Bamberg
WKEL-Vorbereitung (3)

Wieland-Lauf: Zurück zur kürzeren Strecke

In den vorherigen Teilen dieser Serie hat unsere Reporterin etwas über ihren Laufstil und gesunde Ernährung erfahren. Jetzt wird es ernst: Es geht auf die Strecke mit Karl Schlichtig vom Orga-Team des Weltkulturerbelaufs.
Artikel drucken Artikel einbetten
Quelle: weltkulturerbelauf.deGrafik: Franziska Schäfer (FT)
Quelle: weltkulturerbelauf.deGrafik: Franziska Schäfer (FT)
+1 Bild
Ja, es ist der "kurze" Lauf. Ja, manchmal kommt die Reaktion "ach so, na den kann ja jeder laufen." Aber genau darum geht es: Die kleinere Strecke kann auch der Hobbysportler laufen, dem der Brose-Lauf oder gar der Halbmarathon zu viel sind. 11 700 Menschen werden am Sonntag das Weltkulturerbe mit den Füßen erobern.

1300 Läufer und Läuferinnen werden das auf 4,4 Kilometern tun. Eine davon werde ich sein. Nach dem 10,9 Kilometer langen Brose-Lauf in den vergangenen Jahren, trete ich nun zum ersten Mal etwas kürzer. Es soll ein Genusslaufwerden.

Trotzdem will ich wissen, was ich rausholenkann. Die letzten drei Trainingseinheiten habe ich auf der Originalstrecke absolviert, einmal mit Karl Schlichtig, Mitglied aus dem Organisationsteam des Weltkulturerbelaufes (WKEL). Er hat Tipps, die für alle Teilnehmer des Wieland-Laufes interessant sind. So viele waren es noch nie. "Der Lauf ist zum ersten Mal komplett ausgebucht", sagt Schlichtig. Er stellt fest: "Die Leute gehen generell zurück zu den kürzeren Strecken, nicht nur bei uns."

Nicht gleich los sprinten

Kürzer heißt nicht langweiliger. Einfach gut machbar. "Gleich beim Start los sprinten wie ein Wilder sollte man trotzdem nicht", sagt Schlichtig, als wir an der Weide starten. Es geht die Mußstraße entlang bis zum Regensburger Ring, wo wir nach links in die Schweinfurter Straße einbiegen.

Entlang der Regnitz laufen wir eine flache, glatte Strecke, die in den Leinritt übergeht. Hier müssen wir das erst Mal etwas auf den Boden achten, gegenüber von Klein Venedig ist der Teer uneben und hat Löcher. Kurz vor dem Platz des Sandkerwa-Festzeltes biegen wir nach rechts ab und gleich noch mal direkt in die Sandstraße. Wir laufen über einigermaßen griffiges Muschelkalkpflaster und biegen kurz vor der Markusbrücke nach links in die Schrottenberggasse ein. Von nun an geht es bergauf.

Schlichtig betont: "Jetzt am Berg solltest du dich nicht gleich ,abschießen‘. Schließlich geht es noch über den Domplatz bis hoch kurz vor den Torschuster." Hoch geht auch der Puls, ganz automatisch. Schlichtig erklärt, dass ein gleichmäßiger Laufstil wichtig sei. Auf der flachen Strecke vorher "Kräfte sammeln" und dann am Berg los zu spurten sei genauso verkehrt wie die umgekehrte Variante.

Wenige Meter unterhalb des Torschusters biegen wir links in die schmale Domstraße ein, dem höchsten Punkt des Laufes. Ab jetzt geht es bergab. Aber Vorsicht, das historische Granitpflaster ist uneben. Wir passieren die Alte Hofhaltung - "gerade hier ist es wichtig, dass die Beine locker und nicht verkrampft sind", sagt der erfahrene Läufer Karl Schlichtig.

Letzter Hügel vor dem Ziel

Der Streckenverlauf bergab vergeht wie im Flug, schon haben wir uns auf der Karolinenstraße bis zum Alten Rathaus geschlängelt, dem letzten Hügel vor dem Ziel am Maxplatz.

Aber Achtung: "Für den Endspurt solltest du frühestens am Gabelmann richtig Gas geben." Das tue ich, und erfahre am Ende von Karl und Läufer-Kollege Herbert Grasser: Mein zügiger Ziel-Sprint zeigt, dass ich mich auf der Strecke nicht vollkommen ausgepowert habe. Die Männer trauen mir für den Lauf-Tag am 3. Mai mehr zu.

Schon den nächsten Trainingslauf ohne die beiden ziehe ich etwas strammer durch. Der Ehrgeiz ist da. Dennoch werde ich es am Sonntag nicht übertreiben. Denn wie es Karl so schön formuliert hat: "Man sollte sich überlegen, ob man mit schmerzverzerrtem Gesicht ins Ziel laufen möchte."
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren