Bamberg

Wohnen zum Schnäppchenpreis in der Pines-Siedlung?

Die Stadtbau GmbH lud zur Wohnungsbesichtigung in die ehemalige Pines-Siedlung ein. Die ersten Mieter können im Februar in die Häuser auf dem früheren Kasernengelände ziehen. Viele machen sich Hoffnungen.
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Grundrisse informierten die Besucher der Musterwohnungen im Detail über das Wohnungsangebot in der Pines-Siedlung. Foto: Werner Baier
Grundrisse informierten die Besucher der Musterwohnungen im Detail über das Wohnungsangebot in der Pines-Siedlung. Foto: Werner Baier
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Wenn gleichzeitig 30 Frauen, Männer und Kinder eine 131 Quadratmeter große Wohnung besichtigen, wird es schon mal eng. Trotzdem ist die Lautstärke eher gedämpft, die Interessenten schleichen gewissermaßen mit Poker-Gesichtern durch die weitläufigen Räume, tuscheln miteinander und stecken die Köpfe in Pläne oder hinterlassen auf einem Vormerkzettel ihre Kontaktdaten.

"Das wär ein Schnäppchen", meint einer, ohne dass er sich zitieren lassen möchte: Es herrscht ein stiller, aber durchaus spürbarer Konkurrenzkampf um jene 39 Wohnungen in der Pines-Housing-Family-Area, die ab 1. Februar 2016 bezogen werden können.


Acht Mehrfamilienhäuser

"Willkommen zu Hause - Wohnen am Föhrenhain", wirbt die Stadtbau GmbH Bamberg für das neu benannte Wohnquartier am Rand der Gartenstadt.

Die Gesellschaft hat im Auftrag der Stadt die acht Mehrfamilienhäuser zwischen Zollner- und Föhrenstraße für 3,9 Millionen Euro vom Bund erworben und mit deren Sanierung begonnen. Nun geht es darum, die Gebäude östlich der Haupts-moorstraße mit neuem Leben zu erfüllen.

Für Samstag um die Mittagszeit waren 450 Interessenten eingeladen, zwei Musterwohnungen zu besichtigen. Seit bekannt geworden war, dass die US-Streitkräfte Bamberg verlassen werden, seien Bewerbungen um die frei werdenden Wohnungen eingegangen, ist vom Geschäftsführer der Stadtbau, Veit Bergmann, zu erfahren.

Um den bei Tagen der offenen Tür üblichen Andrang derer zu vermeiden, die neugierig sind und Zeit haben, aber kein ernsthaftes Interesse, hat man nur vorgemerkte Bewerber verständigt. Acht Beratungskräfte betreuen die Besucher.

Die Grundrisse der Wohnungen, Informationen zu Miet- und Nebenkosten und über sonstige Regelungen sind an die Wände geklebt. Dennoch werden viele Fragen gestellt - und beantwortet: Ja, alle Estrichböden würden noch mit PVC im Holzdesign belegt. Ja, es seien aus der vorigen Nutzung noch etwa 800 Lampen vorhanden, aus denen sich die späteren Mieter was aussuchen dürfen.

Nein, es gebe keinen Preisunterschied zwischen den mit Jalousien ausgestatteten Hochparterre-Wohnungen und jenen in den Obergeschossen. Leider, behindertengerecht seien die Häuser nicht. Ja, alle Bäder seien komplett eingerichtet, all die schönen Kücheneinbaumöbel blieben. Nur die Elektrogeräte müssten die künftigen Mieter selbst mitbringen. Ja, alle zwecks der Bodensanierung abmontierten Raum hohen Einbauschränke würden wieder aufgestellt. "Wo gibt es denn so was?" murmelt ein Endvierziger und fügt hinzu: "Hoffentlich klappt's, wir suchen schon lange!"

Ob's auch billiger geht? Diese Frage löst bei den Beratern der Stadtbau nur Kopfschütteln aus. 5,50 Euro Miete pro Quadratmeter sowie 2,50 Euro pro Quadratmeter und Monat für Nebenkosten (Fernheizung, Wasser, Warm- und Abwasser, Hausmeisterdienste etc.) plus 20 Euro für einen Kraftfahrzeug-Stellplatz seien in Bamberg "unterste Grenze" für vergleichbare Wohnungen.


Wohnungen neu aufgeteilt

Die Stadtbau hat in die 131 Quadratmeter großen Wohnungen einige Zwischenwände einziehen lassen: 40 Quadratmeter große Elternschlafzimmer mussten ja auch wirklich nicht sein. So entstanden Wohnungen mit drei, vier oder fünf Zimmern, in denen auch Großfamilien bequem leben können. Die Infrastruktur ist ja gut.

Bergmann ist nicht bange, die 150 Wohnungen der Pines-Housing-Family-Area neu vermieten zu können. Dies geschieht gemäß einem Katalog von Sozialkriterien: Kinderreiche und bedürftige Bewerber kämen zuerst an die Reihe, wird versichert.

Dem kommunalen Wohnungsbau-Unternehmen lägen derzeit rund 2000 Anfragen nach größeren, kleineren, billigeren Wohnungen vor, berichtet der Geschäftsführer. Man hofft daher auf noch weitere Immobilien im einstigen Army-Sektor.

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