Ein sicherer Tritt und ein gute Portion Ausdauer sowie die entsprechende Ausrüstung: Das waren die allseits gefragten Eigenschaften auch beim Ehrler Bachstelzen-Lauf 2012 für die 24 Wettkämpfer aus Ehrl und weiteren zehn umliegenden Orten aus dem Stadtgebiet Scheßlitz und darüber hinaus. Sehr zur Freude der Festbesucher nahmen diesmal mehr Frauen als Männer, nämlich 13 weibliche und elf männliche Konkurrenten teil.

Der Wettlauf im Wasser war die Attraktion beim Brückenfest, das mittlerweile zum 35. Mal vom örtlichen Gartenbau- und Verschönerungsverein veranstaltet wurde. Immer paarweise mussten die Teilnehmer im K.o.-System gegeneinander antreten, bis der Sieger feststand. An der "Staustufe" war der Ellernbach mit einer Tiefe von bis zu einem guten halben Meter ordentlich gefüllt. Ein "Vollbad" nahmen allerdings nur wenige der Teilnehmer, mehr waren es schon, die von den Stelzen steigen mussten. Bei warmem Wetter und Sonnenschein trocknete aber alles schnell wieder ab, auch wenn die Wassertemperatur nur bescheidene sechs Grad betrug. Der letzte Kälteinbruch der "Eisheiligen" wirkte da noch nach. Vom Festplatz aus war das Geschehen bestens nachzuverfolgen.

Zwischen zwei der insgesamt acht Ehrler Brücken zeigte die etwa 40 Meter lange Wettkampfstrecke im Wasser des Ellernbaches in diesem Jahr wieder ihre Tücken und zwang so manchen Teilnehmer zum unfreiwilligen Bad ins kühle Nass. Das erste Mal dabei war mit Stefan Dittrich ein Bewerber aus Buckendorf, der es auf Anhieb bis ins Finale schaffte und dort erst dem späteren Sieger unterlag.

Letztendlich erwiesen sich die Gastgeber aus Ehrl unter tobendem Beifall und Anfeuerungsrufen der Fans auf ihrer Hausstrecke als Meister ihres Faches. Mit dem Titel "Ehrler Bachstelzer 2012" darf sich nun nach 2011 Christian Haßler aus Ehrl zum 5. Mal schmücken. Er erhielt einen Pokal. Dritte wurde schließlich Kathrin Zeck aus Ehrl, die beispielhaft für alle weiblichen Teilnehmerinnen der Männerdominanz lange und tapfer standhielt. Die auswärtigen Teilnehmer hatten bis auf den Zweitplatzierten Stefan Dittrich aus Buckendorf, der zum ersten Mal teilnahm, erneut kaum Chancen. Nur wenige kamen trockenen Fußes ins Ziel.

Das knapp einstündige Spektakel umrahmte musikalisch der Alleinunterhalter Thomas aus Dörfleins, inmitten des Ellerbaches stehend. Er unterhielt die über 100 Schaulustigen mit dem Schifferklavier. Nach dem Wettkämpfen und der Siegerehrung sorgte das anhaltend gute Wetter für gute Stimmung bis in den Abend. Am Ende stand ein Lichterschwimmen, das an die Legende des Brückenheiligen Nepomuk erinnern sollte.

Festgottesdienst


Den Festgottesdienst hielt Prälat Hans Wich aus Bamberg in der festlich geschmückten Dorfmitte. In seiner Predigt betonte der Seelsorger die Symbolkraft der Brücken als Zusammenhalt und für das Zusammenkommen der Einwohner und der Menschen im Alltag. az