Energisch streift Wolfgang Wußmann durch die Sitzreihen im großen Saal der Bamberger VHS. Er sucht Spieler die Aktiv an seinem Quiz teilnehmen. Herrscht am Anfang noch das große Zögern, so wird er dann doch nach und nach seine Teilnahmezettel los. Auch wenn man keine Million wie bei Günther Jauch gewinnen konnte, so war der Andrang beim ersten Bamberg-Quiz in der Volkshochschule am vergangenen Donnerstag recht groß. "Wer kennt Bamberg?" lautet der Titel des von Wolfgang Wußmann erdachten Ratespiels. Das Wissen des ehemaligen Lehrers um die Weltkulturerbestadt ist riesig. Der Urbamberger hat schon zwölf Bücher über die Stadt verfasst und ist seit 1988 als Gästeführer unterwegs. 1992 hat der heute 62-Jährige schon ein Frage- und Antwortspiel in Kartenform herausgebracht. Nun kam ihm die Idee etwas Ähnliches als Buch machen, doch mit der Zeit wurde daraus ein interaktives Quiz mit 100 Fragen aus Bamberg Stadt und Land (wobei die Buchidee immer noch besteht). "Die Volkshochschule zeigte sich von der Sache aufgeschlossen und hat drei Preise gestiftet. So haben wir das dann umgesetzt", erzählt Wußmann von den Planungen.

"Eine Startreppe und Einspielmusik haben wir noch nicht", scherzte der VHS-Fachbereichsleiter für Sprache, Kunst und Kultur, Thomas Riegg bei seiner Begrüßung - in der Tat fehlte es an diesem Abend etwas an Glanz und Tamtam, wie man es bei einem Quiz erwartet, es war das übliche Ambiente, wie bei jedem anderen VHS-Vortrag auch. Doch das tat der Rätselfreude keinen Abbruch. Nach einer kurzen Erläuterung der Spielregeln durch Quizmaster Wußmann ging es gleich zur Sache und die ersten fünf Spieler durften die Bühne betreten. Gespielt wurden drei Runden mit je fünf Mitspielern. Der Beste qualifizierte sich für das Finale. Pro Runde gab es zwanzig Fragen. Es ging nach der Reihe: sobald einer der Spieler eine Falschantwort gab, war der nächste am Zug. Zu allen Fragen gab es drei Antwortmöglichkeiten und für jeden Rateerfolg bekam der Spieler einen Punkt, den er bei manchen Fragen auch dadurch verdoppeln konnte, wenn er ohne die vorgegebenen Antwort-Optionen löste. "Wo stand die Humsera ursprünglich?" - hieß es da gleich zu Anfang. Dass die Figur jetzt am Grünen Markt steht, wissen die meisten. Aber ganz früher stand sie am Maxplatz - ein altes Foto lieferte den Beweis. Die Fragen waren teilweise recht knifflig und mit jeder gespielten konnte man sein Wissen um Bamberg erweitern: es gab zu jeder Antwort eine ausführliche Erklärung. Man erfuhr, dass es die Bamberger Symphoniker seit 1946 gibt und dass der Bamberger Reiter im zweiten Weltkrieg durch eine dicke Betonplatte geschützt wurde. Man muss schon etwas länger in der Bamberg leben um die Wußmanns Fragen beantworten zu können. "Wie viele Linien hatte Bambergs Straßenbahn?" und "Bis wann lebte Burgbär Poldi auf der Altenburg?" - Hätten Sie es gewusst? Die Antworten: Man konnte früher mit der Straßenbahn auf drei Linien durch Bamberg fahren, unter anderem sogar über die Obere Brücke durch das Alte Rathaus hindurch. Und der beliebte Braunbär auf der Altenburg starb schon 1982 - als letzter Burgbär in Deutschland. Auch die Mundart kam nicht zu kurz, so konnte man lernen, dass ein "Hollämöffl" in Bamberg eine ungehobelte Person und ein "Aaschichdichä" eine Junggeselle ist. Gewonnen hat letztendlich Gisela Dressler, die "einfach so aus Neugierde" an dem Quiz teilgenommen hat. Rudolf Meschke wurde Zweiter und überzeugte vor allem durch seine vielen freien Antworten. "Ich hab gedacht das könnte interessant sein", erzählt der drittplazierte Christian Brockmann "dass ich gleich teilnehmen konnte, wusste ich ja nicht". Das erste Bamberg-Quiz hat den Teilnehmern, wie dem Veranstalter sichtlich Spaß gemacht und Wolfgang Wußmann zog schon eine möglichen Fortsetzung in Betracht: "Ich hab noch so viele Fragen, das reicht locker für acht weitere Veranstaltungen".