Bamberg

Zwischen Blähungen und Klischees - Kaya Yanar in der Brose-Arena

Vom Bananenkauf in der Türkei bis Blähungen: Komiker Kaya Yanar hat das Publikum in der Brose-Arena begeistert.
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Fotos: Philipp Demling
Fotos: Philipp Demling
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Kaya Yanar wandelt zwischen den Kulturen. Er selber drückt es so aus: "Mein Kopf ist deutsch, mein Körper ist türkisch." Woran sich das zeigt? "Auf dem Kopf fallen mir die Haare aus, und am Körper wachsen sie mir an Stellen, wo ich sie nicht haben will."

Das Heimatland seiner Eltern scheint dem in Frankfurt geborenen 41-Jährigen, der im Jahr 2001 mit der Comedy-Show "Was guckst du?!" bundesweit bekannt wurde einigermaßen fremd geblieben zu sein. Über Schmusesänger Tarkan ätzt der Comedian zum Beispiel: "Der singt Töne, die`s auf keiner Tonleiter gibt." Und aus diesen Tönen bestehen seine Lieder, die davon handelt, wie traurig er ist, dass seine Geliebte ihn verlassen hat. Kommentar Kaya Yanar: "Kein Wunder bei der Scheißstimme."

Auch die Sprache macht ihm bei seinen Türkei-Aufenthalten zu schaffen.
Als er sich im Obstladen eine Banane kaufen wollte, vergaß er, dass diese auf türkisch "muz" heißt. Also probierte er es mit "Banane". Kein Wunder, dass der Verkäufer ihm da den Rücken kehrte. "Bana ne", erklärt Yanar, heißt "Mir doch egal".

Seit der Deutschtürke in Zürich mit einer Schweizerin zusammenlebt, ist er auch mit den Eigenheiten dieses liebenswerten Volkes vertraut - obwohl er zugibt, dass er das Schweizerdeutsche für den "unerotischsten von allen alemannischen Dialekten" hält. Und so wundert sich Yanar über die Tatsache, dass es in seiner neuen Wahlheimat eine schnelle und eine langsame Post gibt ("Bitte verschicken Sie den Brief nicht zu schnell! Der Empfänger hat Herzprobleme!") und über ihre Begeisterung für das Bobfahren ("Die einzige Sportart, die eine Leiche gewinnen kann!"
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Apropos Wintersport: Seine Lebensgefährtin hat den 41-Jährigen bereits erfolgreich zum Skiurlaub geschleift. Und so wurde Yanar - wenn auch unfreiwillig - zum ersten Türken, der über eine Schanze gesprungen ist. Wenn das kein Erfolg ist! Sein Steißbein hat es ihm allerdings nicht gedankt.

Das Bamberger Publikum in der gut gefüllten Brose-Arena ist begeistert vom rund zweistündigen Vortrag des Komikers, der sich rasant über die Bühne bewegt, häufig die Stimme verstellt und auch vor dem Menschlich-allzumenschlichen nicht Halt macht. Die Zuhörer stört das nicht, im Gegenteil. Wenn Yanar über weniger appetitliche Themen wie etwa Blähungen spricht, lachen sie besonders laut. Auch dass der Comedian manches Klischee nicht auslässt - etwa über Männer, Frauen, deutsche oder russische Touristen - tut seinem Erfolg keinen Abbruch.

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