Eigentlich wollten Bürgermeister Edwin Mahr (BG/ÜW) und die Rathausverwaltung den Gemeinderat aus der Schusslinie nehmen, doch genau deswegen erlebten Gemeinderatsmitglieder so etliche Überraschung, wie sie in der Sitzung teils emotional zum Ausdruck brachten. Den Stein des Anstoßes bildet ein knallroter Container und dessen Standort in Trunstadt. Denn nachdem die Sparkasse Bamberg im vergangenen Jahr ihre Geschäftsstelle in der Trunstadter Hauptstraße dicht gemacht hatte, sollte die Trunstadter Kundschaft zumindest einen finanziellen Grundservice erhalten - mittels Bankautomaten. Und der ist in einem Container untergebracht, der logischerweise in Sparkassen-Rot gehalten ist.

Der Container steht seit Anfang des Monats auf dem Dorfplatz, nachdem der Mietvertrag für die Räume, in dem Geldautomat und Kontauszugsdrucker bis dahin gestanden hatten, ausgelaufen war. Wegen des Containers habe er "schon Meldungen gekriegt", teilte der Bürgermeister in seinem allgemeinen Bericht dazu vielsagend mit.

Vor der Aufstellung des Containers habe man die unterschiedlichsten Standorte untersucht - am und im Schloss, beim Schlossturm, auf dem Schlossplatz, in der Schlossbräu-Garage, beim oder im Einkaufsladen, vieles sei im Gespräch gewesen, fasste er zusammen. Schließlich blieb dann doch nur als gemeindliches Grundstück die Fläche am Dorfplatz übrig. Irgendwo habe man den Container ja integrieren müssen. Mahr gestand freilich zu, dass es sich schon um einen Fremdkörper handele und: "Die Farbe geht ins Auge." In dem Bereich werde noch angepflanzt und wenn erst die Linde blühe...

Mahr versäumte aber nicht zu betonen, dass der Erhalt der für Trunstadt wichtigen Dienstleistung (Geldautomat mit Kontauszugsdrucker) bei alledem der vorrangige Aspekt sei. Zur Optik merkte das Gemeindeoberhaupt an: "Weiter rechts oder weiter links sieht's auch nicht schöner aus." "Wenn wir vorher gefragt worden wären, hätten wir den Bürgern ja was sagen können, aber wir haben nichts gewusst", gab Philipp Mohr ( UW VT) seinen Unmut nach verschiedenen Kommentaren aus Trunstadt wieder, weil er sich "blöd von den Leuten ansprechen lassen" musste. Er sei stark verärgert über die Art, wie das abgelaufen sei.

Ins gleiche Horn stieß Gemeinderätin Gisela Becker (ebenfalls UW VT): "Ich bin stinksauer", meinte sie und dass es gute Standortalternativen gebe. "So bleibt der Kasten da nicht", warf sie in die Runde. Erstem Bürgermeister Edwin Mahr blieb nur, erneut auf die Bedeutung "des Kastens" für den über 1700 Einwohner großen Gemeindeteil hinzuweisen.