Bamberg
Weltkulturerbelauf 2017

Weltkulturerbelauf in Bamberg: Der Halbmarathon im Video-Test

Patrick Gensel hat für inFranken.de den Halbmarathon getestet. Seinen Lauf filmte eine Kamera. Das Fazit des Experten: schönes, anspruchsvolles Profil.
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Mit der Kamera auf der Schulter ist Patrick Gensel die Halbmarathon-Strecke des Weltkulturerbelaufs abgelaufen: Das Zeitraffervideo kann im Artikel angeschaut werden.  Foto: Ronald Rinklef
Mit der Kamera auf der Schulter ist Patrick Gensel die Halbmarathon-Strecke des Weltkulturerbelaufs abgelaufen: Das Zeitraffervideo kann im Artikel angeschaut werden. Foto: Ronald Rinklef
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Dieser Mann ist fit: Patrick Gensel sieht nach seinem Halbmarathon durch Bamberg so entspannt aus, als ob er gerade vom Bierkeller kommt. "Das war ein Genuss", sagt der 44-Jährige und lacht, als er auf dem Maxplatz, dem Zielbereich des Weltkulturerbelaufs, ankommt. Gensel hat ideales Wetter erwischt: Trocken und nicht zu warm war es beim Testlauf, den eine Kamera auf seiner Schulter festgehalten hat.

Für inFranken.de ist er vorab die 21,1-Kilometer-Strecke des am Sonntag, 30. April, stattfindenden Weltkulturerbelaufs abgelaufen. Etwa 1 Stunde 45 Minuten hat Gensel benötigt. Am Renntag selbst will er rund 1 Stunde 30 Minuten bis zum Ziel benötigen.
 

 


Für den Sportwissenschaftler und Lauftherapeuten ist das aber keine Wettkampfdistanz: "Es ist Teil meiner Vorbereitung", sagt er. Gensel will im Juli den 100-Kilometer-Lauf in Fürth bestehen, ist ohnehin auf Ultra-Wettkämpfe spezialisiert. Zur Vorbereitung gehörte auch der Obermain-Marathon (42,2 Kilometer) in Staffelstein, den er vor nicht einmal drei Wochen in 3 Stunden 8 Minuten absolviert hat. Der Weltkulturerbelauf, bei dem er für die LG Bamberg startet, soll Abschluss seines Geschwindigkeitstrainings sein.

 

 


100 Kilometer in der Woche

Wie hält man das durch? Seine Antwort: mit Training. "Viele machen den Fehler und fangen erst kurz vor dem Lauf an zu trainieren." Das sei falsch, sagt Gensel. Beim Laufen gehe es darum, den Körper dauerhaft in Bewegung zu halten. Zwischen den Belastungen müsse Zeit sein, damit die Leistung gesteigert werden könne. "Grundlage sind langsame Läufe."

Diese Grundlage hat der Hirschaider. Pro Woche legt er im Schnitt fast 100 Kilometer zurück. Um seine Familie nicht unnötig durch Trainingszeiten zu belasten, fängt er in der Wettkampfzeit sonntags bereits um 3 Uhr morgens zu trainieren an.

Dennoch: der Lauftrainer hat auch Respekt vor dem anspruchsvollen Profil des Weltkulturerbelaufs. Deshalb warnt er davor, sich zu überschätzen und zu weit vorne am Start einzureihen. "Bis zur Altenburg sollte man es langsam angehen lassen. Danach fängt das Rennen an: Es folgen noch 16 Kilometer!"

 

 

 

 


Ab dem Start an der Weide führen immer wieder steile Rampen zur Altenburg hinauf. Oben werde man mit einem "unglaublichen Weitblick auf die Stadt" belohnt. Doch auch die Strecke abwärts, sei nicht so einfach zu meistern: "Man braucht flinke Füße." Kleine Schritte seien besser als große, sagt Gensel.

Dann wird das Rennen im Abschnitt nach der Buger Spitze, dem Wendepunkt des Laufs, zur Kopfsache. "Es kommt die Gerade am Adenauerufer, da heißt es Tempo machen, wenn es geht." Die Strecke verläuft lange geradeaus, das kann zäh werden. Bis es in die Altstadt geht und zurück in den Trubel - das Gröbste ist überstanden.

Für Patrick Gensel macht diese Abwechslung den Reiz des Weltkulturerbelaufs aus. Der 44-Jährige läuft am Sonntag zum dritten Mal den Bamberger Halbmarathon. Für ihn wird es wieder ein Genuss, denn: "Laufen ist ein Handwerk und keine Zauberei." Er beherrscht sein Handwerk perfekt.

 

 

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