Bamberg
Benefizkonzert

Wenn Ärzte musizieren statt zu operieren

Im Keilberth-Saal treten der Deutsche Ärztechor und das Bayerische Ärzteorchester gemeinsam auf. Unterstützen werden soll damit der Wiederaufbau in Haiti, dem sich der Klinikum-Chirurg Thomas Bohrer verschrieben hat.
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Priv.-Doz. Dr. Thomas Bohrer (2.v.r.) und eine Mitarbeiterin (r.) lernen im OP des Klinikums Bamberg Dr. W. Godson und Dr. A. Charles aus Haiti an. Foto: privat
Priv.-Doz. Dr. Thomas Bohrer (2.v.r.) und eine Mitarbeiterin (r.) lernen im OP des Klinikums Bamberg Dr. W. Godson und Dr. A. Charles aus Haiti an. Foto: privat
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Bamberger Ärzte rühren die Werbetrommel für ein Benefizkonzert in der Konzerthalle. Der Deutsche Ärztechor und das Bayerische Ärzteorchester werden am 13. Juni in der Sinfonie an der Regnitz von Mendelssohn-Bartholdy das Lauda Sion und von Dvorak das Stabat Mater aufführen. Der Erlös geht an das Bamberger Haiti-Projekt, das der Bamberger Chirurg Thomas Bohrer nach der Erdbeben-Katastrophe 2010 ins Leben gerufen hat. Seitdem hilft er aktiv beim Wiederaufbau einer Medizinischen Versorgung auf der ohnehin vom Bürgerkrieg geplagten Insel.

Ambitionierte Laienmusiker

"Die Mitglieder des Deutschen Ärztechors und des bayerischen Ärzteorchesters musizieren gerne für einen guten Zweck. Sie verbinden so ihre Freude an der Musik mit der ärztlichen Grundhaltung, sich Menschen in sozialer oder krankheitsbedingter Not zuzuwenden", sagt deren Sprecher. Da liegt es nahe, dass sich die ambitionierten Laienmusiker nun von Thomas Bohrer, ausgebildeter Philosoph und Doktor der Medizin, für dessen gute Sache einspannen lassen.

Einziger Fachmann getötet

Bohrer, Thorax-Chirurg am Bamberger Klinikum, baut in Haiti tatkräftig die Versorgung wieder auf, nachdem 2010 der einzige Thorax-Chirurg des Landes bei der Katastrophe getötet wurde. Haiti wurde 2010 vom schlimmsten Erdbeben der vergangenen hundert Jahre mit über 200 000 Toten und 1,2 Millionen Obdachlosen heimgesucht.

Klar, dass Bohrer auch Geld sammelt für das Bamberger Haiti-Projekt, das er zusammen mit der Bamberger Hilfsorganisation Hilfe in Not e.V. (früher bekannt als Afghanistan-Komitee) auch fünf Jahre nach dem Beben nachhaltig vorantreibt. Dieses Hilfsprojekt widmet sich der nachhaltigen Unterstützung Haitis, indem seit 2011 haitianische Ärzte regelmäßig in Bamberg weitergebildet werden. Das geschieht mit verschiedenen Kooperationspartnern am Bamberger Klinikum, aber auch in niedergelassenen Praxen. Bisher ausgebildet wurden Ärzte auf dem Gebiet der Allgemeinmedizin, Notfallmedizin, Thoraxchirurgie und Anästhesie.

Projekt wirkt nachhaltig

Das Bamberger Haitiprojekt ist Hilfe zur Selbsthilfe. Alle Mitarbeiter des Projektes betreuen die haitianischen Ärzte persönlich und arbeiten vollständig ehrenamtlich, so dass alle Spenden zu 100 Prozent der Hilfe in Haiti zufließen. Außerdem werden in Port-au-Prince ein Waisenhaus und in Les Cayes, einer Stadt mit 200 000 Einwohnern im Süden Haitis, zusammen mit den in Bamberg weitergebildeten Ärzten gezielt medizinische Projekte unterstützt (technische Apparate, Verbandmaterial, Medikamente). Die Hilfe erreicht damit auch die Ärmsten vor Ort und wirkt nachhaltig.

Ein Bamberger singt mit

"Unterstützen Sie bitte dieses Engagement mit Ihrem Konzertbesuch", wirbt Mitorganisator Johannes Haas, der als einziger Bamberger Arzt am 13. Juni im Ärztechor mitsingen wird. Der deutsche Ärztechor (DÄC) mit seinen heute über 300 Mitgliedern wurde 2007 gegründet, das bayerische Ärzteorchester (BÄO) gibt es schon seit 1968. In den jährlichen Arbeitsphasen hat es sich eine große Bandbreite der sinfonischen Orchesterliteratur erschlossen, wobei wegen der Größe des Klangkörpers ein Schwerpunkt auf der Spätromantik und der symphonischen Moderne liegt. Das BÄO hat sich sowohl bei seinem Publikum als auch bei den Kritikern einen sehr guten Namen erspielt: Die Qualität dieses Laienorchesters - es besteht fast ausschließlich aus Medizinern und Medizinstudenten - ist herausragend. Vor allem besticht das Ensemble durch seine Begeisterungsfähigkeit, die von den Musizierenden ausgeht. Chor und Orchester führten bereits 2011 gemeinsam das Verdi-Requiem in München, Bamberg, Bayreuth und Landau auf.

Das Benefizkonzert

Samstag, 13.Juni, 19 Uhr
in der Sinfonie an der Regnitz
Deutscher Ärztechor, Bayerisches Ärzteorchester
Programm:
Felix Mendelssohn—Bartholdy: Lauda Sion op. 73
Antonin Dvorak: Stabat Mater op. 58
Kartenvorverkauf: bvd, Tel. 0951-9808220, Abendkasse und www.bvd-ticket.de

Spendenkonto

Hilfe in Not e.V. Bamberg
Stichwort Haiti
IBAN: DE64770500000578300600
BIC: BYLADEM1SKB
Konto-Nr: 578 300 600
BLZ: 770 500 00
Sparkasse Bamberg

Nähere Informationen: www.haitiprojekt-bamberg.de
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