Bamberg
Weihnachtsmärkte

Adventszauber hier wie dort

Am dritten Adventswochenende gab es in der Johanniskapelle und im Stephanshof sowie im Combonihaus und Josefsheim gleich zwei Attraktionen.
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Die Don-Bosco-Musikanten stimmten am Combonihaus Adventslieder an, denen viele Besucher lauschten.  Fotos: Marion Krüger-Hundrup
Die Don-Bosco-Musikanten stimmten am Combonihaus Adventslieder an, denen viele Besucher lauschten. Fotos: Marion Krüger-Hundrup
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Jonas bewies mit Feuereifer, dass Sternebasteln nicht nur Mädchenkram ist. Zwar war der Zehnjährige der einzige Bub, der geduldig Perle für Perle auf dünnen Draht fädelte. Doch ihm machte es Spaß, wie er bekundete. Zumal er den selbstgebastelten Stern seiner Mutter für den Christbaum mitbringen wollte. Unter der Anleitung von Iryna Kovalchuk aus der Ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde in Bamberg gelang Jonas auch ein kleines Kunstwerk.

Um Kunsthandwerk hoher Qualität ging es denn auch bei dem Interkulturellen Adventsmarkt in der Johanniskapelle und im Stephanshof unter der bewährten Leitung von Bettina Kröner. Erstmals trat auch die Kirchengemeinde St. Stephan als Mitveranstalter auf und ergänzte den Migranten- und Integrationsbeirat der Stadt Bamberg. So eröffnete nicht nur Bürgermeister Christian Lange (CSU) das zauberhafte Treiben und anspruchsvolle Kulturprogramm, sondern auch Pfarrer Walter Neunhoeffer.

Weihnachtsschmuck aus Zinn

Eher ein reifes Publikum schlenderte von Stand zu Stand mit hochwertigen Waren aus Holz, Keramik, Stoff, Muranoglas oder Wolle und mehr. Zumindest tagsüber hielt aber der eine oder andere Händler vergeblich Ausschau nach Kunden. Eine vielbesuchte Ausnahme waren die Tische mit Zinnobjekten, die Ralf Odon feilbot: "In Franken, in Bayern überhaupt ist Weihnachtsschmuck aus Zinn traditionell", begründete der Heidelberger den guten Zulauf. Geschickt machte sich Odon auch daran, mit Hilfe eines sogenannten Pantographen ein Namensschild aus Zinn zu gravieren. "Ein Geschenk für einen 50. Geburtstag", lächelte der Auftraggeber, ein Tourist aus Berlin, der per Zufall in der Johanniskapelle gelandet war: "Ich bin eigentlich wegen der Krippen nach Bamberg gekommen", erklärte der Berliner.

Der Duft kulinarischer Köstlichkeiten aus der Ukraine wie Borschtsch, Varenky und Holubzi vermischte sich mit dem der türkischen Spezialitäten wie Börek und Baklva. Die Hungrigen standen im Stephanshof Schlange. Vor dem Gebäude lockte Glühwein, veredelt mit Honig. Das ein oder andere Kind fütterte derweil den Esel und die drei Schafe der "Lebenden Krippe" mit bereitgestelltem Heu. Doch in erster Linie waren es Erwachsene, die an dem Ställchen am Eingangstor zur Johanniskapelle stehen blieben.

"Die vielen Leute geben Wärme im Ganzen!", schaute Salesianerpater Philipp Weißhaar an dem anderen dichtgefüllten Marktschauplatz um sich. Der fast 90-Jährige drückte mit diesen doppeldeutigen Worten aus, was den Don Bosco-Weihnachtsmarkt - ebenfalls mit wertigem Kunsthandwerk und Gaumenfreuden - im Combonihaus und Josefsheim seit vielen Jahren auszeichnet: Dieser lockt vor allem Familien mit Kindern, die sich nicht zuletzt im Zirkuszelt als kleine Artisten erproben können. Darüber hinaus nannte Emil Hartmann, Gesamtleiter des Don Bosco-Jugendwerks, ein weiteres Spezifikum dieses Weihnachtsmarktes: "Vierzehn Tage lang haben unsere Jugendlichen aus dem Projekt Zahltag die Holzbuden aufgebaut, die Beleuchtung installiert, Tannenbäume geschmückt." Und die Kinder und Jugendlichen aus den Wohngruppen würden dafür sorgen, dass es auf dem Markt etwas zu essen und zu trinken gäbe.

Mehr als Trubel und Hetze

Auch geistliche Nahrung war vorbereitet, wohl eingestimmt durch die Don Bosco-Musikanten, die Adventslieder spielten wie "Tochter Zion, freue dich ..." oder "Übers Gebirg Maria geht". In der Kapelle des Josefsheimes brannte die dritte Kerze am Adventskranz, die Salesianerpatres Dawid Blazkow und Alfons Blüml erinnerten mit ihrer Abendbesinnung und dem Sonntagsgottesdienst daran, dass der Advent weit mehr ist als Trubel um Geschenkekauf und Hetze von einer Weihnachtsfeier zur nächsten.

"Das sind zwei schöne Adventsmärkte, die überregional Aufmerksamkeit finden", freute sich Bürgermeister Christian Lange, der mit Ehefrau und Söhnchen auch am Combonihaus auftauchte. Beide Märkte würden "im guten Sinne Kunsthandwerk und Kulturprogramm bieten", jeder Markt mit einer eigenen Besonderheit: "Der eine bindet die sanierte Johanniskapelle ein, der andere die Jugendlichen", so Lange.

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