Was ist das Besondere an der Staatlichen Realschule Scheßlitz?
Nele Schneider, Schülerin der Klasse 9a: "Wir haben ein sehr gutes Klima an der Schule. Der Zusammenhalt unter den Schülern passt. Sicherlich gibt es hin und wieder auch kleinere Probleme, aber dafür gibt es unter anderem Vertrauenslehrer, an die man sich wenden kann."

Ralf Motel, Schulleiter: "Wir sind zwar eine große Schule, arbeiten aber dennoch gut miteinander. Wir bieten eine nachweislich hohe Unterrichtsqualität und dennoch bleiben Spielfelder übrig, um neben dem Unterricht verschiedenste Dinge wie Theater, Sporteinheiten oder Musik zu verwirklichen, die den Schulalltag ergänzen.

Warum möchten Sie an keiner anderen Schule unterrichten beziehungsweise unterrichtet werden?
Ralf Motel: "Wenn man sich als Schulleiter bewirbt, hat man bestimmte Vorstellungen von einer Schule und informiert sich im Vorfeld genau, was dort gemacht wird und ob sie zu einem passt. Was ich von der Scheßlitzer Realschule vorfand, war einfach toll. Wir gehen zum Beispiel über die örtlichen Grenzen der Schule hinaus: wir pflegen den Austausch mit England und sind auf vielen außerschulischen Events vertreten. Es ist immer etwas los. Dennoch schafft es die Schule, dies mit dem Kerngeschäft Unterricht zu verbinden."

Nele Schneider: "Ich gehe nun seit fünf Jahren an die Schule. Obwohl wir inzwischen nach Bamberg gezogen sind und ich theoretisch auch an die Blaue Schule hätte gehen können, blieb ich in Scheßlitz. Ein wichtiger Aspekt für die Entscheidung sind natürlich meine Freunde, die ich hier habe. Ich denke zudem, dass man mit den meisten Lehrern gut auskommt. Und über die Unterrichtsweise gibt es auch nichts zu meckern."

Wo sehen Sie noch Handlungsbedarf, was könnte verbessert werden?
Nele Schneider: "Als ich an die Schule kam, waren wir noch nicht so viele Schüler. Inzwischen ist unser Pausenhof etwas zu klein geworden. Zudem nehmen die Container noch viel Platz weg. Auch die Container, in denen unterrichtet wird, sind schon sehr klein. Aber ich hoffe, dass es nach dem Umbau besser wird."

Ralf Motel: "Ich denke, Nele hat den Pferdefuß der Schule angesprochen: die räumlichen Verhältnisse. Durch die hohe Akzeptanz der R-6 (sechsjährige Realschule, Anmerkung d. Redaktion) bei Wirtschaft, Eltern und anderen Partnern haben wir einen hohen Zulauf. Und diesem sind die alten Gebäude so nicht gewachsen. Wir freuen uns auf die Erweiterung und Generalsanierung der Schule, die bis 2017 wohl abgeschlossen sein soll. Dann wird die Containerlandschaft aufgelöst und im Pausenhof gibt es dann wieder deutlich mehr Platz."

Ihr schönstes Schulerlebnis?

Ralf Motel: "Das ist eine Gewissensfrage. Ich fand aber unser Musical Spotlight von letztem Jahr ganz toll - ohne andere Veranstaltungen abwerten zu wollen. Daran nahmen über 100 Akteure teil, die es dabei geschafft haben, bei einer einjährigen Vorbereitungszeit so miteinander zu kommunizieren, dass zum Schluss alles bestens funktionierte. Mich haben Musik und Text, zum Teil selbst geschrieben, ebenso fasziniert wie die Licht-, Bild- und Toneffekte."

Nele Schneider: "Bei mir war es in der siebten Klasse der Skikurs. Ich erinnere mich gerne daran zurück. Wir waren mit zwei weiteren Klassen in Südtirol und es war ein wirklich schönes Erlebnis. Wir sind jeden Tag Ski gefahren und hatten viel Spaß miteinander. Nicht weniger großartig war jetzt aber auch vor kurzem der Austausch nach England. Hier habe ich, denke ich, Erfahrungen fürs ganze Leben sammeln können."

Wie beurteilen Sie die Lehrer? In Schulnoten - und bitte mit Begründung.

Nele Schneider: "Es gibt immer ein paar Lehrer zu denen man nicht so den Draht hat. Aber im Großen und Ganzen finde ich alle Lehrer unserer Schule super. Die meisten achten darauf, dass man im Unterricht mitkommt. Ich würde ihnen also eine Zweiminus geben."

Und welches Urteil fällen sie über die Schüler? Ebenfalls bitte in Schulnoten und mit Begründung.

Ralf Motel: "Unsere Schüler haben auch eine glatte Zwei verdient. Wir haben es mit Kindern und jungen Menschen zu tun, die sich alle noch entwickeln dürfen und müssen. Wir haben niemanden, der fertig zu uns kommt. Jedem muss zudem eine gewisse individuelle Bandbreite des Sicheinbringens gestattet sein. Unsere Schüler zeigen dabei ein hohes Maß an Bereitschaft an der Schule mitzuwirken. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel. Letztendlich sind wir auch mit den Ergebnissen der Schüler sehr zufrieden. Wir haben gerade wieder 165 Zehntklässler mit zum Teil sehr guten Ergebnissen entlassen. 40 Prozent unserer Schüler gehen an weiterführende Schulen und sind dort gerne gesehen. Wir haben auch fast niemanden, der uns über die Jahre verloren gegangen wäre."

Pädagogische Ausrichtung der Schule?

Ralf Motel: "Wir versuchen zum einen möglichst viele von den Kindern zum Schulabschluss zu bringen. Wir versuchen auch diejenigen in der uns möglichen Bandbreite zu fördern, bei denen wir feststellen, dass individuell nachgeholfen werden muss. Wir versuchen aber andererseits auch zu fordern, was in den Kindern steckt. Ein nicht immer einfacher Weg, da Klassen nicht homogen sind. Unser Ziel ist es, die Anlagen der Schüler, die uns anvertraut sind, bestmöglich zu entfalten."

Und wie kommt dieser Unterricht bei den Schülern an?

Nele Schneider: "Sicherlich gibt es Tage, an denen man glaubt, zu viele Hausaufgaben bewältigen zu müssen. Unsere Lehrer sind auch immer bereit, Dinge noch einmal zu erklären, die man nicht auf Anhieb verstanden hat. Sie gehen auf uns ein. Der Unterricht selbst ist, denke ich, vom Fach abhängig und wie sehr man es mag. Wir haben an der Schule jedoch viele Lehrer, die Spaß verstehen und auch humorvoll sind. Auch die Benotung finde ich gerecht. Selbst, wenn man mal auf der Kippe steht, bekommt noch die Chance durch beispielsweise zusätzliches Abfragen oder Mitarbeitsbewertung im Unterricht, die bessere Note zu bekommen.

Entwicklung der Schule und Schülerzahlen?

Ralf Motel: "1972 waren zum Startpunkt der Schule 120 Schüler eingetragen. Die Schule entwickelte sich dann im Gründerjahrzehnt auf eine Zahl von etwa 400 Schülern. Die blieb auch relativ konstant durch die 90er Jahre. Mit der Einführung der R-6 als Regelschule im Jahre 2000 bekam die Schule einen großen Schub auf über 800 Schüler. Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends blieben wir dann konstant um die 950 Schüler. Im Schuljahr 2010/11 überschritten wir erstmals die 1000er Marke. Und obwohl sich im nächsten Jahr die Eingangsklassenzahl etwas verringern wird, werden wir durch Quereinsteiger wohl weiter über 1000 Schüler bleiben. Die Entwicklung der Schule insgesamt wird sich weiterhin positiv fortschreiben, da bin ich mir sicher. Viele Eltern schicken zudem ihre Kindern trotz Gymnasialeignung an unsere Schule. Ich denke auch, dass die Schule weiterhin in der Zukunft eine sehr bedeutende Rolle in der Schullandschaft des Landkreises spielen wird."

Wie praxisorientiert ist die Schule? Wie funktionieren die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und die Vermittlung von Praktika?

Nele Schneider: "Wir absolvieren alle in der neunten Klasse ein Pflichtpraktikum. Hier wird man eine Woche von der Schule befreit und kann in das Berufsleben hinein schnuppern. Zudem haben wir eine feste Ansprechpartnerin an der Schule, die alle Fragen rund um den Beruf beantworten kann. Es gibt auch ein schwarzes Brett, an welchem aktuelle Stellenangebote aushängen. Ich denke, wir haben an der Schule ein hierzu ein wirklich gutes Angebot.


Offene Türen zum Jubiläum


Am Freitag, 27. Juli, von 13 Uhr bis 18 Uhr feiert die Staatliche Realschule Scheßlitz 40-jähriges Bestehen mit einem "Tag der offenen Tür" und lädt zu einem abwechslungsreichen Nachmittag ein. Neben der Ausstellung "Ein Weg durch die Jahrzehnte" können interessante Projekte in Klassenzimmern besucht werden. Es sind Schulhausführungen vorgesehen. Schulband und -orchester spielen. Die Schüler bieten verschiedene Köstlichkeiten zum Verzehr an.