Die Mitteilung, dass er möglicherweise bald nicht mehr Präsident der Otto-Friedrich-Universität sein wird, kam eher beiläufig. Eigentlich habe er eine neue, dritte Vizepräsidentin präsentieren wollen, sagte Godehard Ruppert beim Pressegespräch zum kommenden Sommersemester. Doch die Entwicklungen der vergangenen Wochen hätten ihr daran gehindert. Damit meinte der Chef der Uni Bamberg die Tatsache, dass er als Kandidat für das Amt des Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz nominiert ist. Er sei von einer anderen Landes-HRK angefragt und nach seiner Zusage vorgeschlagen worden, sagte Ruppert.


Vier Kandidaten



Insgesamt haben vier Vorgeschlagene zugesagt, bei der Wahl am 24. April in Hamburg anzutreten. Die drei Konkurrenten von Ruppert für die Nachfolge von Margret Wintermantel sind der Rektor der Universität Siegen, Holger Burckhardt, Horst Hippler, Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie, und Lothar Zechlin, ehemaliger Rektor der Universität Duisburg-Essen. Weitere potenzielle Kandidaten, die in den vergangenen Wochen im Gespräch waren, haben der HRK einen Korb gegeben. Darunter die beiden HRK-Vize Dieter Lenzen, Präsident der Uni Hamburg, und Karl-Dieter Grüske, Präsident der Uni Erlangen-Nürnberg.

Die Hochschulrektorenkonferenz ist der freiwillige Zusammenschluss der staatlichen und staatlich anerkannten Universitäten und Hochschulen in Deutschland. Sie hat nach eigenen Angaben gegenwärtig 266 Mitgliedshochschulen, in denen über 94 Prozent aller Studierenden in Deutschland immatrikuliert sind. Die HRK versteht sich als die Stimme der Hochschulen gegenüber Politik und Öffentlichkeit und als Forum für den gemeinsamen Meinungsbildungsprozess der Hochschulen.


"Hochinteressantes Amt"



Der HRK-Präsident wird auf drei Jahre gewählt und arbeitet hauptberuflich. Das bedeutet, dass Ruppert im Falle seiner Wahl das Präsidentenamt in Bamberg aufgeben wird. Aus diesem Grund habe er auch der Personalentscheidung in Sachen dritter Vizepräsident nicht vorgreifen wollen, sagte Ruppert. Er habe keinen Grund aus seinem jetzigen Amt zu scheiden, betonte Ruppert, doch der HRK-Antrag "Präsident der Präsidenten" zu werden sei ehrenvoll. Er halte es hier mit Heinrich Bedford-Strohm. Der ehemalige Bamberger Theologie-Professor habe vor seiner Wahl zum evangelischen Landesbischof gesagt habe, er können nur gewinnen: ein hochinteressantes Amt oder die Freiheit des jetzigen Amtes.