenregionen. Sollten diese Unterkünfte wie nun in Aussicht gestellt aufgelöst werden, müssen die Asylbewerber in anderen Gemeinden Oberfrankens untergebracht werden. Teilweise bestehen allerdings langfristige Mietverträge der Regierung mit den Gebäudeeigentümern.

Entgegenkommen zeigte Minister Herrmann auch in der Frage der Mehrkosten, die der Stadt durch die Flüchtlingseinrichtung seit 2015 unter anderem im Sozialreferat entstanden sind. Man einigte sich pauschal auf 500 000 Euro, die der Stadt nun als Kostenersatz bis einschließlich erstes Quartal 2019 gezahlt werden.

Derzeit nutzt die AEO 21 ehemalige US-Wohnblöcke, 16 als Wohngebäude, fünf als Verwaltungsgebäude. Die meisten dieser Häuser umfassen je 18 Wohnungen. Tatsächlich nutzbar sind nach dem Brand vom Wochenende nur noch 15 Wohngebäude. Nach wie vor unklar ist die Brandursache. Wie die Staatsanwaltschaft Bamberg auf Nachfrage erklärte, gestalten sich die Ermittlungen zu dieser Frage als langwierig.



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